Den ersten Handelsauftrag erteilen: So gehen Sie vor

13.01.2019 | Zuletzt aktualisiert am 24.01.2019

Nachdem Sie sich über Aktien oder andere Wertpapiere informiert und nach einem möglichst ausführlichen Vergleich ebenfalls für eine Bank oder einen Broker entschieden haben, bei der Sie das Depot führen möchten, kann es nach der Depoteröffnung sofort mit dem Handel losgehen. Allerdings sollten Sie auch bezüglich des ersten Handelsauftrages einige Punkte beachten, denn immerhin investieren Sie dadurch Ihr eigenes Kapital in Aktien oder andere Wertpapiere. In diesem Teil des Ratgebers soll es deshalb darum gehen, wie Sie den ersten Handelsauftrag erteilen können und was Sie in dem Zusammenhang beachten sollten.

Handelsauftrag über die Plattform des Anbieters erteilen

Technisch betrachtet ist es relativ einfach, einen Handelsauftrag zu erteilen. Sie müssen sich dazu erst einmal in Ihr Depot einloggen bzw. einen Zugang zum System erhalten, insbesondere zur Handelsoberfläche des jeweiligen Depotanbieters. Einmal eingeloggt, finden Sie dann in aller Regel einen Menüpunkt, der zum Beispiel „Order erteilen“ oder auch „Aktie kaufen bzw. verkaufen“ lautet. Wenn Sie dann auf den Button klicken, öffnet sich in der Regel ein neues Fenster, die sogenannte Ordermaske. In dieser Maske müssen Sie einige Angaben zum gewünschten Handelsauftrag machen, wie zum Beispiel die folgenden:

  • Name des Wertpapieres
  • ISIN bzw. Wertpapierkennnummer (WKN)
  • Anzahl der Aktien (Stückzahl) oder Nominalwert (bei Rentenpapieren)
  • Handelsplatz / Börse
  • Eventuelles Kurslimit
  • Gültigkeit der Order
  • Kauf oder Verkauf

Diese Angaben sind in aller Regel Pflichtangaben, die jeder erteilte Handelsauftrag beinhalten muss. Besonders sorgfältig sollten Sie bei der Angabe der ISIN sein, denn durch diese wird exakt bestimmt, um welches Wertpapier es sich handelt. Bereits kleine Fehler in der ISIN, beispielsweise eine andere Ziffer oder ein anderer Buchstabe, können im schlimmsten Fall dazu führen, dass Sie ein ganz anderes Wertpapier als eigentlich gewollt kaufen. Zwar findet in aller Regel zumindest ein grober Abgleich zwischen ISIN und Bezeichnung des Wertpapieres statt, aber dennoch kann es bei einer falschen ISIN, die zudem existent ist, passieren, dass Sie ein abweichendes Wertpapier handeln. Darüber hinaus sollten Sie natürlich auch bei den anderen Angaben, welche in der Ordermaske zu erfassen sind, sehr sorgfältig sein. Dies trifft insbesondere auf die Stückzahl zu, denn natürlich kann es einen erheblichen Unterschied machen, ob Sie 10 oder 100 der jeweiligen Aktien handeln.

Nachdem alle Daten in der Ordermaske erfasst sind, sollten Sie noch einmal alle gemachten Angaben genau überprüfen. Anschließend müssen Sie den Handelsauftrag in aller Regel nur noch durch eins kurzes Klicken auf „Kaufen“ oder „Verkaufen“ bzw. bestätigen. In der Folge wird die Order im Normalfall über den Broker oder die Bank direkt an die Börse weitergeleitet. Alternativ findet eine Ausführung am außerbörslichen Handel, dem sogenannten OTC-Handel, statt. Falls zum jeweiligen Wertpapier ausreichend Kurse am Markt gebildet werden können, dauert es heutzutage bei Onlinesystemen kaum mehr als ein paar Minuten, bis die Wertpapiere in Ihrem Depot eingebucht sind.

Handelsauftrag: Welchen Börsenplatz gebe ich vor?

Die meisten Angaben, die wir zuvor beschrieben haben und die Inhalt einer Order sein müssen, ergeben sich von selbst. Dies trifft beispielsweise auf das Wertpapier sowie die Stückzahl zu, denn natürlich haben Sie sich im Vorfeld bereits Gedanken darüber gemacht, dass Sie zum Beispiel 50 Telekom-Aktien kaufen möchten. Andere Angaben, wie zum Beispiel der Börsenplatz oder auch ein eventuelles Kurslimit, ist hingegen individuell. Insbesondere Anfängern ist zudem häufig nicht klar, welchen Börsenplatz sich vorgeben sollen und warum dies überhaupt wichtig sein kann. Daher möchten wir kurz auf die Frage eingehen, für welchen Börsenplatz Sie sich innerhalb des Handelsauftrages entscheiden können.

