Die richtige Anlagestrategie

07.10.2019 | Update: 25.10.2019
Mit der richtigen Anlagestrategie erreichen Sie Ihre Anlageziele! Informieren Sie sich hier zu den verschiedenen Strategien und finden Sie die passende.

Die richtige Anlagestrategie finden

Viele Anleger stellen sich die Frage, wie sie ihr Vermögen mit einem überschaubaren Investment über einen längeren Zeitraum zuverlässig vermehren. Schnell steht dann das Stichwort der Anlagestrategie im Raum. Sie soll dazu verhelfen, ein Vermögen Schritt für Schritt aufzubauen. Doch eine Anlagestrategie ist nicht etwa das Geheimnis erfolgreicher Großinvestoren. Auch private Anleger profitieren davon, ihr Geld gezielt und überlegt zu investieren. Was also müssen Sie rund um die Anlagestrategie wissen? Und gibt es eine optimale Strategie?

Wie findet man die richtige Anlagestrategie?

Unter einer Anlagestrategie versteht man im Prinzip einen Plan, nach dem ein Investor seine Entscheidungen für ein Investment trifft. Es handelt sich also um den Schlüssel zu einem wachsenden Vermögen und um eine langfristige Vorgehensweise für den Handel mit Aktien, mit Aktien- und Indexfonds, mit Optionen und Anleihen und mit allen anderen Wertpapieren, mit denen Sie Vermögen aufbauen. Die Wahl der richtigen Anlagestrategie hängt vor allem von Ihren Zielen und von Ihrer Risikoeinstellung ab. Sie ist somit für jeden Anleger anders gestaltet, und jeder Investor wird eine Anlagestrategie nach seinen Wünschen auslegen und verändern.

Eine für jeden Anleger passende Strategie gibt es nicht, und es gibt auch keine perfekte Strategie, mit der Sie sicher ein großes Vermögen aufbauen. Wer sich nicht mit seinen individuellen Zielen und diversen Strategien beschäftigen möchte, kann natürlich trotzdem Geld in Fonds, Aktien, Anleihen und Co. investieren und solide Renditen erwirtschaften. Doch hinter einer Strategie steckt letztlich ein durchdachtes und geplantes Kauf- und Verkaufsverhalten am Markt, das zum Erfolg führen kann – ebenso wie der Verzicht auf theoretische Hintergründe und Vorgehensweisen. Ob Sie also einer Anlagestrategie folgen oder ob Sie „aus dem Bauch heraus“ investieren, bleibt Ihren persönlichen Präferenzen überlassen.

Was hat es mit dem aktiven und passiven Management auf sich?

Häufig hört man im Zusammenhang mit der optimalen Anlagestrategie die Begriffe „aktives“ und „passives“ Management. Darunter versteht man eine aktive oder eine passive Methode bei der Auswahl der Geldanlagen und der Zusammensetzung des Depots.

Bei einem aktiven Management setzen Sie Ihr Wissen gezielt ein, um mit Ihren Geldanlagen ein besseres Wachstum zu erzielen als der Markt. Sie wollen also gegenüber dem Markt einen Vorsprung für Ihr Investment erzielen. Als Anleger suchen Sie die Aktien heraus, die Sie aufgrund der Ihnen vorliegenden Informationen als besonders gewinnbringend einschätzen. Sie wählen den optimalen Zeitpunkt aus, um zu investieren und lassen sich dabei von der Entwicklung der Fonds und der Aktien leiten. Letztlich wollen Sie mit diesem Verhalten eine Überrendite erzielen, das bedeutet, Ihr Portfolio soll eine höhere Rendite erreichen als alle anderen Fonds am Markt. Ein professioneller Fondsmanager erhält für diese Tätigkeit übrigens sehr viel Geld. Er orientiert sich bei der Wahl seiner Wertpapiere im Portfolio meist an einem Vergleichsindex und betreibt ein sogenanntes Benchmark.

Entscheiden Sie sich für ein passives Management, verzichten Sie bewusst darauf, die vermeintlich besten und gewinnträchtigsten Wertpapiere in Ihr Portfolio aufzunehmen. Sie kümmern sich nicht um die Vorhersage der Kurse, und Sie warten auch nicht auf den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in ein Investment. Ihr Ziel ist es nicht, einen Vergleichsindex hinsichtlich der Rendite zu übertreffen. Vielmehr wollen Sie eine vergleichbare Rendite erreichen und dabei auch nur ein vergleichbares Risiko mit Ihrem Investment eingehen. Auch bei einem Fondsmanagement gibt es diese passive Variante. Fonds mit einem passiven Management sind meist etwas günstiger als aktiv gemanagte Fonds, weil die kostenintensive Betreuung durch einen Fondsmanager entfällt.

Was ist das Geheimnis hinter erfolgreichen Portfolios?

Wenn es so etwas wie einen Schlüssel oder einen Profi-Tipp für die Zusammensetzung eines durchdachten Portfolios gibt, dann lautet er wohl Diversifizierung. Darunter versteht man die Aufteilung des gesamten Investments auf verschiedenen Anlageklassen.

