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Welche Eigenschaften besitzen Aktien?

Geschrieben von
Charlotte Ruzanski

Jede Art von Wertpapier, das Sie über die Börse oder auch außerbörslich im Direkthandel kaufen und verkaufen können, hat bestimmte Eigenschaften. Am Markt findet daher eine Einteilung in zwei große Gruppen von Wertpapieren statt, nämlich zum einen verzinsliche Wertpapiere und zum anderen Aktien. Die festverzinslichen Wertpapiere werden insbesondere von Anlegern gewählt, die gerne mit einem fest kalkulierbaren Ertrag rechnen und größeren Wert darauf legen, dass die Anlage möglichst sicher ist.

Eigenschaften von Aktien auf einen Blick

Wenn Sie in Aktien investieren, kaufen Sie nicht einfach nur ein abstraktes Finanzprodukt auf dem Papier, sondern erlangen echtes Miteigentum an einem real wirtschaftenden Unternehmen. Diese unternehmerische Beteiligung bringt eine Reihe von einzigartigen Eigenschaften, Chancen und Rechten mit sich, die Aktien zur weltweit wichtigsten Anlageklasse für den langfristigen Vermögensaufbau machen. Die zentralen Merkmale lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Reale Miteigentümerschaft: Mit dem Kauf einer Aktie erwirbt man einen echten Anteil am Grundkapital des Unternehmens. Sie sind also kein außenstehender Geldgeber wie bei einem Kredit, sondern echter Mitinhaber der Aktiengesellschaft.
  • Recht auf Gewinnbeteiligung (Dividende): Als Eigentümer haben Sie das Recht, am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt zu werden. Wenn das Unternehmen Gewinne erzielt und die Hauptversammlung eine Ausschüttung beschließt, erhalten Sie diese als Dividende direkt auf dein Depotkonto.
  • Gesetzliches Mitspracherecht (Stimmrecht): Besitzer von klassischen Stammaktien dürfen auf der jährlichen Hauptversammlung über wichtige Weichenstellungen abstimmen. Dazu gehören etwa die Wahl des Aufsichtsrats oder die Abstimmung über die Gewinnverwendung.
  • Strikte Haftungsbeschränkung: Das finanzielles Risiko ist klar definiert und begrenzt. Sie haften als Aktionär ausschließlich mit dem Kapital, das Sie in die Aktie investiert haben. Geht das Unternehmen insolvent, droht maximal der Totalverlust des Einsatzes und eine Nachschusspflicht mit dem restlichen Privatvermögen gibt es nicht.
  • Hohe Liquidität und Flexibilität: Börsennotierte Aktien lassen sich an regulierten Handelsplätzen (wie Xetra, gettex oder Tradegate) während der Handelszeiten sekundenschnell kaufen oder verkaufen. Sie kommen also jederzeit schnell wieder an Ihr Geld, was Aktien wesentlich flexibler macht als illiquide Anlagen wie Immobilien.
  • Integrierter Inflationsschutz (Sachwert): Da hinter Aktien echte Fabriken, Patente, Maschinen und Dienstleistungen stehen, gelten sie als reale Sachwerte. Wenn die globale Inflation steigt, können starke Unternehmen die Preise für ihre Produkte anheben, wodurch Aktien langfristig einen natürlichen Schutz vor der schleichenden Geldentwertung bieten.

Aktien sind sehr liquide und flexible Wertpapiere

Zu den Haupteigenschaften von Aktien gehört, dass es sich um sehr flexible und liquide Wertpapiere handelt. Flexibel bedeutet in dem Zusammenhang, dass es eine Vielzahl von Aktien am Markt gibt, zwischen denen Sie sich als Anleger entscheiden können. Liquide sind die Wertpapiere vorwiegend deshalb, weil Aktien börsentäglich an der Börse gehandelt werden können. Sie haben daher jederzeit die Möglichkeit, die im Depot befindlichen Aktien zu verkaufen und über das Guthaben, welches aus dem Verkaufserlös resultiert, auf Ihrem Verrechnungskonto zu verfügen.

Zu den weiteren Merkmalen der Aktien gehört, dass jedes einzelne Wertpapier genau bestimmt werden kann. In Deutschland ist dies zum einen mit der Wertpapierkennnummer (WKN) möglich, zum anderen gilt aber auch für jedes Wertpapier der international gebräuchliche ISIN-Code. Dabei handelt es sich um eine Identifikationsnummer, mit der jedes Wertpapier exakt zugeordnet werden kann. Zu den wichtigen Eigenschaften der Aktien gehört auch, dass sich die Wertpapiere in verschiedene Gruppen einteilen lassen.

Welche Aktienarten gibt es?

Aktien können in mehrere Gruppen eingeteilt werden, und zwar danach, wie die Rechte übertragen werden und welche Rechte die einzelne Aktie überhaupt beinhaltet. Bei der Art der Rechterübertragung wird zwischen den folgenden drei Varianten unterschieden:

In früheren Zeiten dominierten in Deutschland am Aktienmarkt vorwiegend die sogenannten Inhaberaktien. Diese beinhalteten hauptsächlich, dass die Aktien formlos vom Verkäufer an den Käufer übertragen werden können (heute erfolgt die Übertragung elektronisch über Depotkonten im Rahmen der Girosammelverwahrung).
Das führte dazu, dass der Aktiengesellschaft nicht im Detail bekannt war, wer aktuell welche Anzahl von Aktien besitzt. Anders stellt sich die Situation bei den sogenannten Namensaktien dar, die mittlerweile knapp unter die Hälfte der DAX 40-Aktien einnehmen.

