Geldanlage 2017: Risikovermeidung zählt

Nach einer Umfrage der Anlagefirma Gothaer Asset Management steht die Risikovermeidung bei deutschen Anlegern wieder ganz weit oben auf ihrer Wunschliste zur Geldanlage. Das war schon einmal anders.
Geldanlage 2017: Risikovermeidung
Geldanlage 2017: Risikovermeidung zählt

Geldanlage 2017: RisikovermeidungGeldanlage 2017: Risikovermeidung © Aksenovko / iStock
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Als ab 2013 die Aktienkurse stetig zu steigen begannen, liebäugelten auch Privatanleger mit Aktien. Doch die Unsicherheit ist offensichtlich zurückgekehrt.

Sicherheit vs. Rendite – der Dauerbrenner

Das Thema der Sicherheit, die einer ordentlichen Rendite entgegenstehen kann, wird schon ewig behandelt. Die Deutschen gelten traditionell als sicherheitsbedürftiger gegenüber anderen Nationen, etwa den Amerikaner, Briten oder auch Chinesen. Damit liegen sie möglicherweise gar nicht so falsch, wie immer behauptet wird. Dass ein Streben nach der sicheren Geldanlage stets und ständig Renditeverzicht bedeutet, stimmt in der pauschalen Betrachtung einfach nicht. Wer 2007/2008 sein Geld auf Festgeldkonten zu liegen hatte, durfte sich die Hände reiben, wenn sein Nachbar mit Aktien kräftig verloren hatte. Daher beachte man den Auftraggeber der vorliegenden Studie: Es ist die Anlagegesellschaft Gothaer Asset Management, die gern ihre Kunden zum Kauf von Fondsanteilen motivieren möchte. Die Asset Manager verdienen dabei immer etwas: Sie erhalten die Management- und Verwaltungsgebühr, ihr eigenes Geld hingegen riskieren sie nicht.

Was fand die Studie heraus?

Die Bundesbürger achten bevorzugt auf Sicherheit, wenn sie Geld anlegen, aber es gibt eine leicht sinkende Tendenz beim Sicherheitsbedürfnis. Inzwischen betrachten mehr als 30 % der Befragten die Flexibilität bei ihrer Geldanlage als den entscheidenden Punkt. Die Studie, welche die GoA (Gothaer Asset Management) alljährlich durch Forsa durchführen lässt, wies im Einzelnen für den Februar 2017 folgende Ergebnisse aus:

  • 52 % der deutschen Privatanleger suchen zuerst nach einer sicheren Anlage. 2016 waren es 54 % gewesen.
  • 45 % aller deutschen Anleger besitzen noch ein Sparbuch mit relevanten Einlagen (2016: 48 %).
  • 30 % der Deuschen besitzen einen Bausparvertrag, 29 % eine kapitalbildende Lebensversicherung.
  • 32 % der Befragten setzen auf Flexibilität.
  • 9 % schauen auf die hohe Rendite und riskieren hierfür auch etwas.
  • 28 % aller BürgerInnen glauben, dass eine hohe Rendite von Aktien und Fonds kommen kann, 17 % der Befragten sind darin selbst investiert.
  • 25 % der Deutschen glauben an Immobilien (2016: 22 %).

Bei ihren Fondsanlagen setzen deutsche Anleger verstärkt auf Diversifikation, sie investieren eher in zwei bis drei, manchmal gar in fünf verschiedene als nur in einen Fonds. Experten empfehlen, doch gleich auf Mischfonds zu setzen, die von sich aus diversifizieren.

Angst vor Inflation

Die Befürchtung, dass die Inflation wieder deutlich steigen könnte, ist inzwischen weit verbreitet. Dahin gehend äußerten sich 63 % der Studienteilnehmer. Diese Sorge geht einher mit der Befürchtung, dass eine deutliche Inflation ihre Geldanlagen entwerten könnte (was nicht stimmt). Hinzu kommt die Sorge, dass der Lebensstandard sinken könnte. Mehr als die Hälfte der Deutschen (53 %) denkt oft darüber nach, wobei gerade jüngere Befragte im Alter zwischen 30 und 44 besonders besorgt sind. Das kommt nicht von ungefähr: Diese Generationen müssen in der Tat um ihre Rente fürchten. Allerdings denken trotz Brexit weniger Deutsche als angenommen, dass die Eurozone zerbrechen könnte. Nur 38 % aller Bundesbürger (2016: 39 %) machen sich darüber ernsthafte Gedanken.

Neu ab 2017: Aktien für Bausparkassen nun erlaubt

Während private Anleger noch nicht sicher sind, was eine Aktienanlage bringt, hat die Bundesregierung ein früheres Verbot für solche Anlagen gegenüber den Bausparkassen nun aufgehoben. Seit Januar 2017 dürfen diese jetzt auch Geld in Aktien investieren. Allerdings darf die Sicherheit von Bausparverträgen darunter nicht leiden. Um das zu erreichen, gibt es Investitionsgrenzen: Maximal 5 % der Zuteilungsmasse darf in Aktienanlagen fließen, nur 0,2 % in ein einzelnes Unternehmen. Das geht aus der Novellierung des BausparkG (Bausparkassengesetz) hervor. Sie soll die Bausparkassen vor Verlusten oder mangelnden Renditen durch die anhaltende Niedrigzinsphase schützen.