Fonds handeln: Alle Infos rund um Investmentfonds

17.01.2019 | Update: 06.11.2019

Wohl kaum eine Geldanlage spricht Privatinvestoren mit unterschiedlichen Zielen für den Vermögensaufbau so an wie der klassische Investmentfonds. Fonds eignen sich für Einmalanlagen und für Sparpläne, sie sind für sicherheitsorientierte und risikoaffine Anleger konzipiert und können schon kostengünstig bezogen werden.

Diese Eigenschaften machen Investmentfonds so beliebt bei privaten und institutionellen Anlegern. Doch was muss man als Privatanleger über Fonds wissen, und wie läuft der Handel ab?

Was sind Fonds?

Vermehrt private Anleger greifen auf Fonds als Geldanlage zurück. Doch was sind Fonds eigentlich? Ein Investmentfonds wird von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft verwaltet und gilt als Sondervermögen. Dieses kann dabei in verschiedenen Geldanlagen angelegt sein: In Aktien, Immobilien, Währungen, Staatsanleihen oder Rohstoffen.

Fonds können auch ganz einfach wie folgt erklärt werden: Ein Fonds ist ein großer Topf voller Geld, das von verschiedenen Anlegern angelegt wird. Ein Fondsmanager betreut dieses Geld und versucht, es auf dem Finanzmarkt zu vermehren, in dem er es in verschiedene Finanzwerte investiert, von deren Wertsteigerung er überzeugt ist. Wie bei allen Finanzprodukten kann jedoch auch ein Fonds nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste erzielen.

In Deutschland gilt das Recht, dass Fondsmanager in einem Depot eines Investmentfonds mindestens 16 verschiedene Wertpapiere  halten müssen. Dadurch ist ein Anleger, der in einen Fonds investiert, gleich an mehreren Wertpapieren beteiligt, was das Risiko verringert und die Gewinnchancen steigert.

Die meisten Fonds werden nicht an der Börse gehandelt, hat ein Anleger Fondsanteile erworben, kann er diese jedoch jederzeit an die Fondsgesellschaft zurück verkaufen. Fonds sind sehr vielseitig und es gibt verschiedene Arten. Wenn von Fonds die Rede ist, geht es um die sogenannten Investmentfonds. Im Folgenden sollen weitere Arten von Fonds erklärt werden.

Investmentfonds und Indexfonds – worin liegt der Unterschied?

Es ist wichtig, die folgenden verschiedenen Fonds-Typen zu unterscheiden: Es gibt sogenannte Investmentfonds – von denen hier die Rede ist – und Indexfonds (kurz ETFs). Erstere werden im Gegensatz zu ETFs aktiv von einem Fondsmanager verwaltet. Die aktive Verwaltung ist deshalb ein wichtiges Merkmal, da eine geschickte Vermögensschichtung und Geldanlage dazu führen soll, besser zu sein als der durchschnittliche Markt, sprich durch die Investitionen höhere Renditen zu erzielen. Indexfonds hingegen bilden einen bestimmten Börsenindex gezielt und möglichst exakt nach. Dadurch sinkt zwar das Risiko, gleichzeitig ist jedoch auch die Chance auf einen hohen Gewinn nicht so groß wie bei den Investmentfonds.

Anleger sind im Falle einer Insolvenz des Emittenten nicht betroffen, da Fonds zum Sondervermögen einer Kapitalverwaltungsgesellschaft zählen und daher nicht in die Insolvenzmasse fallen. Genau wie Aktien und andere Wertpapiere können auch Fonds über einen Online-Broker oder eine Bank von Anlegern gehandelt werden, die ein Depotkonto besitzen, in dem die Fonds aufbewahrt werden.

Verschiedene Fondsarten

Fonds investieren in verschiedene Finanzprodukte. Jeder Fondsmagager hat dabei einen festgelegten Rahmen in Form der bestimmten Finanzwerte, in die er investieren darf. Das Finanzprodukt bestimmt dabei unmittelbar die Wertschwankung des Fonds. Zu den bekanntesten Arten gehören:

  • Geldmarktfonds: Diese investieren in Bankguthaben und Tagesgeld.
  • Immobilienfonds: Wie der Name bereits verrät, wird das Geld hierbei in Immobilien angelegt und durch die Ausschüttung von Mieten setzt sich der Gewinn zusammen.
  • Rentenfonds: Das Geld wird vom Fondsmanagement in festverzinsliche Wertpapiere – also Anleihen – angelegt.
  • Aktienfonds: Bei dieser bekanntesten Art der Fonds wird das Geld in Aktien investiert.
  • Mischfonds: Bei sogenannten Mischfonds fließt das Geld in verschiedene Anlagen. Mischfonds können also aus allen oben genannten Fondsarten zusammengesetzt sein.

