Anlageklassen – verschiedene Geldanlagen im Überblick

04.10.2019 | Update: 07.11.2019
Als Privatanleger sollten Sie sich im Vorfeld mit den verschiedenen Anlageklassen auseinandersetzen um die zu finden, die am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.

Eine Vielzahl an Geldanlagen

Um die Vielzahl der Geldanlagen besser vergleichbar zu machen, kann man sie in Anlageklassen einteilen. Darin werden ähnliche Finanzprodukte zusammengefasst, so dass die Auswahl für den Anleger etwas einfacher wird. Damit ein Produkt optimal zum Anleger passt, sollte es vor allem Ihren individuellen Zielen entsprechen.

Haben Sie eine passende Geldanlage aus Ihrer Anlageklasse gefunden, können Sie Ihr Depot leicht um weitere Investments aus der gleichen Gruppe oder aus einer anderen Klasse ergänzen und bauen sich so ein Portfolio auf, das breit gestreut ist und das Ihren persönlichen Zielen für den Aufbau von Vermögen entspricht. Doch wie unterscheiden sich die Anlageklassen eigentlich voneinander? Und wie finden Sie die richtige Klasse für Ihre Bedürfnisse?

Was versteht man unter Anlageklassen?

Eine Anlageklasse ist definiert als eine Gruppe von Finanzprodukten, die man aufgrund ihrer ähnlichen Eigenschaften zusammenfassen kann. In einer Anlageklasse sind immer Produkte enthalten, die die gleichen Ertrags- und Risikotreiber aufweisen. Zu unterscheiden sind in der Regel vier Eigenschaften: die Liquidierbarkeit, die Laufzeit, die Risikoklasse und die Wertschwankung.

Unter der Liquidierbarkeit versteht man die Fähigkeit eines Finanzprodukts, schnell in Bargeld umgewandelt zu werden. Die Bandbreite reicht von sehr liquiden Geldanlagen bis zu fast illiquiden Investments. Ein Beispiel für eine liquide Anlage ist zum Beispiel ein Sparbuch oder Tagesgeld. Das dort angelegte Geld wird innerhalb von ein oder zwei Bankarbeitstagen an Sie ausgezahlt, es ist somit praktisch jederzeit verfügbar. Ganz anders verhält es sich mit Geld, das in einem geschlossenen Fonds investiert ist. Haben Sie zum Beispiel eine feste Summe in einen geschlossenen Schiffsfonds oder Flugzeugfonds eingezahlt, ist dieses Geld erst nach dem Ablauf der vereinbarten Laufzeit verfügbar, es ist somit illiquide angelegt.

Die Laufzeit reicht von kurzfristigen bis zu langfristigen Investments. Kurzfristige Geldanlagen erstrecken sich auf mehrere Monate bis zu etwa einem Jahr. Mittelfristige Investitionen laufen bis zu fünf Jahre, darunter fallen zum Beispiel viele Festgelder. Langfristige Anlageprodukte können durchaus eine Laufzeit von zehn bis 15 Jahren haben, bevor das Geld ausgezahlt wird. Darunter fallen wiederum viele geschlossene Fonds.

Die Risikoklasse:  Ein sehr wichtiges Kriterium für Anleger

Man differenziert risikoschwache Anlagen, bei denen es kein Wertschwankungs- oder Verlustrisiko gibt von sehr riskanten und spekulativen Investments, die im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust führen können. Mit einer sicheren Anlage geht meist eine geringe Rendite einher, während spekulative Finanzprodukte eine sehr attraktive Rendite versprechen. Als Anleger sind Sie regelmäßig gehalten, bei der Auswahl Ihrer Finanzprodukte eine Balance zwischen Risiko und Rendite zu finden.

Auch die Wertschwankungen stehen für eine Eigenschaft. Manche Geldanlagen sind sehr stabil, so dass sich der Wert des eingezahlten Geldes nicht verändert. Auf einem Tagesgeldkonto zum Beispiel bliebt der Wert des angelegten Geldes unverändert. Von volatilen Anlagen spricht man vor allem bei Aktien, aber auch bei Fonds. Der Wert eines Anteils verändert sich unter Umständen über Nacht, er kann steigen, aber auch fallen. Auf lange Sicht erzielt man mit volatilen Geldanlagen häufig eine bessere Rendite als mit stabilen Investments.