Bei den Namensaktien ist es so, dass die Aktionäre tatsächlich mit ihrem Namen und einigen weiteren Angaben in das Aktienregister der jeweiligen Aktiengesellschaft eingetragen werden. Bei jedem Eigentümerwechsel wird der Aktiengesellschaft dann durch Eintragung im Aktionärsregister mitgeteilt, wer neuer Besitzer der Wertpapiere ist. Dieser Prozess läuft bei modernen Online-Brokern vollautomatisch im Hintergrund ab.

Die Eintragung ins Aktionärsregister ist bei Namensaktien deshalb wichtig, weil sonst das Stimmrecht auf der Hauptversammlung nicht ausgeübt werden kann. Noch eine Stufe „strenger“ ist die Eigentumsübertragung bei sogenannten vinkulierten Namensaktien.
Gemäß § 68 Abs. 2 AktG ist bei vinkulierten Namensaktien die Übertragung (das Verfügungsgeschäft) an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden. Ohne die Zustimmung des zuständigen Organs (meist des Vorstands) ist die Übertragung schwebend unwirksam. Wird sie endgültig verweigert, ist das Geschäft von Anfang an unwirksam.
Dies geschieht insbesondere dann, wenn die Aktiengesellschaft befürchtet, dass eine mehrheitliche Übernahme der Aktien durch ein konkurrierendes Unternehmen geplant wird.

Verweigert die AG dann die Eintragung der Aktien ins Aktionärsregister, hat der Aktienbesitzer keine Möglichkeit, sein Stimmrecht auf der Hauptversammlung auszuüben. Für den Anleger sind diese Details in aller Regel nicht von größerem Interesse, da dieser primär auf Kursgewinne und mögliche Erträge durch Dividenden hofft. Mehr zu den Aktienarten lesen Sie hier.

Unterschiede zwischen Aktien und Anleihen

Merkmal Aktie (Unternehmensanteil) Anleihe (Gläubigerpapier)
Rechtliche Stellung Sie werden Miteigentümer des Unternehmens. Sie werden Gläubiger (Sie leihen dem Staat oder Unternehmen Geld).
Kapitalart Lupenreines Eigenkapital für das Unternehmen. Zeitlich begrenztes Fremdkapital für den Emittenten.
Laufzeit Unbegrenzt (besteht so lange, wie das Unternehmen existiert). Begrenzt (feste Laufzeit mit vereinbartem Rückzahlungstermin).
Ertragsart Dividende (variable Gewinnbeteiligung, nicht garantiert). Zinszahlung (meist fester, vertraglich zugesicherter Coupon).
Mitbestimmung Ja, über das Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Nein, keinerlei Mitspracherecht im Unternehmen.
Kursrisiko Sehr hoch (starke Schwankungen je nach Marktlage und Erfolg). Geringer (schwankt meist nur durch Zinsänderungen am Markt).
Sicherheit bei Insolvenz Nachrangig (Aktionäre werden im Pleitefall zuletzt bedient). Bevorzugt (Gläubiger haben vorrangigen Anspruch auf die Insolvenzmasse).
Renditepotenzial Langfristig hoch (theoretisch unbegrenzte Gewinnchancen). Begrenzt (maximal die Höhe des vereinbarten Zinskupons).

Falls Sie sich für den Kauf von Anleihen entscheiden, werden Sie gegenüber dem emittierenden Unternehmen zum Gläubiger. Dies bedeutet, dass Sie kein Miteigentum an dem jeweiligen Unternehmen erwerben, sondern praktisch als Kapitalgeber und somit Kreditgeber auftreten. Sie haben bis zur vollständigen Rückzahlung des Kapitals gegenüber dem Unternehmer einen Gläubigeranspruch, der in erster Linie darin besteht, dass die Anleihe zurückgezahlt wird und Sie während der Laufzeit die vereinbarten Zinsen erhalten.

Falls Sie hingegen Aktien kaufen, werden Sie dadurch nicht zum Gläubiger, sondern rechtlich betrachtet zum Miteigentümer am Grundkapital der Gesellschaft. Als Aktionär besitzen Sie somit nicht nur ein Miteigentum an der Aktiengesellschaft, sondern damit verbunden ist ebenfalls ein Mitbestimmungsrecht. Dieses können Sie ausüben, indem Sie beispielsweise an der jährlich stattfindenden Hauptversammlung teilnehmen.

Die Mitbestimmung ist allerdings bei den weitaus meisten Anlegern nicht der zentrale Grund, warum diese sich für ein Investment in Aktien entscheiden. Stattdessen sind es vorwiegend mögliche Kursgewinne, die im Fokus stehen, wenn man Aktien erwirbt. Aktien verbriefen einen bestimmten Anteil am Grundkapital der jeweiligen Aktiengesellschaft und werden daher auch als Anteilsscheine bezeichnet. Für Sie als Anleger spielt dies allerdings in der Praxis nur eine untergeordnete Rolle, denn es ist natürlich insbesondere das Verhalten der Aktienkurse an der Börse, welches für Sie von Interesse ist.

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Über die Autorin
Charlotte Ruzanski Als leitende Redakteurin bei der qmedia GmbH verantwortet Charlotte Ruzanski seit 2013 die redaktionelle Qualität und Verständlichkeit der Inhalte auf depotkonto.de. Mit ihrer über zehnjährigen...