Ordertypen

23.01.2019 | Zuletzt aktualisiert am 25.03.2019

Market-Order

Bei einer Market-Order handelt es sich um den am häufigsten genutzten Ordertyp. Die Eingabe einer Market-Order bedeutet, dass der Händler den Kauf oder Verkauf unbedingt und so schnell wie möglich abwickeln möchte. Dabei spielt es keine Rolle, wie sich der Kurs in der Zeit zwischen der Ordererteilung und der Orderausführung entwickelt. Die Aktien werden billigst gekauft oder bestens verkauft. Das bedeutet aber nicht, dass der Händler bei einem Verkauf den höchsten Preis bekommt, der an dem Tag an der Börse gehandelt wird. Auch bei einem Kauf kann es vorkommen, dass dieselben Wertpapiere an demselben Handelstag zu einem günstigeren Kurs gekauft werden konnten. Bestens und billigst bedeuten nur, dass die Orders zum nächstmöglichen Zeitpunkt und zum aktuellen Marktpreis ausgeführt werden.

Limit-Order

Mit einer Limit-Order stellt der Händler sicher, dass er für den Kauf von Wertpapieren einen Höchstpreis nicht überschreitet beziehungsweise bei einem Verkauf einen Mindestpreis erzielt. Damit ist die Limit-Order das Gegenteil zu einer Market-Order, bei der Käufe und Verkäufe zum aktuellen Marktpreis erfolgen. Die Gültigkeit der Limit-Order beträgt maximal 90 Tage. Die Länge der Gültigkeit kann der Händler selbst wählen. Wenn innerhalb der Laufzeit der gewünschte Kurs nicht erreicht wird, verfällt die Order und wird nicht ausgeführt.

Der Vorteil der Limit-Order liegt darin, dass der Käufer bei Ordererteilung genau weiß, welchen Betrag er maximal für die Wertpapiere zahlen muss. Auch bei einem Verkauf ist dem Händler bekannt, mit welchem Zahlungseingang er mindestens rechnen kann. Allerdings weichen die Endbeträge durch die Ordergebühren und andere Kosten etwas ab.

Stop-Order

Erfahrene Trader nutzen Stop-Orders, um sich gegen Verluste im Wertpapierhandel abzusichern. Eine andere Bezeichnung für eine Stop-Order ist Stop-Market-Order. Aus dieser Bezeichnung wird klar, dass sich eine Stop-Order in eine Market-Order ändert, sobald der Kurs des gehandelten Wertpapiers den eingegebenen Wert erreicht.

Eine Stop-Order kann eingegeben werden als:

Stop-Loss-Order

Die Stop-Loss-Order wird bei dem Verkauf von Aktien eingesetzt. Ein Händler kann nicht dauernd den Markt beobachten, um sich gegen fallende Kurse abzusichern. Die Stop-Loss-Order wird ausgeführt, sobald der festgelegte Kurs erreicht oder unterschritten wird. Der Verkauf erfolgt bestens. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Preis dann unter oder über dem vorher festgelegten Kurs liegt.

Stop-Buy-Order

Einige Händler bezeichnen die Stop-Buy-Order auch als Start-Buy-Order. Dadurch erkennen auch Anfänger, dass es sich um eine Order handelt, die bei Erreichen eines vorher festgelegten Kurses zu einem Aktienkauf führt. Der Kauf wird als Market-Order billigst ausgeführt. Der Käufer erhält eine Abrechnung zum nächsten handelbaren Kurs. Auch hier ist es nicht relevant, ob sich der Preis über oder unter dem festgelegten Stoppkurs befindet.

Stop-Limit-Order

Eine Stop-Limit-Order fasst eine Limit-Order und eine Stop-Order zusammen. Ein Kauf oder Verkauf von Aktien wird erst ausgeführt, wenn der Kurs des gewählten Papiers einen bestimmten Wert erreicht. Im Gegensatz zu der einfachen Stop-Order erfolgt bei der Stop-Limit-Order die Orderausführung jedoch nicht billigst oder bestens. Stattdessen gibt der Händler ein Limit ein. Sobald der Stoppwert erreicht wird, wandelt sich die Stop-Order in eine Limit-Order um. Die Ausführung von Kauf oder Verkauf erfolgt damit erst dann, wenn der Aktienkurs ein bestimmtes Limit erreicht hat.

