Die Börse – wie der Einstieg gelingt

24.09.2019 | Update: 07.11.2019
In den Handel an der Börse einzusteigen ist eine große Hürde für viele Privatanleger - doch der Einsteig lohnt sich!

Die Börse ist für viele noch immer ein ungreifbarer und komplexer Markt, der nur den Wohlhabenden und Unternehmern Möglichkeit für die Vergrößerung des Kapitals bietet – doch das ist nicht so. Die Börse als eine der wichtigsten Geldanlagen bietet auch privaten Anlegern die Möglichkeit, große oder kleinere Investitionen zu tätigen und das eigene Vermögen dadurch zu vergrößern. Damit Ihnen der Einstieg an der Börse leicht fällt und Sie mit einem fundierten Wissen Ihre Geldanlage eigenständig angehen können, halten wir in diesem Artikel alle Informationen und Tipps rund um die Börse für Sie bereit.

Wie die Börse funktioniert

Wenn Sie schon einmal auf einem Wochenmarkt waren, sind Sie (wenn auch nur unterbewusst) bereits mit der grundlegenden Funktionsweise der Börse vertraut. Denn auch an der Börse kommen Käufer und Verkäufer zusammen und die Preise für gehandelte Wertpapiere werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Allerdings gibt es an der Börse keine festgelegten Rollen: Jeder kann Käufer und Verkäufer sein.

An der Börse handeln

Anders als auf dem Wochenmarkt ist an der Börse nicht festgelegt, wer Käufer und wer Verkäufer ist: Jeder kann kaufen und verkaufen. Allerdings treten sich die Handelspartner bei einem Handel nicht direkt gegenüber: Der Handel von Aktien und anderen Wertpapieren findet an der Börse virtuell statt. Dabei wechselt ein Wertpapier nicht mehr in physischer Form seinen Besitzer, sondern es wird aus dem einen Depot ausgebucht und einem anderen gutgeschrieben. Im Austausch wird Ersterem der Kaufpreis gutgeschrieben, den der Erwerber bezahlt hat.

Doch welche Aufgabe übernimmt die Börse hierbei? Die Börse als Tauschplatz für Investoren ist dafür zuständig, dass für die Tauschgeschäfte ein fairer Preis festgelegt wird. Diese Preisregulierung findet allein durch Angebot und Nachfrage statt und ist daher für alle Investoren transparent.

Die Vorteile der Börse

Ein Handel kann natürlich auch außerbörslich stattfinden. Dieser Handel nennt sich OTC (Over The Counter). Beim Handel außerhalb der Börse können die Investoren die Konditionen eines Handels selbst festlegen. Der Vorteil des Handelns an der Börse ist der, dass die Preise absolut transparent und für alle Käufer nachvollziehbar entstehen. Außerdem sind alle Geschäftstransaktionen standardisiert und reguliert, um Betrüge auszuschließen und Börsenteilnehmern faire Preise zu bieten.

Die hohe Standardisierung an der Börse lässt einen niedrigen Preis für Transaktionen zu. Täglich finden millionenfach standardisierte Handel statt, die dadurch deutlich kostengünstiger sind: Denn wenn jeder Käufer selbst vor einer Transaktion einen möglichen Verkäufer suchen müsste, wäre der Kostenaufwand deutlich höher.

Alle Unternehmen, die in der deutschen Börse gelistet sind, sind außerdem vierteljährlich dazu verpflichtet, ihre Unternehmenszahlen offenzulegen. Das sorgt ebenfalls für eine hohe Transparenz auf dem Markt.

Unternehmen an der Börse

Neben Investoren sind auch Unternehmen wichtige Handelsteilnehmer an der Börse. Um das Eigenkapital zu stärken, können Unternehmen an der Börse Aktien an Investoren verkaufen. Bei diesem Handel erhält der Investor durch die Aktien einen Anteil an der Firma und unterstützt diese durch den Kauf der Aktien finanziell. Alle AGs (Aktiengesellschaften) können, sofern sie in der Börse gelistet sind, darüber handeln und die Börse so als Finanzierungsmittel nutzen.

Börsen sind in den meisten Fällen selbst Aktiengesellschaften, deren Aktien ebenfalls an der Börse gehandelt werden. Die Deutsche Börse AG als die Börse mit den meisten Börsenplätzen in Deutschland ist selbst als Unternehmen am DAX gelistet. Finanziert wird eine Börse durch die Provisionen, die bei jeder Transaktion von Investoren an der Börse gezahlt werden. Diese Provision nennt sich auch Börsenkommission.

Den Einstieg an die Börse wagen

Noch immer schrecken viele Privatanleger davor zurück, den Schritt an die Börse zu wagen. Anlagen, die über das Giro- oder Sparkonto hinausgehen, sind vielen Personen nicht vertraut, es mangelt oft an notwendigem Wissen über die wichtigsten Grundlagen der Geldanlage und auch die Angst vor dem Risiko hindert viele daran, ihr Geld in Aktien oder Fonds zu investieren. Dabei entgehen einem jedoch hohe Gewinnmöglichkeiten, da besonders Aktieninvestments im Vergleich zu verzinsten Sparanlagen langfristig die höchsten Renditen erzielen. Außerdem ist auch der Irrglaube, die Börse sei nur für Unternehmen und Profis oder eine sehr wohlhabende Personengruppe der richtige Handelsplatz.