Welche Anlageklassen gibt es?

In der Regel unterscheidet man vier Anlageklassen: Bankprodukte, Wertpapiere, Immobilien und alternative Investments. Sie lassen sich gut nach den Kriterien Liquidierbarkeit, Laufzeit, Risiko und Wertschwankungen differenzieren.

In die Gruppe der Bankprodukte gehören vor allem Tagesgelder und Festgelder. Diese sogenannten Sichteinlagen gelten als wertstabil, Schwankungen gibt es nicht. Tagesgelder sind täglich verfügbar, Festgelder meist erst zum Ablauf der vereinbarten Zeit. Bankprodukte gelten als sichere Investments, sie sind durch die Einlagensicherung der Banken vor einem Verlust bei Insolvenz geschützt.

Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs und Zertifikate machen eine große Gruppe der Investments aus. Die Laufzeit ist häufig unbegrenzt, das Wertschwankungsrisiko kann durchaus im mittleren oder sogar im hohen Bereich liegen. Gerade der Aktienkurs kann über Nacht stark steigen oder fallen. Wertpapiere sind meist gut zu veräußern, so dass sie recht liquide sind und sich durch einen Verkauf schnell in Bargeld umwandeln lassen. Allerdings muss der Anleger je nach Kurs unter Umständen einen Wertverlust hinnehmen.

Immobilien sind eine weitere Anlageklasse. Hier kommt entweder ein direkter Erwerb in Frage, Sie können aber auch in Immobilienfonds, in Immobilienaktien oder in Crowdinvesting anlegen. Das investierte Geld lässt sich meist nicht kurzfristig in Bargeld umwandeln, deshalb ist die Liquidität lediglich beschränkt. Die Laufzeit von Investments ist mittel- bis langfristig ausgelegt, das Risiko von Wertschwankungen liegt im mittleren Bereich.

Alternative Investments wie Rohstoffe, Crowd Investments, Hedgefonds oder Private Equity sind für Einsteiger kaum geeignet. Zwar bergen sie ein hohes Renditepotential, doch dem steht ein hohes Risiko von Wertschwankungen und Totalverlusten gegenüber. Für solche Geldanlagen sollten Sie sich nur entscheiden, wenn Sie mit der Materie bestens vertraut sind und bereits einige Erfahrungen mit Geldanlagen haben.

Wie finden Sie Ihre Anlageklasse?

Bei der Wahl Ihrer Anlageklasse sollten Sie auf drei Kriterien achten: die Sicherheit, die Verfügbarkeit und die Rendite spielen eine wichtige Rolle, damit Sie die Geldanlage finden, die optimal zu Ihnen passt. Welcher dieser Faktoren Ihnen besonders am Herzen liegt, hängt stark von Ihrer individuellen Einschätzung ab, so dass es kaum möglich ist, eine pauschale Empfehlung zu geben. Manche Anleger sind sehr an hoher Sicherheit interessiert und wollen täglich auf ihr Geld zugreifen. Andere Investoren entscheiden sich für eine höhere Rendite und sind bereit, ein überschaubares Risiko in Kauf zu nehmen.

Im Idealfall teilen Sie Ihr Portfolio auf verschiedene Anlageklassen auf. Empfehlenswert ist zum Beispiel eine Summe von zwei bis drei Monatseinkommen als Reserve bei finanziellen Engpässen, auf die Sie jederzeit zugreifen können. Dafür bietet sich ein Tagesgeldkonto an. Für den mittelfristigen Aufbau von Vermögen kommt hingegen eine Anlage in Fonds in Frage, hier gleichen sich Wertschwankungen über einen längeren Zeitraum gut aus. Eine größere Summe Geld werden Sie in einer eigenen Immobilie binden, dieser Sachwert ist vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau zu empfehlen.

Fazit: Anlageklassen sind hilfreich zur Orientierung

Um die Vielzahl an Finanzprodukten besser einordnen zu können, eignen sich Anlageklassen sehr gut. Sie helfen dabei, vergleichbare Investments zu finden, um Ihre Investitionen breiter zu streuen. Die Wahl Ihrer optimalen Anlageklasse hängt von Ihren individuellen Präferenzen ab. Am besten teilen Sie Ihre Investitionen auf mehrere Anlagen auf, um mit einem überschaubaren Risiko mittel- bis langfristig Schritt für Schritt Vermögen aufzubauen.

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