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Methoden der Geldanlage: Was bringt passives Investieren?

Passives Investieren bedeutet, nicht einzelne Assets ständig zu kaufen und verkaufen, sondern eher auf ganze Märkte zu setzen. Die Investition in einen kompletten Index wäre beispielsweise passives Investieren, aber es geht noch besser. Welche Vorteile bringt das und was sollten Anleger beachten?
Methoden der Geldanlage: Was bringt passives Investieren
Methoden der Geldanlage: Was bringt passives Investieren?

Methoden der Geldanlage: Was bringt passives InvestierenMethoden der Geldanlage: Was bringt passives Investieren © ALotOfPeople / iStock
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Vorteile durch passives Investieren

Es gibt zwei grundlegende Vorteile für passive Investoren. Vor allem der erste erschließt sich eher für erfahrene Anleger, die schon gelernt haben, wie viel Zeit die Marktbeobachtung kosten kann – auch ohne ein positives Ergebnis:

  • Passives Investieren heißt grundsätzlich “laufen lassen”. Das entlastet die Anleger von der Marktbeobachtung und kann profitabler sein als ständige Eingriffe
  • Langfristig gesehen schneiden Aktienindizes relativ gut ab, selbst wenn sie zwischenzeitliche Crashs durchlaufen. Das spricht für passives Investieren. Fonds etwa mit dieser Strategie erwirtschaften in manchen Jahren Renditen über 100 %

Für Personen, die Daytrading oder gar Scalping reizvoll finden, ist passives Investieren selten die richtige Strategie. Sie können sich einfach nicht damit abfinden, einen Wert, der heute schon im Gewinn steht, mit einem Stopp leicht im Verlust zu versehen, um künftige Rückschläge aussitzen zu können. Doch das gehört zum passiven Investieren dazu.

Worauf müssen passive Anleger achten?

Neben der Geduld bei der Anlage gehört zwingend Diversifikation (Streuung) zum passiven Investieren. Der einfachste Weg wäre also, einen Index zu kaufen, was auch über ein Zertifikat möglich ist. Wenn ein Investor im Jahr 2017 auf den deutschen Markt und seine Blue Chips setzt, könnte er einfach einen endlos laufenden CFD oder Knock-out auf den Dax kaufen und diesen für einige Jahre nicht mehr anschauen. Die Rendite kann beträchtlich ausfallen, denn diese Hebelzertifikate erwirtschaften bei positiver Entwicklung Gewinne im dreistelligen Prozentbereich. Ein Knock-out auf den Dax zum Preis von rund fünf Euro, im Dezember 2016 gekauft, läge Ende Februar beim Preis von 17 Euro (Entwicklung auf ~340 % in einem Quartal). Das Problem dabei: Der Anleger braucht Nerven. Der Schein liegt zwischenzeitlich immer wieder um 20 oder 80 % im Gewinn, was die Versuchung impliziert, ihn zu verkaufen. Wenn der Schein dann im Kurs unter seinen Kaufpreis sinkt, entsteht noch viel mehr das Motiv, doch Gewinne nur nicht ausfallen zu lassen! Doch passive Investoren fassen den Schein nicht an, sie vertrauen auf die langfristige Entwicklung. Um nun ihre Anlage zu optimieren, diversifizieren sie in der Regel etwas anders als der Dax, weil sie sehen, dass sich die Blue Chips höchst unterschiedlich entwickeln. Fonds und ETFs werden so konstruiert.

Strategien der Diversifikation

Es kann sich lohnen, auf Aktien eines Segments (Banken, Energie, Automobilwirtschaft) zu setzen und dabei Blue Chips verschiedener Indizes auszuwählen – also beispielsweise die Bankenaktien des Dax30, CAC40, FTSE100 und IBEX35. Auch eine Wahl nach Regionen ist möglich oder die Koppelung von beidem. Manche Fonds setzen auf Edelmetalle, andere auf globale Rohstoffe. Bei den Strategien für die Diversifikation sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Viele Fonds mit solchen Strategien schneiden deutlich besser als die Leitindizes ab.

Bewertung passiver Geldanlagen

Fonds als Klassiker der passiven Geldanlage werden mithilfe von Benchmarks bewertet, die in der Regel ein Index abbildet. Wenn die Fonds-Performance über der des Index’ liegt, hat sich offenbar das passive Investieren gelohnt. Doch diese Betrachtung dient dem Marketing, darüber hinaus ist das Ergebnis aus diesem Blickwinkel bezüglich der Fonds oft dürftig. Eine US-amerikanische Untersuchung aus dem Jahr 2016 stellte fest, dass 99 % aller Fonds ihren Heimatindex gerade nicht übertreffen konnten – jedenfalls nicht auf Sicht von zehn Jahren. Andere Untersuchungen aus der Schweiz bescheinigen 75 % der dortigen Fonds ein schlechteres Ergebnis als dem SMI (Schweizer Leitindex). Daher etabliert sich in jüngster Zeit die Auffassung, dass passive Investoren ruhig auf die Indizes setzen sollten. Die Idee eines CFDs oder Knock-outs auf den Dax ist daher vielleicht gar nicht so abwegig.

 
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