Kursgewinne und Dividenden als mögliche Erträge

13.01.2019 | Update: 31.10.2019

In diesem Teil des Ratgebers zum Thema Börse soll es darum gehen, warum  es sich als Anleger eigentlich lohnt, in Aktien investieren. Wenn man einmal davon absieht, dass nur ein sehr geringer Teil aller Aktionäre die Teilnahme an der Hauptversammlung und das Ausüben des Stimmrechtes als vorrangige Motivation sieht, um in Aktien zu investieren, ist es natürlich in erster Linie das Erzielen von Gewinnen, das ein Aktien-Investment lohnenswert macht.

Es gibt bei Aktien zwei mögliche Ertragsformen, die zu Gewinnen führen: Zum einen Kursgewinne und zum anderen Dividenden. Diese zwei Ertragsvarianten werden im Folgenden näher erklärt. Hier erfahren Sie außerdem, worauf Sie achten müssen, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen.

Kursgewinne sind bei allen Aktien grundsätzlich möglich

Wer sein Geld in Aktien investiert, hofft in erster Linie auf steigende Kurse. Doch auch die ausgeschütteten Dividenden können für eine äußerst positive Rendite sorgen. Selbstverständlich spielt in dem Zusammenhang auch eine Rolle, über welchen Zeitraum hinweg man in Aktien investieren möchte. Wer beispielsweise nur kurzfristig spekulieren will, den interessieren Dividendenerträge weniger, stattdessen sind mögliche Kursgewinne umso mehr von Bedeutung.

Die Chance auf Kursgewinne besteht prinzipiell bei jeder Aktie, aber auf der anderen Seite sollte ebenfalls beachtet werden, dass es bei jeder Aktie auch zu Kursverlusten kommen kann. Selbst Insolvenzen und somit der Totalausfall des investierten Kapitals sind nicht ausgeschlossen, insbesondere bei den sogenannten Nebenwerten. Kursgewinne sind jedoch nicht begrenzt, sodass sich das Kapital bei einer günstigen Entwicklung innerhalb weniger Jahre durchaus vervielfachen lässt. Man sollte allerdings nicht davon ausgehen, mit einem Investment in Aktien schnell reich werden zu können.

Auf viele Jahre gerechnet liegt die durchschnittliche Rendite bei Aktien, die sich ausschließlich auf Kursgewinnen bezieht, zwischen 8-9 Prozent pro Jahr. Insbesondere im Vergleich zu festverzinslichen Anlageformen ist dies sicherlich eine sehr gute Rendite. Trotzdem zeigt diese Zahl auch, dass man – im Durchschnitt betrachtet – mit einem Aktien-Investment keineswegs schnell reich wird. Geduld ist eine wichtige Eigenschaft, die Aktionäre brauchen, um eine hohe Rendite zu erzielen. Denn über mehrere Jahre gerechnet kann sich ein Aktieninvestment durchaus verdoppeln. Deshalb lohnt es sich, schon früh Geld anzulegen und in Aktien zu investieren, auf das man für 10 bis 20 Jahre verzichten kann. Denn wer lang investiert, für den sind auch Kurssenkungen keine Katastrophe, denn diese sind nach einigen Jahren nicht mehr von Bedeutung.

Kursgewinne: Chancen und Risiken hängen auch vom Anlagehorizont ab

Wie hoch die Chance auf Kursgewinne und gleichzeitig die Gefahr von Verlusten ist, hängt unter anderem vom Anlagehorizont ab. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass es bei einem Investment in deutsche, europäische oder auch amerikanische Standardwerte fast nie zu einem Verlust gekommen ist, wenn man einen beliebigen Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren betrachtet.

Selbstverständlich kann es innerhalb dieser Zeitspanne von zehn Jahren vorkommen und ist in der Praxis auch schon mehrfach passiert, dass es einige Jahre Verluste gab. Wenn Sie dann allerdings die Aktien nicht in Panik verkaufen, sondern weiterhin im Depot ruhen lassen, sind die Chancen hoch, dass Sie fast in jedem beliebigen Zeitraum wieder in die Gewinnzone kommen. Bei langfristig orientierten Anlegern ist es also wichtig, vorübergehende Kursverluste möglichst auszusitzen, um in der Summe Kursgewinne realisieren zu können. Dies gilt natürlich nicht grundsätzlich für jede Situation, denn natürlich kann es in manchen Fällen auch sinnvoll sein, Verluste zu realisieren, bevor diese noch größer werden.

Standardwerte oder Nebenwerte wählen?

Wer insbesondere aufgrund möglicher Kursgewinne in Aktien investiert, für den stellt sich die Frage, ob man sich für die sogenannte Standardwerte oder für die Nebenwerte entscheiden soll. Diesbezüglich muss differenziert werden, denn Standardwerte zeichnen sich – immerhin im Durchschnitt betrachtet –  zwar einerseits oftmals durch etwas geringere Kursgewinne als Nebenwerte aus. Dafür beinhaltet das Investment in Standardaktien einen im Vergleich zur Anlage in Nebenwerte geringeres Risiko.