Trailing-Stop

Bei einer Trailing Stop-Order erfolgt die dynamische Anpassung des Stoppkurses nach unten oder nach oben. Der englische Begriff „to trail“ bedeutet, etwas zu verfolgen. In diesem Fall ist es der Ausführungskurs, der dem effektiven Kurs des Wertpapiers folgt. Ähnlich wie bei einer Stop-Order unterscheiden die Händler auch hier zwischen einer Trailing Stop Buy-Order und einer Trailing Stop-Loss-Order.

Trailing Stop Loss-Order bedeutet, dass der Händler mit steigenden Kurse rechnet. Der Stopp-Preis für den Verkauf der Papiere passt sich dynamisch an die Kurssteigerungen an. Dazu gibt der Händler als Abstand entweder einen festen Betrag oder einen Prozentsatz ein. Sobald der Aktienpreis wieder sinkt, bleibt der Stopp-Preis stehen. Dadurch sichert sich ein Trader gegen Verluste ab, während er gleichzeitig keine Kurssteigerung verpasst. Sobald die gewünschte Stopp-Loss-Schwelle erreicht ist, wird die Order bestens ausgeführt.

Umgekehrt verfolgt bei einer Trailing Stop Buy-Order der Kaufkurs den aktuellen Kurs im gewünschten Abstand nach unten. Bei steigenden Kursen bleibt der Stopp-Preis stehen. Die Orderausführung erfolgt bei Erreichen des Stoppkurses zum Marktpreis, also billigst.

Fügt der Trader einer Trailing Stop-Order noch ein Limit hinzu, verhindert er die Orderausführungen billigst und bestens. Stattdessen werden seine Aufträge bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen erst ausgeführt, wenn der Aktienkurs das gewünschte Limit erreicht hat. In diesem Fall handelt es sich um eine Trailing-Stop-Limit-Order.

If-Done-Order

Dieser Ordertyp ist eine Kombination aus einer Kauforder mit einer Verkaufsorder für dasselbe Wertpapier. Bei schwankenden Kursen kann ein Trader mit der If-Done-Order eine Aktie verkaufen, bevor er sie überhaupt besitzt. Dazu gibt der Händler gleichzeitig eine Kauforder mit einem niedrigeren Limit und eine Verkaufsorder mit einem höheren Limit ein. Sobald die erste Limit-Order ausgeführt ist, prüft das System automatisch, ob der Kurs so weit wieder gestiegen ist, dass das eingegebene Verkaufslimit erreicht wird. Bei einem volatilen Markt, wie Kursschwankungen auch genannt werden, kann das schon nach kurzer Zeit der Fall sein. Dann wird die zweite Limit-Order sofort ausgeführt und der Händler kann einen Gewinn verzeichnen.

One-Cancels-the-Other (OCO)

Durch Eingabe einer One-Cancels-the-Other-Order gibt ein Händler gleichzeitig zwei Aufträge ein. Sobald eine Order ausgeführt wird, erfolgt automatisch die Löschung der anderen Order. So kann der Trader eine Verkaufsorder gleichzeitig als Limit-Order und als Stop-Loss-Limit-Order eingeben. Eine Kauforder ist gleichzeitig als Stop-Buy-Limit-Order und als Limit-Order möglich. Außerdem können limitierte Kauforder und Verkaufsorder oder Stop-Loss-Limit-Order und Stop-Buy-Limit-Order miteinander kombiniert werden. Der Trader muss nur darauf achten, welches Limit er jeweils höher beziehungsweise niedriger ansetzen muss. So kann er sowohl bei steigenden als auch bei sinkenden Kursen einen Gewinn erzielen.

Next-Order

Eine Next-Order entspricht der If-Done-Order, kann aber auch mit einer OCO-Order verbunden werden. So kann ein Händler eine Aktie kaufen, die er kurze Zeit später mit Gewinn wieder verkaufen möchte. Da er aber in der Zwischenzeit mit einem Kurseinbruch rechnet, sichert er sich gleichzeitig gegen den möglichen Kursverlust ab. Nach dem Aktienkauf kommt entweder die Limit-Order mit einem höheren Verkaufspreis oder die Stop-Loss-Order zur Absicherung gegen einen Kursrückgang zur Ausführung.

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