Durch eine Diversifizierung senken Sie Ihr Verlustrisiko und verteilen Ihr Vermögen auf risikoschwache Anlagen mit einer überschaubaren Rendite und auf renditestarke Investments mit einem höheren Risiko. Dabei berücksichtigen Sie die Marktrisiken und investieren dort, wo sich solide Wachstumschancen abzeichnen. Für den Aufbau des optimalen Portfolios sollten Sie Ihren individuellen Anlagetyp kennen. Sie sollten wissen, ob Sie eher sicherheitsorientiert sind oder ob Sie an renditestarken Investments teilhaben wollen.

Eine typische Diversifizierung kann zum Beispiel darin bestehen, zu gleichen Teilen in einen Aktienfonds mit höherer Rendite, in einen Geldmarktfonds mit kurzer Laufzeit und geringer Verzinsung und in einen stabilen Immobilienfonds zu investieren. Sie können Ihr Geld aber auch auf einen Mischfonds, einzelne Aktien oder eine Anleihe aufteilen. Letztlich geht es darum, Ihr Portfolio aus verschiedenen Modulen aufzubauen, die Ihren persönlichen Zielen und Ihrer Risikoeinstellung entsprechen.

Welche Anlagestrategien gibt es?

Im Prinzip gibt es eine ganze Menge Strategien, die zu erfolgreichem Wachstum des Portfolios führen sollen. Häufig genutzt werden zum Beispiel die Value-Strategie und die Growth-Strategie, aber auch die zyklische und die antizyklische Strategie, die Dividendenstrategie oder die Size-Strategie kommen oft zur Anwendung.

Die Growth-Strategie

Unter der Growth-Strategie versteht man zum Beispiel die Auswahl der Unternehmen anhand ihres Wachstums. Der Investor entscheidet sich bei der Growth-Strategie überwiegend für Firmen, die in der Zukunft vermutlich ein überdurchschnittlich hohes Wachstum erzielen werden. Diese Unternehmen haben häufig innovative Geschäftsideen für die Zukunft, so dass vielversprechende Aussichten vorhergesagt werden. Diese Erwartung muss nicht zwangsläufig auf den aktuellen Gewinnen basieren. Wer die Value-Strategie anwendet, sucht sich seine Unternehmen anhand der langfristig stabil erzielten Gewinne aus. Häufig handelt es sich um etablierte Firmen, die schon lange am Markt sind.

Die Buy-and-Hold Strategie

Bei der Buy-and-Hold Strategie werden Aktien nach ihrem Kauf langfristig gehalten, um so über einen langen Zeitraum am Erfolg des Unternehmens teilzuhaben. Damit ist die Wertentwicklung unabhängig von kurzfristigen Schwankungen der Märkte.

Die Dividendenstrategie

Bei der Dividendenstrategie orientiert sich der Anleger an der Höhe der Dividendenrendite und wählt seine Wertpapiere nur danach aus. Die Dividendenrendite ist definiert als das Verhältnis der ausgezahlten Dividende zum Aktienkurs.

Die Index Strategie

Unter der Index-Strategie versteht man die Investition in einen Index wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex DAX. Wer in einen oder mehrere Indizes investiert, nutzt dazu in der Regel die günstigen Exchange Traded Funds, die sogenannten ETFs. Durch ein Investment in Indizes ergibt sich eine breite Diversifizierung, so dass die Risiken einzelner Unternehmen sich kaum auf die Wertentwicklung durchschlagen.

Die anti- und die prozyklische Strategie

Die antizyklische und die prozyklische Strategie werden ebenfalls häufig empfohlen. Unter der prozyklischen Strategie versteht man Investitionen in Unternehmen, die bereits einen deutlichen Anstieg des Aktienkurses verzeichnen konnte. Sie investieren also „mit dem Strom“ und folgen dem Ansatz, dass das Wertpapier weiterhin Wachstumspotenzial hat. Ein der antizyklischen Strategie investieren Sie hingegen in Papiere, deren Kurs gerade fällt. Der Anleger geht in diesem Fall davon aus, dass die Aktie unterbewertet ist und bald wieder steigt.

Die Size Strategie

Wenn Sie nach der Size-Strategie investieren, suchen Sie sich Ihre Unternehmen anhand der Firmengröße aus. Sie investieren dann zum Beispiel ausschließlich in Firmen, die ein hohes Handelsvolumen oder ein geringes Volumen ausmachen. Bei einem solchen Investment müssen Sie allerdings mit Wertschwankungen rechnen und diese aushalten können.

Fazit: Die eine Anlagestrategie gibt es nicht

Welche Anlagestrategie Sie letztendlich verfolgen hängt selbstverständlich eng mit Ihren individuellen Anlagezielen und Ihren Eigenschaften hinsichtlich der Risikobereitschaft zusammen. Generell kann aber festgehalten werden, dass es wichtig ist, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Darüber hinaus hängt die richtige Anlagestrategie auch von der Summe ab, die Sie anlegen möchten und von der Länge der Geldanlage – ob Sie also lang- oder kurzfristig Geld anlegen.

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