Die Funktionsweise vom Optionshandel und Optionsscheinen

Vereinfacht gesagt, erwirbt ein Anleger mit einer Option das Recht zum Kauf oder Verkauf eines bestimmten Gutes zu einem vereinbarten Preis in der Zukunft. Am Ende der vereinbarten Laufzeit bestimmt der Optionsscheininhaber, ob der dieses Gut zu dem vereinbarten Preis kauft bzw. verkauft oder die Option verfallen lässt.

So funktionieren ein Optionsschein

Wie bei jedem Geschäft gibt es im Optionshandel einen Käufer – heißt Kaufoption oder Calloption genannt – und einen Verkäufer – heißt Verkaufsoption oder auch Putoption genannt.

Die Kaufoption

Eine Kaufoption (Call-Option) ist das Recht – Option – ein bestimmtes Gut zu einem späteren Zeitpunkt zu dem jetzt im Voraus vereinbarten Preis zu kaufen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man die Pflicht hat die Sache auch letztendlich kaufen zu müssen. Dabei wird auch noch unterschieden, ob es sich um eine europäische oder amerikanische Option handelt. Bei einer europäischen Option hat der Käufer Recht die Sache zum Ende der vereinbarten Laufzeit zu kaufen. Bei einer amerikanischen Option kann der Käufer sein Kaufrecht zu jeder Zeit ausüben. In der Regel wird der Käufer in beiden Fällen Kaufrecht nur ausüben, wenn der Preis der Sache über dem Optionspreis liegt. (zum Beispiel liegt Ausübungspreis der Sache bei 1 € und der Wert der Sache liegt bei 1,50 €)

Die Verkaufsoption

Bei einer Verkaufsoption (Put-Option) hat der Inhaber das Recht an seine Sache zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Im Gegensazt zur Kaufoption ist der Verkäufer verpflichtet am Ende die Sache zum vereinbarten Basiswert zu verkaufen. Dafür erhält er in jedem Fall die vom Käufer gezahlte Optionsprämie. Es wird auch bei einer Verkaufsoption nach europäischem und amerikanischem System unterschieden. Bei der europäischen Verkaufsoption ist der Ausübungszeitpunkt das Ende der vereinbarten Laufzeit. Bei der amerikanischen Option kann jederzeit in der vorab vereinbarten Laufzeit die Option ausgeübt werden. In vielen Fällen wird die gehandelte Sache nicht geliefert, sonders stattdessen findet ein Barausgleich statt. Das heißt, dass die Differenz vom Preis der Sache zu Ausübungspreis ausgeglichen wird.

Optionen: Diese Basiswerte werden gehandelt

Optionen können ganz unterschiedlicher Art sein. Während sie sich im Beispiel auf den Kauf eines Sachguts bezog, werden sie sich beim Handel mit Wertpapieren häufig auf Aktien beziehen. Dann besteht die Option darin, den Kauf oder Verkauf einer Aktie auszuüben. Doch auch andere Basiswerte eignen sich zum optionalen Kauf oder Verkauf. Dieser Basiswert wird als „Underlying“ bezeichnet.

  • Anleihen
  • Getreide
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Währungen
  • Swaps
  • Nahrungsmittel
  • Exchange Trading Funds (ETF)
  • elektrische Energie

Die Basiswerte sind durchaus vielfältig, denn auch Indizes können als Basiswert fungieren. Solche Indizes sind zum Beispiel der Deutsche Aktienindex DAX, der S&P 500 oder die US-amerikanische Nasdaq 100. Auch Währungen sind als variantenreiche Optionen zu handeln. Zur Absicherung von Währungsrisiken kommen Optionen häufig zum Einsatz. Selbst auf Nahrungsmittel oder Rohstoffe, auch elektrische Energie oder auf Anleihen können Optionen gehalten werden. Letztlich sind dem Handel mit Optionen also kaum Grenzen gesetzt, solange die Basiswerte an liquiden Märkten gehandelt werden. Kann eine Option nicht an einem liquiden Markt gekauft und verkauft werden, kommt der Handel über die Börse dafür nicht in Frage. In diesem Fall greift der außerbörsliche Handel über eine Investmentbank.

Vorteile und Nachteile vom Optionshandel

Wie jedes Handelspapier haben auch Optionen Vor- und Nachteile. Der vielleicht größte Vorteil besteht in dem Handel zu einem reduzierten Kapitaleinsatz. Durch den Kauf einer Option erwirbt man nämlich nicht die Aktie oder den Basiswert selbst, sondern nur das Recht auf einen späteren Kauf oder Verkauf. Als Käufer muss man deshalb nur den Preis für die Option zahlen, nicht aber den Preis für den Basiswert. Will man also das Recht auf 100 VW-Aktien erwerben, muss man nicht den Preis für 100 VW-Aktien zahlen, sondern lediglich die Option erwerben, 100 VW-Aktien zu einem bestimmten Preis zu erwerben. Dadurch bleibt der Kapitalaufwand für die Option überschaubar. Gleichzeitig ergibt sich aus diesem Vorteil ein erheblicher Hebeleffekt, denn jeder Anstieg des Basispreises führt zu einem höheren Anstieg der Option. Da vor allem Aktien nach oben hin in ihrer Wertentwicklung kaum begrenzt sind, dürfte der Vorteil eines Kurszuwachses höher zu bewerten sein als das Verlustrisiko, das natürlich auch bei einer Option gegeben ist. Ein weiterer Vorzug der Option für den Käufer ist, dass er sich optional entscheiden kann, ob er den Kauf zum vereinbarten Zeitpunkt wirklich durchführt oder nicht.

Natürlich haben Optionen auch einige Risiken. Optionen sind ein laufzeitbezogenes Produkt. Wenn der Basiswert der Option innerhalb der Laufzeit an Wert verliert, sind auch Wertverluste des eingesetzten Kapitals bis zum Totalverlust möglich. Außerdem werden Optionen nur als Kontrakt gehandelt. Der Anleger kann also nicht die Option auf den Kauf einer einzelnen VW-Aktie erwerben. Die Option wird vielmehr immer über den Kauf von mehreren VW-Aktien ausgesprochen.

Autor
Thomas Schulz
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