Dachfonds

Dachfonds gehören zu den weniger bekannten Fondsarten. Sie bieten sich insbesondere für Anleger an, die sich unsicher sind, in welche Fonds sie investieren sollen. Und zwar deshalb, da Dachfonds mit dem Anlagekapital in verschiedene Investmentfonds investieren. Anleger sind also durch den Kauf eines Dachfonds gleich an mehreren Fonds beteiligt.

Garantiefonds

Wie der Name es bereits verrät, garantieren die sogenannten Garantiefonds dem Anleger die Rückzahlung eines festgelegten Betrages. Dieser Betrag kann unterschiedlich festgelegt sein: Es kann sich um den ursprünglichen Kapitaleinsatz des Anlegers, einen Prozentanteil von diesem oder um Höchststände handeln, die während der Laufzeit erreicht wurden. Die Laufzeit kann begrenzt oder unbegrenzt festgelegt werden. Bei unbegrenzter Laufzeit werden die Rückzahlungssummen an bestimmen Tagen durchgeführt.

Das Fondsmanagement von Garantiefonds verwendet verschiedene Absicherungsstrategien um sicherzustellen, dass der Wer des Fonds nicht unter die Mindestrückzahlung fällt. Es wird beispielsweise in verschiedene Finanzprodukte investiert, damit Kursschwankungen einzelner Produkte nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Dabei kann es sich um Aktien, Optionen oder Anleihen handeln.

Hedgefonds

Der Begriff Hedgefonds ist sicher den meisten Personen geläufig, die sich für Kapitalanlage interessieren. Und trotzdem sind sie für Privatanleger ungeeignet, da sie zu den sehr unsicheren Investments zählen. Zwar erwartet Anleger eine sehr hohe Gewinnchance, doch damit einhergehend ist auch das Risiko sehr groß.

Das kann darauf zurückgeführt werden, dass Hedgefondsmanager oft in risikoreiche Derivate investieren – und das zumeist mit großem Hebel. Üblich sind bei Hedgefonds auch sogenannte Leerkäufe, bei denen die Fondsmanager auf fallende oder steigende Kurse spekulieren und nicht nur Eigen-, sondern auch Fremdkapital einsetzen.

Da das Geld der Hedgefonds nicht selten in Hebelprodukte fließt, ist das Risiko der Investition also hoch. Hedgefonds werden vor allem für große Investoren angeboten, also für institutionelle Anleger wie Versicherungen, Banken etc.. Privatanleger haben nur die Möglichkeit, Dach-Hedgefonds zu kaufen, also solche, die in verschiedene Hedgefonds investieren, wodurch sich das Risiko senkt.

Fondsanteile – wie errechnet sich der Anteil?

Fondsanteile legen fest, auf wie viel Geld ein Anleger ein Anrecht hat, sprich welchen Anteil er am Fonds besitzt. Der Fondsanteil wird daran festgemacht, wie viel Geld ein Anleger investiert hat: Je höher die Anlagesumme, desto mehr Fondsanteile gehören dem Anleger. Der Wert eines Fondsanteils lässt sich ganz einfach berechnen. Dabei wird die Summe der aller Vermögenswerte durch die Anzahl der herausgegebenen Fondsanteile geteilt.

Fonds: Eine Universalanlage für jedermann

Schon der Blick auf die Menge der Investmentfonds auf dem deutschen Markt macht klar, wie vielfältig das Angebot ist. Deutsche Anleger können aus rund 8.000 Fonds unterschiedlichster Art wählen. Die größte Auswahl bieten die großen Depotbanken. Sie erlauben den freien Kauf und Verkauf von Fondsanteilen nach Belieben.