Wer sich entscheidet, in den Handel an der Börse einzusteigen, sollte sich im Vorhinein über das eigene Anlageziel, die Anlagestrategie und die Anlageklasse im Klaren sein, um ein gewinnbringendes Portfolio erstellen zu können. Eine weitere Voraussetzung für den Handel an der Börse ist die Führung eines Depotkontos mit zugehörigem Verrechnungskonto. Über das Depot werden Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Optionsscheine oder ETFs verwaltet, gekauft und verkauft. Auch die Depotkosten sind dafür ausschlaggebend, wie hoch die Rendite am Ende ausfällt, weshalb ein ausführlicher Depotkontovergleich sinnvoll ist.

Unterschiede: Anlageprodukte an der Bank und an der Börse

Die Geldanlage bei der Bank zählt noch immer zu den beliebtesten Anlagemethoden. Das liegt an der hohen Sicherheit, die Spar- und Tagesgeldkontos Anlegern bieten: Aufgrund des europäischen Einlagesicherungsfonds sind Bankeinlagen dort bis zu 100.000 Euro abgesichert. Wer Geld in Unternehmen an der Börse investiert, geht dabei hingegen ein gewisses Risiko ein. Wird das Unternehmen zahlungsunfähig, ist es möglich, dass Investoren von ihrem Kapital nichts wiedersehen. Die geringere Sicherheit geht jedoch mit dem großen Vorteil einher, dass an der Börse deutlich höhere Zinsen und Renditen aufgrund der Gewinne aus Kurssteigerungen oder Dividenden erzielt werden.

Verschiede Anlageprodukte: Wo investieren?

Die Auswahl an Anlageprodukten an der Börse ist groß. Sie lassen sich unterteilen in Fonds, Aktien, Anleihen, ETFs und Hebelprodukte. ETFs, auch Indexfonds, werden Einsteigern oft empfohlen, da sie nicht von Managern verwaltet werden, sondern sich an einem Aktienindex orientieren (wie beispielsweise dem DAX). Wer in Indexfonds investiert, ist deshalb von der Gesamtentwicklung des Marktes betroffen – profitiert also von einer positiven Entwicklung des Markts. Da ETFs nicht von einem Manager, sondern passiv verwaltet werden, sind sie außerdem kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Soll die Durchschnittsrendite des Marktes übertroffen werden, kann in einen aktiv gemanagten Fonds investiert werden. Dieser wird von einem Fondsmanager verwaltet und je nach Kapitalanlage des Investmentfonds wird er als Immobilienfonds, Aktienfonds oder Mischfonds bezeichnet.

Die Trading Strategien von sogenannten Hebelprodukten wie Derivaten, Optionen und Zertifikaten ist dahingegen eher für diejenigen vorbehalten, die sehr risikofreudig an die eigene Geldanlage herangehen. Hier können die Renditen zwar hoch ausfallen, allerdings sind diese Anlageklassen die am wenigsten sichersten und führen schnell zum Verlust des investierten Vermögens.

Wie viel Geld sollte investiert werden?

Auf die Frage, wie viel Geld an der Börse investiert werden soll, gibt es keine pauschale Antwort. Wer viel Kapital hat und auf einen Großteil davon länger keinen Zugriff benötigt, tut gut daran, eine hohe Summe anzulegen: Denn je höher der angelegte Betrag, umso besser. Das gilt insbesondere bei der Investition in Aktien, da es hier keine Anlagegrenze gibt. Durch einen hohen Anlagebetrag fallen jedoch auch die Ordergebühren und die Kosten für das Depot weniger stark ins Gewicht. Jede Order, die getätigt wird, verlangt eine Gebühr, die die Börse als Provision erhält.

Es sollten deshalb nicht weniger als 1.000 € angelegt werden, da sonst die Kosten für die Kontoführung und die einzelnen Transaktionen verhältnismäßig zu hoch sind und die Rendite deutlich schmälern. Zwar bei Aktien keine Mindesthöhe des Investments, es empfiehlt sich aber, nicht zu wenig anzulegen.

Geringere Beträge investieren

Wenn Sie weniger Kapital zur Verfügung haben, ist ein Sparplan die passendere Geldanlage an der Börse. So können Sie auch schon mit Beträgen unter 1.000 Euro eine gute Rendite erzielen und in Fonds, ETFs und Aktien investieren. Dabei können Sie monatlich oder in größeren Zeitabständen kleinere Beträge ab 10 Euro einzahlen und sich langsam ein Vermögen aufbauen. Da die Beträge sich über einen längeren Zeitabschnitt verteilen, werden die Anteile stets zu einem Durchschnittspreis erworben – also weder zum günstigsten, noch zum teuersten Preis. Dieses Phänomen wird Cost-Average-Effekt genannt.

Mit einem Sparplan können Privatanleger ihr Geld also nach und nach anlegen und sich somit ebenfalls ein hohes Vermögen aufbauen. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, das eigene Kapital an der Börse zu investieren und eine hohe Rendite zu erzielen. Wer sich ein fundiertes Grundwissen über die Anlageprodukte aneignet, baut damit ein stabiles Gerüst für die selbstständige und erfolgreiche Geldanlage.

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