Ordertypen erklärt – Übersicht und Unterschiede
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Was sind Ordertypen?

Gibt ein Anleger bei seinem Broker eine Kauf- oder Verkaufsorder für ein Wertpapier an, kann er zwischen mehreren Optionen wählen, wie die Order zu welchen Preis ausgeführt werden soll. Die verschiedenen Ordertypen ermöglichen es, faire Preise beim Ver- und Ankauf von Aktien etc. zu erzielen und große Verluste im Vorhinein auszuschließen. Deshalb helfen spezielle Ordertypen auch dabei, die eigene Strategie bestmöglich umzusetzen. Die wichtigsten Informationen zu den Ordertypen, zum Thema Limit-Stop, Loss-Schwelle, Maximalen Preis und weiteres finden Sie im Folgenden einfach erklärt.

Nicht an jedem Handelsplatz und bei jedem Broker sind alle Ordertypen möglich. Bei verschiedenen Brokern fallen teilweise hohe Kosten für spezielle Ordertypen an, weshalb es im Vorhinein wichtig ist, auch dieses Kriterium bei der Wahl des Brokers und des Handelsplatzes zu berücksichtigen.

Market-Order

Bei einer Market-Order handelt es sich um den am häufigsten genutzten Ordertyp. Die Eingabe einer Market-Order bedeutet, dass der Händler den Kauf oder Verkauf unbedingt und so schnell wie möglich abwickeln möchte. Dabei spielt es keine Rolle, wie sich der Kurs in der Zeit zwischen der Ordererteilung und der Orderausführung entwickelt.

Die Aktien werden billigst gekauft oder bestens verkauft. Das bedeutet aber nicht, dass der Händler bei einem Verkauf den höchsten Preis bekommt, der an dem Tag an der Börse gehandelt wird. Auch beim Kauf kann es vorkommen, dass dieselben Wertpapiere an demselben Handelstag zu einem günstigeren Kurs ausgeführt werden konnten. Bestens und billigst bedeuten nur, dass die Orders zum nächstmöglichen Zeitpunkt und zum aktuellen Preis ausgeführt werden, es kann keine Art von Stop-Preis festgesetzt werden.

Limit-Order

Mit einer Limit-Order stellt der Händler sicher, dass er für den Kauf von Wertpapieren einen Höchstpreis nicht überschreitet beziehungsweise bei einem Verkauf einen Mindestpreis erzielt. Hierbei kann zwar kein komplett festgelegter Kurs für die Order festgelegt werden, jedoch kann durch die Ober- bzw. Untergrenze ein Kurs-Bereich eingesetzt werden. Damit ist die Limit-Order das Gegenteil zu einer Market-Order, bei der Käufe und Verkäufe zum aktuellen Marktpreis erfolgen. Die Gültigkeit der Limit-Order beträgt maximal 90 Tage. Die Länge der Gültigkeit kann der Händler selbst wählen. Wenn innerhalb der Laufzeit der gewünschte Kurs nicht erreicht wird, verfällt die Order und wird nicht ausgeführt.

Der Vorteil der Limit-Order liegt darin, dass der Käufer bei Ordererteilung genau weiß, welchen Betrag er maximal für die Wertpapiere zahlen muss. Auch bei einem Verkauf ist dem Händler bekannt, mit welchem Zahlungseingang er mindestens rechnen kann. Allerdings weichen die Endbeträge durch die Ordergebühren und andere Kosten etwas ab.

Stop-Order

Erfahrene Trader nutzen Stop-Orders, um sich gegen Verluste im Wertpapierhandel abzusichern. Eine andere Bezeichnung für eine Stop-Order ist Stop-Market-Order. Aus dieser Bezeichnung wird klar, dass sich eine Stop-Order in eine Market-Order umwandelt, sobald der Kurs des gehandelten Wertpapiers den eingegebenen Wert, den Stop-Preis erreicht.

Eine Stop-Order kann eingegeben werden als:

Stop-Loss-Order

Die Stop-Loss-Order wird bei dem Verkauf von Aktien eingesetzt. Ein Händler kann nicht dauernd den Markt beobachten, um sich gegen fallende Kurse abzusichern und erzielte Gewinne zu sichern. Die Stop-Loss-Order wird erst ausgeführt, sobald ein festgelegter Kurs, der Stop-Preis, erreicht oder unterschritten wird. Der Verkauf erfolgt bestens. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Preis dann unter oder über dem vorher festgelegten Kurs der Stop-Loss-Order liegt.

Mehr zu Stop-Loss-Limit-Order finden sie in unserem Ratgeber-Artikel zu Stop-Loss-Order

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Stop-Buy-Order

Einige Händler bezeichnen die Stop-Buy-Order auch als Start-Buy-Order. Dadurch erkennen auch Anfänger, dass es sich um eine Order handelt, die bei Erreichen eines vorher festgelegten Kurses zu einem Aktienkauf führt. Der Kauf bei einer Stop-Buy-Order wird als Market-Order zum billigst-Preis ausgeführt. Der Käufer erhält eine Abrechnung zum nächsten handelbaren, aktuellen Kurs. Auch hier ist es nicht relevant, ob sich der Kurs über oder unter dem festgelegten Stoppkurs der Stop-Buy-Order befindet.

