Welche Aktien gibt es am Markt?

13.01.2019 | Zuletzt aktualisiert am 24.01.2019

Falls Sie langfristig in Aktien investieren oder kurzfristig spekulieren möchten, sollten Sie sich zunächst einmal umfassend über die Börse und den Aktienmarkt informieren. Dazu gehört unter anderem, dass Sie wissen, welche Aktien es am Markt überhaupt geht. In einem vorherigen Teil unseres Ratgebers haben wir Sie bereits darüber informiert, dass sich Aktien nach verschiedenen Kriterien unterscheiden lassen, wie zum Beispiel nach Art der Übertragung (Inhaberaktien, Namensaktien und vinkulierte Namensaktien). Diese Einteilung ist für Sie als Anleger nicht unbedingt von größerem Interesse, falls Sie kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung ausüben möchten. Es gibt aber noch einige andere Einteilungsmerkmale bei Aktien und natürlich sollten Sie generell wissen, wie viele und welche Aktien am Markt überhaupt angeboten werden.

Mehr als 10.000 Aktien in Deutschland handelbar

In Deutschland ist der Aktienmarkt sehr groß, denn nimmt man alle nationalen und internationalen Unternehmen zusammen, die mit ihren jeweiligen Aktien an den deutschen Börsen gehandelt werden können, so haben Sie die Auswahl zwischen mehr als 10.000 unterschiedlichen Wertpapieren. Auch aufgrund dieser großen Anzahl ist es natürlich wichtig, dass Sie eine Einteilung vornehmen bzw. die Unterschiede zwischen den zahlreichen Aktien kennen und diese verschiedenen Gruppen zuordnen können. Eine grobe Einteilung ist zunächst einmal danach vorzunehmen, ob es sich um inländische oder ausländische Aktien handelt. Solch eine Aufteilung nehmen übrigens auch zahlreiche Fondsgesellschaften vor, die dann in die entsprechenden Aktien investieren. Am nationalen Markt wiederum sind die meisten inländischen Aktien einem speziellen Aktienindex zugehörig, wie zum Beispiel die 30 größten Aktienunternehmen des Landes dem Deutschen Aktienindex (DAX).

DAX, SDAX, MDAX und TechDAX

Die in Deutschland vier bekanntesten Aktienindizes sind sicherlich die folgenden:

  • DAX
  • MDAX
  • SDAX
  • TechDAX

Der nationale Leitindex ist der Deutsche Aktienindex (DAX), denn in ihm sind die 30 größten und wichtigsten Aktiengesellschaften mit ihren Aktien vertreten. Am Punktestand des DAX können Sie auf einen Blick erkennen, ob sich die Aktien allgemein positiv oder negativ entwickeln. Der DAX selbst wurde als Aktienindex vor exakt 30 Jahren (1997) ins Leben gerufen und ist seitdem von damals 1.000 auf mittlerweile über 12.000 Punkte angestiegen. Daran lässt sich zweifellos erkennen, dass die Entwicklung deutscher Aktien in den vergangenen drei Jahrzehnten äußerst positiv gewesen ist. Im DAX finden Sie die größten deutschen Aktienwerte, wie zum Beispiel:

  • Allianz
  • Deutsche Bank
  • Deutsche Telekom
  • Münchener Rück
  • Bayer
  • Daimler

Bei allen im DAX enthalten Aktien spricht man von den sogenannten Standardwerten, also relativ großen Aktienwerten. Darüber hinaus gibt es noch weitere Indizes, in denen mittelgroße, kleinere und auch technologisch orientierte Unternehmen vertreten sind.

Im MDAX finden sich zum Beispiel insgesamt 50 Aktien, die nicht groß genug für den DAX sind, aber dennoch eine gute Marktkapitalisierung erreichen. Im MDAX sindzum Beispiel die folgenden Aktien vertreten:

  • Axel Springer
  • Deutsche Wohnen
  • Fielmann
  • HOCHTIEF

Im SDAX, der von der Größe her dem MDAX folgt, sind ebenfalls insgesamt 50 Aktien gelistet. Dabei handelt es sich zumeist um kleinere Nebenwerte, die natürlich im Vergleich zu den DAX-Aktien eine erheblich geringere Marktkapitalisierung haben. Zuguterletzt gehört auch der sogenannte TecDAX zu den bekanntesten Indizes in Deutschland. Es handelt sich um einen Technologieindex, der indirekt der Nachfolger des ehemaligen Neuen Marktes ist. Im TecDAX werden insbesondere technisch orientierte Unternehmen gelistet, die zum Beispiel im Bereich IT angesiedelt sind.