An dieser Stelle müssen Sie also feststellen, wie Ihre Einstellungen bezüglich Risiken und Chancen sind. Möchten Sie bei Aktien die Gelegenheit wahrnehmen, eine überdurchschnittliche Rendite (im Vergleich zum Marktdurchschnitt) zu erzielen, dann sind Nebenwerte die bessere Wahl. Möchten Sie hingegen solide investieren, mit einer möglichst großen Sicherheit, und dabei dennoch durchschnittliche Kursgewinne vereinnahmen, sind vermutlich Standardwerte besser geeignet. Eine pauschale Aussage kann nicht getroffen werden, sodass es wichtig ist, dass Sie sich individuell beraten lassen, welche Form von Aktie für Ihre Ziele die beste Wahl ist.

Clever investieren mit dividendenstarken Aktien

Kursgewinne sind nicht die einzige Ertragsform oder der einzige Grund, warum Anleger in Aktien investieren. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anleger, die sich für sogenannte dividendenstarke Aktientitel entscheiden. In diesem Fall steht der möglichst kontinuierliche Ertrag im Vordergrund, der in Form der Dividendenausschüttung im Idealfall jedes Jahr erneut stattfindet. Meistens sind es langfristig orientierte Anleger, bei denen die Dividende als Ertrag im Vordergrund steht. Es gibt mittlerweile auch Strategien, die vornehmlich auf dividendenstarke Aktien ausgerichtet sind.

Als dividendenstark werden übrigens solche Aktien bezeichnet, bei denen die Dividendenrendite überdurchschnittlich hoch ist. Nicht verwechseln dürfen Sie die Dividendenrendite allerdings mit der nominalen Dividende, denn diese alleine sagt noch nichts darüber aus, ob der Ertrag in Form der Dividende gut, mittelmäßig oder schlecht ist. Bei der Dividendenrendite setzen Sie stattdessen die nominal gezahlte Dividende in ein Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs und könnte so etwas darüber aussagen, wie hoch die tatsächliche Rendite der Dividende ist. Wenn Sie sich beispielsweise die im DAX-Index enthaltenen Aktien anschauen, so sind es die folgenden Aktienwerte, die (Stand Ende 2016) die höchsten Dividendenrenditen verbriefen.

  • Allianz
  • Münchener Rück
  • Daimler
  • Lufthansa
  • BMW

Aufgrund von Kursänderungen kann sich die Dividendenrendite natürlich jederzeit ändern, sodass Sie mindestens einmal im Jahr prüfen sollten, ob Sie tatsächlich noch die dividendenstärksten Aktien im Depot haben. Darüber hinaus gibt es einen Fallstrick: Ist der Kurs einer Aktie beispielsweise seit der letzten Dividendenzahlung massiv gefallen, so wird für dieses Wertpapier dennoch eine extrem hohe Dividendenrendite angegeben. Allerdings besteht dann die Gefahr, dass die Aktiengesellschaft nahe an der Insolvenz ist und im kommenden Geschäftsjahr gar keine Dividende mehr zahlen kann.

Daher sollten Sie bei der Auswahl dividendenstarker Aktien eben nicht nur auf die Höhe der Dividendenrendite achten, sondern sich auch näher mit dem Unternehmen und dessen Stabilität bzw. Zukunftsaussichten am Markt beschäftigen. Meistens empfehlen die Experten beim Verfolgen einer Dividendenstrategie größere Aktien, also die sogenannten Standardwerte, weil die gezahlte Dividende regelmäßiger auf einem guten Niveau ist, als es bei kleineren Nebenwerten der Fall ist, die vielleicht gar nicht wissen, ob sie im kommenden Jahr überhaupt noch eine Dividende zahlen können.

Fazit: Die Erträge hängen nicht nur von der Kursentwicklung ab

Wichtig festzuhalten ist, dass Kursschwankungen nicht der einzige Faktor sind, die über die Rendite eines Aktieninvestments entscheiden. Oftmals wird die Dividendenrendite nur als kleiner Nebeneffekt betrachtet. Tatsache ist jedoch, dass Dividenden das Risiko durch Kursschwankungen abfedern und somit das Gesamtrisiko senken, das Aktien mit sich bringen.

Das heißt wiederum nicht, dass nur in dividendenstarke Aktien investiert werden sollte. Zwar stabilisieren diese das Portfolio, doch wie in den meisten Fällen ist eine richtige Ausgewogenheit aus dividendenstarken Aktien und solchen, die hohe Kurssteigerungen erfahren, wichtig. Positiv sei noch hervorzuheben, dass der Zinseszins-Effekt auch bei Dividenden greift: Jeder Euro, der durch eine Dividende ausgeschüttet wird, kann wieder neue Dividenden abwerfen.

Dass auch heute noch viele Privatanleger davor zurückschrecken, Geld in Aktien zu investieren, liegt vor allem daran, dass Kursschwankungen sehr gefürchtet sind. Aktienrenditen hängen jedoch nicht nur von den Kursschwankungen ab und sollten daher auch nicht darauf beschränkt werden. Wer sich über den Handel mit Aktien umfangreich informiert und sich mit den Wertpapieren auseinandersetzt wird feststellen, dass Dividendenerträge nicht weniger wichtig für die Rendite sind und sich dadurch das Risiko, dass Aktionäre eingehen, verringert.

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