Börse Berlin

Die Börse Berlin Aktiengesellschaft ist eine Berliner Regionalbörse, die schon 1685 gegründet wurde. Eigentümer ist heute die Berliner Wertpapierbörse e.V. als Trägergesellschaft.

Berliner Börse: Handel

An der Börse Berlin können Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs und ETCs gehandelt werden, des Weiteren gibt es einen Bereich für Sportwetten. Der elektronisch abgewickelte Handel findet per Equiduct Trading durch die EASDAQ NV statt, an der die Börse Berlin eine Beteiligung hält. Per HybridBook, VBBO (einem effizienten Ordermodell) und PartnerEx (einer Plattform für bilaterale Beziehungen) findet ein qualitativ hochwertiger Handel statt, der nicht nur regionale Unternehmen umfasst.

Organisation der Börse Berlin

An der Börse Berlin handeln rund 60 Kreditinstitute und 17 Finanzdienstleister, zwei Market Maker und fünf Skontroführer. Organisiert ist die Börse unter der Dachmarke “Börse Berlin”, die für die Aktiengesellschaft und den öffentlich-rechtlichen Teil der Börse zuständig ist. Zwischenzeitlich hatte es eine Fusion mit der Börse in Bremen gegeben, die 2007 wieder aufgelöst wurde. Ihren Sitz hat die Börse Berlin in Charlottenburg im Ludwig-Erhard-Haus.

Börse Berlin: Geschichte

Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ 1685 die Berliner Börse gründen, allerdings fand die erste Börsensitzung erst im Februar 1739 statt. Die Börse stand aber von Anfang an unter königlicher Aufsicht und war damit eine regulierte Börse (im Gegensatz zu anderen Börsenplätzen in Deutschland), ab 1803 trat eine Vereinigte Börsenkorporation als Träger auf. Dieser Korporation folgte ab 1820 eine Korporation der Kaufmannschaft. Bis 1944 hatte die Börse ihren Sitz in der Burgstraße, das Gebäude wurde 1944 ausgebombt. Ab 1922 berechneten die Experten der Berliner Börse den deutschen Aktienindex, dessen Daten vom Statistischen Reichsamt kamen und auf 300 repräsentativen Aktien basierten, die an der Börse Berlin gehandelt wurden. Insgesamt waren 1926 über 900 Aktiengesellschaften zum Handel zugelassen, deren Zahl infolge der Weltwirtschaftskrise und später des Krieges bis 1932 auf 659 und bis 1943 auf 450 Gesellschaften sank. Im Jahr 1943 stellte das Statistische Reichsamt die Kursermittlung ein. Ab 1950 nahm die Börse Berlin wieder ihre Tätigkeit auf, der amtliche Handel begann aber erst 1952. Ein neues Gebäude in der Fasanenstraße wurde 1955 eingeweiht, es folgten die technischen Neuerungen der Jahrzehnte ab 1960. Der Sender Freies Berlin übertrug ab 1965 vom Parkett der Börse, ab 1974 wurde der Handel computergestützt durchgeführt. 1987 starteten die beiden neuen Marktsegmente “Geregelter Markt” und “Freiverkehr”, freie Makler konnten fortan an der Berliner Börse besser agieren. Ab 2007 wurden der amtliche und der geregelte Markt im Zuge der Umsetzung der europäischen MiFID-Richtlinien für die Finanzmärkte zusammengeführt. Schon seit 1992 nutzen Makler an der Börse Berlin das elektronische System XONTRO für das professionelle Orderrouting. Neue Räume bezog die Börse Berlin 1996, sie zog ins Ludwig-Erhard-Haus nach Charlottenburg. Der Online-Auftritt der Börse Berlin folgte 1997, ab 2001 konnten auch private Anleger online Einblick in die Orderbücher nehmen. Der Service wurde bis 2008 angeboten. Heute ist die Börse Berlin ein bevorzugter Handelsplatz für ausländische Werte, darunter viele Aktien aus Osteuropa.

Autor
Thomas Schulz
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