Börse München

Börse München

Die Börse München mit Sitz am Karolinenplatz wurde 1830 gegründet. Der Handel umfasst Aktien, Rentenpapiere, Investmentfonds, ETFs und ETCs. Es ist die Heimatbörse verschiedener DAX-Unternehmen wie BMW, Munich Re, Allianz, Infineon, Siemens, MAN und Linde.

Börse München: Handel

Die Kursfeststellung an der Börse München erfolgt durch Abgleich mit dem Referenzmarkt (umsatzstärkster Markt oder Heimatmarkt des Unternehmens), sodass jeweils die besten Kurse gestellt werden. Das bedeutet: Die Aktien eines Unternehmens wie der Deutschen Bank werden mit Xetra abgeglichen, bei der spanischen Telefonica kommt die Referenz von der Madrider Börse, für das US-Unternehmen Dell von der NASDAQ. Die Börse München stellt bei engen Spreads sicher, dass Orders so gut wie am Referenzmarkt ausgeführt werden. Das Handelssystem MAX-ONE ist das eigene vollelektronische Handelssystem der Börse München, es führt die Orders automatisch und per Hedging gegeneinander aus. Dennoch können die Skontroführer, die heute Spezialisten heißen, nach wie vor korrigierend eingreifen. Auch damit wird Best Execution garantiert. Der jüngste Releasewechsel auf den Nachfolger MAX-ONE 2.0 erfolgte erst im Juli 2015. Wertpapierhandelsbanken stellen an der Börse München ebenso wie an der NYSE die umfassende Liquidität und die Vollausführungen der Orders sicher, sie ermitteln den besten Preis rund um den Globus und garantieren die schnelle Orderausführung auch in dünnen Märkten von wenig gehandelten Papieren.

Organisation der Börse München

Der privatrechtlichen Träger der Börse München ist die Bayerische Börse Aktiengesellschaft, die öffentlich-rechtliche Aufgaben wahrnimmt. Sie führt gleichzeitig das Engagement der Emittenten, Kreditinstitute, Finanzdienstleister und Skontroführer zusammen. Auf diese Weise können Kunden und Marktteilnehmer Einfluss auf wichtige strategische Entscheidungen nehmen. Über die Plattform mandato gewährt die Bayerische Börse institutionellen Investoren die nötige Unterstützung. Das können beispielsweise Stiftungen sein, die einen geeigneten Asset Manager suchen. Die Börse München ist wie die BÖAG (Börsen Hamburg und Hannover) am Zweitmarkt für geschlossene Fonds beteiligt.

Börse München: Geschichte

Im Jahr 1830 nahmen Münchner Kaufleute in der „Kaufmannsstube“ einen geregelten Wertpapierhandel auf. Initiiert wurde die Entwicklung durch die industrielle Revolution, bei der Bayern eine führende Rolle einnahm: Die erste deutsche Eisenbahnlinie führte 1835 vom bayerischen Nürnberg nach Fürth. Alsbald wurde das Bahnnetz landesweit ausgebaut, es siedelten sich zunehmend Industrieunternehmen an und suchten Kapital, das sie über die Münchner Börse aufnehmen konnten, die zunächst unreguliert im Rahmen der Kaufmannsstube den Handel der Wertpapiere bündelte. 1869 gründeten Kaufleute schließlich den Münchner Handelsverein. Dieser wurde der Träger der vormaligen Kaufmannsstube, stellte ihren öffentlich-rechtlichen Betrieb sicher und verlieh ihr den Status einer anerkannten Börse. Von 1914 bis 1918 schloss die Börse, 1935 wurde sie mit der Börse in Augsburg zwangsfusioniert. Es gab bis 1945 nur eine sehr kurze Unterbrechung des Betriebes zwischen April bis August ‘45. Es folgte ein weiterer Aufschwung, verbunden mit lokalen Veränderungen (Umzug), bis schließlich im Jahr 2000 die Bayerische Börse eine neue Struktur erhielt. Die jetzt als Träger fungierende Bayerische Börse AG hat nur einen Aktionär, den Münchner Handelsverein.

Autor
Thomas Schulz
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