Es kann gewählt werden zwischen Fonds mit Einmalanlagen, in denen lediglich größere Einzahlungen eingebracht werden, oder Sparplanfonds, die für den Aufbau von privatem Vermögen gut geeignet sind. Bei einem Sparplan zahlt der Anleger monatlich eine feste Summe ein, diese verzinst sich während des Anlagezeitraums, um dadurch Schritt für Schritt ein kleines Vermögen aufzubauen. Fondssparpläne sind ideal geeignet, wenn man kein großes Kapital zur Verfügung hat und nichtsdestotrotz schon etwas ansparen möchte.

Es ist diese sehr unterschiedliche Gestaltung, die einen klassischen Investmentfonds zu einem sehr beliebten und vielfältig geeigneten Anlageprodukt macht. Letztlich findet jeder Privatanleger das richtige Produkt, das genau zu seinen Vorlieben passt. Doch wie wählt man einen Fonds am besten aus und wie laufen der Kauf und der Verkauf in der Praxis ab?

Ein Fondsmanager weist den Weg

Für die Wahl des besten Fonds kann man die unabhängige Beratung eines Finanzexperten in Anspruch nehmen. Wichtig ist dabei, dass man sich nicht für einen Bankberater entscheidet, der nur Zugriff auf das eigene Portfolio hat. Vielmehr gebührt der Vorzug einem unabhängigen Berater, der das ganze Spektrum an Fonds in seinem Angebot hat und der somit nur den Wünschen seines Kunden verpflichtet ist. Nur bei einer unabhängigen Beratung ist sichergestellt, dass der Finanzexperte einen Fonds entsprechend den Anforderungen seines Kunden auswählen kann. Deshalb ist einem unabhängigen Finanzberater immer der Vorzug zu geben.

Ein privater Anleger kann sich aber auch selbst auf die Suche nach einem passenden Investmentfonds machen. Alle etablierten Depotbanken haben Zugriff auf das breite Fondsangebot am Markt. Dank der Internetpräsenz finden selbst unerfahrene Anleger umfangreiches Informationsmaterial, mit dessen Hilfe man sich einen Überblick verschaffen kann, wie Fonds funktionieren und wie der Kauf und der Verkauf bei der jeweiligen Bank abgewickelt wird.

Die Depotbanken ermöglichen den Handel auf ihrer eigenen Internetplattform, die meist sehr nutzerfreundlich zu bedienen ist. Der Anleger eröffnet dazu einen Account und ein Depotkonto, worin er unterschiedlichste Geldanlagen halten kann. In der Regel ist auf der Internetplattform ein Fondsfinder installiert, der einfach zu bedienen ist und der mit wenigen Eingaben den Weg zum idealen Fonds zeigt.

Beispielsweise kann man angeben, ob man einen Fonds mit Einmalanlage oder Sparplan wünscht. Genauso kann auch angegeben werden, ob man in Aktien-, Renten-, Geldmarkt- oder Mischfonds investieren möchte. Man kann die präferierte Performance im vergangenen Jahr als Schwellenwert angeben, auch die maximal akzeptierten Kosten dürfen vorgegeben werden. Anhand dieser Daten filtert der Fondsfinder dann die Fonds heraus, die diesen Vorgaben und somit den individuellen Präferenzen entsprechen.

Fazit: Das Fondsrating als Qualitätsmerkmal

Allein die Vielzahl der Fonds am Markt macht es unmöglich, ein Anlageprodukt fundiert zu beurteilen. Weder ein erfahrener und interessierter Anleger noch ein Einsteiger kann dies leisten. Ein sehr gutes Auswahlkriterium sind allerdings die Ratings, die unabhängige Agenturen für einen Fonds vergeben. Beispielsweise ist das Rating der unabhängigen Agentur Morningstar sehr gut geeignet, um einen Fonds nach Kosten und Rendite zu beurteilen.

Ein von Morningstar mit vier oder fünf Sternen bewerteter Fonds kann selbst unerfahrenen Anlegern gut empfohlen werden, denn die Agentur will mit ihrem Rating jedem Investor ein leicht verständliches Instrument für seine Anlageentscheidung an die Hand geben. Mit Hilfe eines Fondsfinders sind die Top-Fonds mit Auszeichnung leicht zu identifizieren.

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