Abgesehen vom XETRA-Handel, also dem Computerhandel, gibt es in Deutschland noch einige Präsenzbörsen, an denen Wertpapiere vor Ort gehandelt werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Börse in Frankfurt
  • Börse in Stuttgart
  • Börse in Düsseldorf
  • Börse in München

An all diesen und noch einigen weiteren Börsenplätzen können Sie die meisten Wertpapiere, die grundsätzlich zum Handel zugelassen sind, auch handeln. Doch welchen Unterschied macht es überhaupt, ob Sie in Ihrer Order bestimmen, dass der Kauf der Aktien an der Börse in München stattfinden soll, oder ob Sie sich stattdessen für den Börsenplatz Berlin entscheiden? Normalerweise ist es so, dass die Kurse eines bestimmten Wertpapiers an den deutschen Börsen relativ einheitlich sind. Das bedeutet, wenn beispielsweise die Telekom-Aktien aktuell an der Börse in Frankfurt zu einem Kurs von 11,20 Euro gehandelt werden, ist es äußerst wahrscheinlich, dass die Kursnotierung auch an allen anderen deutschen Börsenplätzen ungefähr diesem Kurs von 11,20 Euro entspricht.

Demzufolge ist es extrem unwahrscheinlich, dass Sie beispielsweise an der Börse in Berlin statt 11,20 Euro einen Preis von 14 Euro bezahlen müssen. Kleinere Abweichungen gibt es allerdings immer, sodass es durchaus passieren kann, dass Sie zwar an der Börse in Frankfurt aktuell 11,20 Euro für eine Telekom-Aktie zahlen müssen, die Wertpapiere an der Börse Berlin jedoch aktuell zu einem Kurs von 11,23 Euro gehandelt werden. Diese kleine Differenz ist insbesondere für Kunden sehr wichtig, die sich am sogenannten Arbitragehandel beteiligen. Schon kleinste Differenzen können dabei zu Gewinnen oder Verlusten führen.

Der Arbitragehandel funktioniert so, dass Sie beispielsweise Telekom-Aktien an der Börse in Frankfurt zu einem Kurs von 11,20 Euro kaufen, um diese anschließend innerhalb von wenigen Minuten oder sogar Sekunden an einer anderen Börse, beispielsweise in München, zu einem Kurs von 11,23 Euro wieder zu verkaufen. Der Arbitragehandel basiert also auf winzigen Kursdifferenzen, die zwischen den einzelnen Börsen bei den jeweiligen Wertpapieren entstehen können. Lohnenswert ist dieser Handel natürlich nur, wenn Sie relativ große Volumina handeln. Bei 100 Telekom-Aktien würde der Arbitragehandel wenig Sinn machen, da die Gebühren die eventuellen Arbitragegewinne meistens „auffressen“ würden. In dem Fall müssen Sie schon mindestens 10.000 oder noch mehr Aktien handeln, um tatsächlich Arbitragegewinne zu realisieren. Dies ist allerdings nur ein Nebeneffekt und für die weitaus meisten privat Anleger und Sparer, die mit Aktien handeln möchten, weniger von Interesse.

Aus diesem Grund spielt die Wahl des Börsenplatzes auch keine wirklich entscheidende Rolle, wenn es darum geht, welche Angaben Sie bei Ihrem ersten Handelsauftrag und natürlich auch bei allen folgenden Orders machen müssen. In den meisten Fällen können Sie dieses Feld übrigens auch freilassen und demzufolge gar keinen Börsenplatz angeben. Normalerweise ist es dann so, dass die in Deutschland existierende Hauptbörse in Frankfurt automatisch zum Zuge kommt, falls das Wertpapier dort handelbar ist.

Limitierte oder unlimitierte Order?

Eine deutlich wichtigere Frage, als an welchem Börsenplatz die Wertpapier-Order ausgeführt werden soll, ist die Frage danach, ob es sich um eine limitierte Order oder um einen unlimitierten Handelsauftrag handeln soll. Unlimitiert bedeutet, dass Sie beispielsweise beim Kauf jeden Preis akzeptieren würden, der sich in dem Augenblick an der Börse bildet, an dem Sie die Wertpapiere kaufen. Dies ist insbesondere bei kleineren Nebenwerten jedoch sehr gefährlich, denn dort können bereits kleinere Kauf- oder Verkauforders dazu führen, dass der Kurs deutlich steigt oder fällt.

Bei den großen DAX-Werten, um bei deutschen Aktien zu bleiben, ist diese Gefahr hingegen relativ gering. Grundsätzlich empfehlen die meisten Experten allerdings generell, eine limitierte Order zu stellen. Dies bedeutet, dass Sie sowohl beim geplanten Kauf als auch beim Verkauf ein Kurslimit vorgeben. Handelt es sich um eine Kauforder, wird der Auftrag beispielsweise nur unter der Voraussetzung ausgeführt, dass sich bei einer Limitvorgabe von 11,20 Euro bezüglich der Telekom-Aktie der aktuelle Kurs maximal bei 11,20 Euro befindet. Liegt er hingegen zum Beispiel bei 11,50 Euro, würde die Order so lange nicht ausgeführt werden, bis der Kurs der Telekom-Aktien auf mindestens 11,20 Euro fällt.

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