Stop-Limit-Order

Eine Stop-Limit-Order fasst eine Limit-Order und eine Stop-Order zusammen. Ein Kauf oder Verkauf von Aktien wird erst ausgeführt, wenn ein festgelegter Kurs, als Limit-Stop, erreicht wurde, der für das gewählte Papier festgesetzt wurde. Im Gegensatz zu der einfachen Stop-Order erfolgt bei der Stop-Limit-Order die Orderausführung jedoch nicht billigst oder bestens. Stattdessen gibt der Händler ein Limit ein. Sobald der Stop-Preis erreicht wird, wandelt sich die Stop-Order in eine Limit-Order um und wird zum Erreichen des jeweiligen Preis ausgeführt. Bei der Stop-Limit-Order erfolgt die Ausführung von Kauf oder Verkauf damit erst dann, wenn die Aktie einen bestimmten Kurs erreicht hat.

Trailing-Stop-Order

Bei einer Trailing-Stop-Order erfolgt die dynamische Anpassung des Stoppkurses nach unten oder nach oben. Hier steht also kein Preis fest. Der englische Begriff „to trail“ bedeutet, etwas zu verfolgen. In diesem Fall ist es der Ausführungskurs, der dem effektiven Kurs des Wertpapiers folgt. Ähnlich wie bei einer Stop-Order unterscheiden die Händler auch hier zwischen einer Trailing Stop Buy-Order und einer Trailing Stop-Loss-Order.

Trailing Stop Loss-Order bedeutet, dass der Händler mit steigenden Kurse rechnet. Der Stopp-Preis für den Verkauf der Papiere passt sich dynamisch den steigenden Kursen an. Dazu gibt der Händler als Abstand entweder einen festen Betrag oder einen Prozentsatz ein. Sobald der Aktienpreis wieder sinkt, bleibt der Stopp-Preis fest. Dadurch kann ein Trader Verluste begrenzen oder verhindern, während er gleichzeitig keine Kurssteigerung verpasst. Sobald die gewünschte Stopp-Loss-Schwelle erreicht ist, wird die Order bestens ausgeführt.

Umgekehrt verfolgt bei einer Trailing Stop Buy-Order der Kaufkurs den aktuellen Kurs im gewünschten Abstand nach unten. Bei steigenden Kursen bleibt der Stopp-Preis stehen. Die Orderausführung erfolgt bei Erreichen des Stoppkurses zum Marktpreis, also billigst.

Fügt der Trader einer Trailing Stop-Order noch ein Limit hinzu, verhindert er die Orderausführungen billigst und bestens. Stattdessen werden seine Aufträge bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen erst ausgeführt, wenn die Aktie den gewünschten Kurs erreicht hat. In diesem Fall handelt es sich um eine Trailing-Stop-Limit-Order.

If-Done-Order

Dieser Ordertyp ist eine Kombination aus einer Kauforder mit einer Verkaufsorder für dasselbe Wertpapier. Bei schwankenden Kursen kann ein Trader mit der If-Done-Order eine Aktie verkaufen, bevor er sie überhaupt besitzt. Dazu gibt der Händler gleichzeitig eine Kauforder mit einem niedrigeren Limit und eine Verkaufsorder mit einem höheren Limit ein. Sobald die erste Limit-Order ausgeführt ist, prüft das System automatisch, ob der Kurs so weit wieder gestiegen ist, dass das eingegebene Verkaufslimit erreicht wird. Bei einem volatilen Markt, wie Kursschwankungen auch genannt werden, kann das schon nach kurzer Zeit der Fall sein. Dann wird die zweite Limit-Order sofort ausgeführt und der Händler kann einen Gewinn verzeichnen. Dabei müssen die Kurs-Limits gut geplant sein.

One-Cancels-the-Other (OCO)

Durch Eingabe einer One-Cancels-the-Other-Order gibt ein Händler gleichzeitig zwei Aufträge ein. Sobald eine Order ausgeführt wird, erfolgt automatisch die Löschung der anderen Order. So kann der Trader eine Verkaufsorder gleichzeitig als Limit-Order und als Stop-Loss-Limit-Order eingeben. Eine Kauforder ist gleichzeitig als Stop-Buy-Limit-Order und als Limit-Order möglich. Außerdem können limitierte Kauforder und Verkaufsorder oder Stop-Loss-Limit-Order und Stop-Buy-Limit-Order miteinander kombiniert werden. Bei One-Cancels-the-Other-Orders muss der Trader nur darauf achten, welches Limit er jeweils höher beziehungsweise niedriger ansetzen muss. So kann er sowohl bei steigenden Kursen als auch bei sinkenden Kursen einen Gewinn erzielen und sich durch die One-Cancels-the-Other-Order das Überwachen und Beauftragen der einzelnen Orders sparen.

Next-Order

Eine Next-Order entspricht der If-Done-Order, kann aber auch mit einer OCO-Order verbunden werden. So kann ein Händler eine Aktie kaufen, die er kurze Zeit später mit Gewinn wieder verkaufen möchte. Da er aber in der Zwischenzeit mit einem Kurseinbruch rechnet, sichert er sich gleichzeitig gegen den möglichen Kursverlust ab. Nach dem Aktienkauf kommt entweder die Limit-Order mit einem höheren Verkaufspreis oder die Stop-Loss-Order zur Absicherung gegen einen Kursrückgang zur Ausführung.

Fazit: 8 verschiedene Ordertypen für die richtige Strategie

Welchen Ordertypen Sie für eine Order wählen, hängt ganz davon ab, welche Anlagestrategie Sie fahren und welche Anlageziele Sie sich gesetzt haben. Das Wissen über die verschiedenen Ordertypen ist wichtig, um erfolgreich mit Wertpapieren zu handeln. Informieren Sie sich schon im Vorhinein – also vor Eröffnung eines Depotkontos – bei welchem Broker welche Ordertypen möglich und günstig sind, da dieser Faktor für die Durchführung Ihrer individuellen Strategie wichtig ist.

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