Börse Düsseldorf

Die Börse Düsseldorf ist eine Regionalbörse, an der neben 14 Maklerfirmen über 70 Banken und Sparkassen handeln. Das Handelsangebot ist umfangreich strukturiert, weist aber kleinere Einschränkungen auf.

Handel an der Düsseldorfer Börse

Der Handel beschränkt sich auf Aktien, Anleihen, ETFs, ETCs und Investmentfonds, Derivate werden nicht gehandelt. Es gibt ein verbindliches Leistungsprogramm, das den Maklerhandel betrifft und durch eine hauseigene Handelsüberwachungsstelle verfolgt wird. Private Anleger können spreadlos DAX-Werte und courtagefrei Aktien bis 5.000 Euro handeln. Technisch läuft der Handel über Skontroführer und technische Systeme wie das Xontro-Börsenhandelssystem. Zwischen 08.00 – 20.00 h findet Parketthandel statt, online können private Kunden über das Handelssystem Quotrix zwischen 08.00 – 23.00 h Kurse verfolgen (jeweils börsentäglich). Der Mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf steht kapitalmarktfähigen Unternehmen mit mindestens einem BB-Rating ab 10 Millionen Euro offen. Auf dem Düsseldorfer Primärmarkt werden Wertpapiere regionaler Unternehmen gehandelt. Ein spezieller Index (NRW-Mix) erfasst die fünfzig größten NRW-Aktiengesellschaften außerhalb des DAX’.

Börse Düsseldorf: Organisation

Juristischer Träger der technischen Börse ist die Börse Düsseldorf AG (seit 2001, vormals ein Verein). Die Düsseldorfer Börse unterliegt der Kontrolle durch das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium und die BaFin. Sie arbeitet eng mit den Maklern der Schnigge Wertpapierhandelsbank und der Baader Bank zusammen. Seit 2006 trägt die Börse Düsseldorf ein TÜV-Zertifikat. In einem Besucherinformationszentrum können sich unter anderem Investment-Klubs, aber auch Schulklassen oder Azubis über die Börse informieren, auch bietet die Düsseldorfer Börse Messen, Seminare und Webinare an. Ein Quality Trader Clubs steht privaten Investoren offen.

Geschichte der Börse Düsseldorf

Börslich gehandelt nach heutigem Verständnis wurde in Düsseldorf seit Mitte des 16. Jahrhunderts, schon ab 1580 fand der Handel in speziellen Gebäuden statt. Ab 1853 gab es eine regelrechte Börse in Düsseldorf, deren Geschichte mit weiteren Handelsplätzen in Essen (Gründung der dortigen Börse 1865) und Köln (seit 1811 und neu ab 1873) verbunden ist. In Köln initiierte Napoleon zwar schon 1811 eine Börse, aber erst 1873 wurden dort Wertpapiere zugelassen. 1875 folgte die erste amtliche Düsseldorfer Börsenversammlung, der amtliche Charakter wurde ab 1884 durch die königliche Aufsicht unterstrichen. Gleichzeitig wuchs ab 1897 die Essener Börse durch Rohstoffwerte, während sich Köln ab 1898 auf Versicherungswerte spezialisierte. 1914 wurden die Börsen geschlossen, in Köln konnten die Geschäfte aber auf anderen Ebenen weiterlaufen. Nach dem Krieg eröffnete die Düsseldorfer Börse wieder, 1935 reduzierte das Reichswirtschaftsministerium die deutschen Börsenplätze. Düsseldorf übernahm die vormaligen Aufgaben von Essen und Köln. Im Zweiten Weltkrieg (1943) wurde sie ausgebombt, im April 1945 geschlossen und 1946 als Nachkriegsbörse neu eröffnet. Ab 1947 wurden wieder Wertpapiere gehandelt. Seither wuchs die Düsseldorfer Börse zu ihrer heutigen Bedeutung und war 1973 sogar die umsatzstärkste deutsche Börse mit 35 % Marktanteil im Effektengeschäft. Die Novelle des Börsengesetzes im Jahr 1998 führte zur elektronischen Vernetzung der deutschen Börsenhandelsplätze, von der auch die Marktteilnehmer an der Düsseldorfer Börse profitierten. Am 01.01.2001 wurde der Träger der Düsseldorfer Börse – vormals ein Verein – zur “Börse Düsseldorf AG” umgewandelt. Der Handel an der Börse Düsseldorf ist seit den 2000er Jahren leicht rückläufig, was am mangelnden Derivateangebot liegen dürfte.

Autor
Thomas Schulz
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