Börse Stuttgart

Die Börse Stuttgart wurde 1860 gegründet, hier können Anleger Aktien, Anleihen, ETFs, Genussscheine und Fonds handeln. Die Euwax ist ein Sektor der Börse Stuttgart für den Handel von derivaten Anlageprodukten.

Börse Stuttgart: Handel

An der Börse Stuttgart werden etwa 35 % des deutschen Parketthandels umgesetzt, damit ist es in dieser Hinsicht die zweitgrößte deutsche Börse (nach Frankfurt). In Europa rangiert Stuttgart auf Platz 10 (FESE-Statistik). Das jährliche Volumen erreicht im Jahr 2015 eine Größenordnung zwischen 90 bis 95 Milliarden Euro. Die Börsenaufsicht hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg inne, davon unabhängig werden alle deutschen Börsenplätze von der BaFin überwacht. Die Handelssegmente sind:

  • Euwax: Plattform für Derivate (Optionsscheine, Anlagezertifikate, Aktienanleihen, Hebel-Zertifikate und exotische Produkte)
  • 4x: ausländische Aktien
  • Bondx: spezielles Segment für Anleihen
  • Ifx: Segment für aktiv gemanagte Fonds
  • ETF Bestx: ETF-Handel unter der Beteiligung von offiziellen Market-Makern
  • Bondm: Anleihenhandel auch für mittelständische Unternehmen, die als Emittenten eigener Anleihen mit Volumina bis zu 150 Millionen Euro

Organisation der Börse Stuttgart

Die Börse agiert unter dem Dach der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., die laut Satzung den Finanzplatz Stuttgart und die Börse entwickeln soll. Zur Vereinigung gehören Tochtergesellschaften für den technischen und personellen Betrieb. Die eigentliche Börse als Rechtsträger ist die Baden-Württembergische Wertpapierbörse als Tochter der Vereinigung, eine weitere Tochter ist die Boerse Stuttgart Holding GmbH. Diese steuert eigene Tochtergesellschaften: Die Informationstechnologie betreibt die Boerse Stuttgart, für die Optimierung der Orderausführung ist die Euwax AG zuständig, die gleichzeitig als Market Maker (Quality-Liquidity-Provider) auftritt.

Geschichte der Börse Stuttgart

1860 gründete sich ein örtlicher Industrie-Börsenverein für Textilkaufleute, am 11.02.1861 wurde der Stuttgarter Börsenverein gegründet. Damit gab es eine Wertpapierbörse für die damals gängigen Anlagearten (vorrangig Aktien), aus der die heutige Börse Stuttgart hervorging. Während des Zweiten Weltkrieges ruhten die Geschäfte, sie wurden am 01.03.1950 wieder aufgenommen. Seit dem 01.12.1974 wickelt man die Börsengeschäfte in Stuttgart (auch) elektronisch ab. Das Handelssegment Euwax gibt es seit 1999. Die Entwicklung der Börse Stuttgart und der Euwax führte dazu, dass sich hier ein deutscher Schwerpunkt für den Derivatehandel befindet. An der Börse Stuttgart sind alle börslich gehandelten Derivate mit Realtime-Kursfeststellung zu finden. Das betrifft ausdrücklich nicht den CFD-Handel oder den Handel mit Binären Optionen, diese Derivate werden außerbörslich gehandelt (OTC über den jeweiligen Broker). Sämtliche Arten von Optionen und Knock-outs hingegen können über das Portal der Börse Stuttgart gefunden werden. Die Orderplatzierung erfolgt über einen Broker, der nach der Buchung die Order an die Börse Stuttgart weitergibt (wenn der Trader das wählt), wo sie sicher platziert ist. Wenn also die Internetverbindung oder der Broker ausfallen, kann sich der Trader dennoch auf die Orderausführung verlassen.

Zur Homepage der Börse Stuttgart

 

Autor
Thomas Schulz
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