Devisenhandel – Forex Trading

Unter Forex – auch als Foreign Exchange bezeichnet – versteht man den Handel mit Fremdwährungen. Wenn man ins Ausland reist und die eigene Währung gegen die Fremdwährung tauscht, muss man abhängig von beiden Kursen viel oder wenig von der eigenen Währung aufwenden. Aus dem geschickten Tausch können Gewinne entstehen, die den Handel mit Fremdwährungen als äußerst lukrativ erscheinen lassen. Was also muss man über den Foreign Exchange wissen, und wie läuft er in der Praxis ab?

Forex: Währungstausch als fester Urlaubsbestandteil

Vor der Einführung des Euro war der Umtausch von Währungen für jeden Urlaub im europäischen Ausland erforderlich. Die Deutsche Mark wurde zum Bezahlen innerhalb Deutschlands verwendet, allenfalls in wenigen anderen Ländern wurde sie als stabile Währung im Einzelfall akzeptiert. Wollte man nach Italien reisen, musste man vor dem Reisebeginn oder spätestens bei Ankunft am Urlaubsort deutsche Mark in italienische Lire tauschen. Als Anhaltspunkt galt, dass der Tausch in Italien günstiger ist, weil man eine größere Summe an Lire für die gleiche Summe in deutschen Mark erhielt als bei einem Tausch in Deutschland. Zurück aus dem Urlaub, hat man die verbleibenden Lire wieder in deutsche Mark getauscht, wobei die Maßgabe galt, dass dieser Rücktausch meist mit einem Verlustgeschäft verbunden war. Doch schon zum damaligen Zeitpunkt war klar, dass der Tausch von Währungen ein Gewinn- und Verlustgeschäft sein kann. Ebenso war offensichtlich, dass es starke und schwache Währungen gab. Natürlich mussten Währungen nicht nur bei Reisen innerhalb Europas getauscht werden. Insbesondere für Urlaube in den USA, in Asien oder auf allen anderen Kontinenten war der Kauf und Verkauf von Devisen erforderlich, um vor Ort mit Bargeld in der einheimischen Währung bezahlen zu können. Damit war die Grundlage für den modernen Foreign Exchange gelegt.

Foreign Exchange als lukratives Investment

Heute gilt der Handel mit Fremdwährungen als gewinnträchtige Investition, wenn man Geld nicht als Tages- oder Festgeld anlegen will, sondern eine höhere Rendite erwirtschaften will. Der Tausch von Euro in US-Dollar, in Schweizer Franken oder in Britische Pfund ist ein Beispiel für den Handel mit Devisen. Durch den sich ständig ändernden Kurs aller Währungen entsteht ein beweglicher Markt, an dem durch den Handel mit größeren Summen lukrative Gewinne zu erwirtschaften sind. Ausschlaggebend für die Gewinne oder Verluste ist der aktuelle Wechselkurs. Der Wechselkurs ist der Kurs, zu dem eine Währung in eine andere getauscht wird. Wird eine bestimmte Währung in hohem Maße nachgefragt, steigt ihr Wert. Wichtig zu wissen ist, dass natürlich nicht nur Urlaubsreisende Fremdwährungen nachfragen. Vielmehr investieren Banken, Versicherungen und andere institutionelle Anleger im großen Stil in Fremdwährungen und nehmen dadurch Einfluss auf den geltenden Kurs.

Ein Beispiel mag verdeutlichen, wie der Foreign Exchange in der Praxis funktioniert: Bei einer Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika wird man Euro in US-Dollar tauschen. Beim Umtausch bekommt man für einen Euro einen Gegenwert von 1,40 USD. Tauscht man nun 500 Euro um, erhält man dafür 700 USD. Bei der Rückkehr von der Reise bleiben 250 USD übrig, diese werden in Euro zurückgetauscht. Der Kurs des Euro hat sich in der Zwischenzeit geändert, nun kostet ein Euro nur noch 1,30 USD. Tauscht man 250 USD zu diesem Wert zurück in Euro, erhält man dafür rund 190 Euro. Wäre der alte Kurs noch gültig, hätte man nur 180 Euro zurückbekommen. Durch die Tatsache, dass man beim Rücktausch nur noch 1,30 USD für einen Euro aufwenden muss, macht man einen Gewinn. Beim professionellen Handel mit Devisen werden solche Änderungen der Wechselkurse genutzt, um dadurch Gewinne im großen Stil zu realisieren.

So läuft der Devisenhandel in der Praxis

Heute wird der Handel mit Fremdwährungen in der Regel über sogenannte Onlinebroker im Internet abgewickelt. Sie erlauben den Handel rund um die Uhr zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt. Der Markt der Onlinebroker ist in den letzten Jahren sehr gewachsen. In der Anfangszeit haftete dem Handel an den Onlinemärkten im großen Stil – auch als Trading bezeichnet – ein zweideutiges Image an. Die Anbieter waren noch nicht etabliert, ihre Dienstleistungen konnten vor allem von Einsteigern nur schwer beurteilt werden, professionelles Trading galt als spekulativ und wenig ehrenwert.

Heute hat sich das Bild teilweise verändert. Sofern man sich für einen seriösen und etablierten Onlinebroker entscheidet, können auch Einsteige den Weg auf das Handelsparkett wagen. Einen herausragenden Broker erkennt man an einem vielfältigen Angebot, das neben dem Handel mit Devisen noch andere Assetklassen abdecken sollte. Neben den gängigen Devisen wie Euro, US-Dollar, Britische Pfund, Schweizer Franken und Kanadische Dollar sollten weitere Devisenhandelspaare vorhanden sein. Ein seriöser Broker muss eine Dependance und eine Hotline in Deutschland vorhalten. Im Idealfall unterwirft er sich außerdem der Regulierung durch die deutschen Finanzaufsichtsbehörden. Für Einsteiger empfiehlt sich die Bereitstellung von Informationsmaterialien und einer kostenfreien Demoversion für eine ebenso kostenlose und nutzerfreundliche Handelssoftware. Ist der Onlinebroker dann noch von unabhängiger Stelle im Test ausgezeichnet, kann man auch als Einsteiger die ersten Schritte auf dem Handelsparkett wagen.

Autor
Thomas Schulz
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