EURO STOXX 50 als Aktienindex für europäische Aktien

Eine Vielzahl von Aktien, die an den deutschen Börsen gehandelt werden können, stammen aus dem Ausland. Hier ist eine wichtige Unterscheidung zu treffen, denn während manche Anleger ihren Fokus ganz gezielt auf deutsche Aktienwerte setzen, gibt es natürlich auf der anderen Seite auch zahlreiche Investoren, die bewusst ausländische Aktien im Depot haben möchten. Wer sich dann noch vor allem für europäische Aktienwerte entscheidet, der wählt häufig Aktien, die im sogenannten EURO STOXX 50 Index vertreten sind. Es handelt sich dabei um den europäischen Aktienindex schlechthin, denn dort werden die größten Aktienwerte aus dem europäischen Raum gelistet. Voraussichtlich werden auch Sie nahezu alle Namen der Aktiengesellschaften kennen, die im Euro Stoxx 50 Index vertreten sind, wie zum Beispiel:

  • Airbus
  • Allianz
  • Danone
  • LOreal
  • Nokia
  • Societe Generale

Der EURO STOXX 50 Index mit seinen jeweiligen Aktien dient zahlreiche Fondsgesellschaften mit ihren jeweiligen Fonds als Grundlage, um das jeweilige Fondsportfolio mit seinen Inhalten festzulegen. Darüber hinaus ist der EURO STOXX 50 ebenfalls eine Grundlage für zahlreiche Fondssparpläne, die auch Sie als Anleger oder Sparer bei zahlreichen Banken und Fondsgesellschaften nutzen können.

Aktien aus Schwellenländern: Emerging Markets

Eine ganz andere Kategorie von Aktien sind solche Wertpapiere, die aus sogenannten Schwellenländern stammen. Dabei handelt es sich um die sogenannten Emerging Markets, mit denen Aktien bzw. Märkte gemeint sind, die sich dadurch auszeichnen, dass darin ausschließlich Schwellenländer vertreten sind. Die Schwellenländer als solche sind Staaten, die noch nicht offiziell als Wirtschaftsmacht bzw. Industrienationen gelten, aber auch keine Entwicklungsländer mehr sind. Demzufolge haben Schwellenländer eine Art Zwischenstadium. Dennoch sind unter den Schwellenländern durchaus einige Staaten vertreten, die man sicherlich mittlerweile zu den größeren Industrienationen zählen muss, wie zum Beispiel:

  • Russland
  • China
  • Brasilien
  • Indien

Wir gezielt in solche Aktien aus dem Bereich Emerging Markets investieren möchte, der entscheidet sich zwar einerseits für ein höheres Risiko, andererseits aber auch für eine Chance auf überdurchschnittliche Gewinne. Aktien aus dem Bereich Emerging Markets sind vor allem als Depotbeimischung zu empfehlen, falls der Anleger nicht nur ein sehr sicheres Portfolio haben, sondern eben die Chance auf einen überdurchschnittlichen Ertrag erhalten möchte.

Weltweit in Aktien investieren

Neben der Einteilung in nationale, europäische und Aktien aus dem Bereich Emerging Markets gibt es natürlich auch noch einige weitere Gruppen, in die sich Aktien einteilen lassen. So nehmen manche Anleger beispielsweise gerne eine Einteilung nach Branche vor, was immer dann sinnvoll ist, wenn man gezielt in eine bestimmte Branche investieren möchte. So eingeteilt gibt es beispielsweise Bankaktien, Chemieaktien oder auch Automobilaktien. Länderübergreifend lässt sich natürlich ebenfalls in Aktien investieren, ohne dass man dabei gleich global anlegen muss. Manche Anleger entscheiden sich beispielsweise gezielt für Aktien aus bestimmten Regionen, beispielsweise aus dem asiatischen Raum, aus Nordamerika oder Mitteleuropa.

Ein weltweites Engagement in Aktien ist natürlich ebenfalls möglich, nur ist die Auswahl mit deutlich mehr als 10.000 Aktien enorm groß. Daher entscheiden sich viele Anleger nicht für einzelne Aktientitel, sondern beispielsweise für Finanzinstrumente, die auf einem Index basieren. Zu nennen sind hier insbesondere sogenannte ETF-Fonds, die auch als Indexfonds oder Passivfonds bekannt sind. Wer in diesem Bereich über einen ETF global investieren möchte, für den ist beispielsweise ein Indexfonds gut geeignet, der auf dem SCI World Index basiert. In diesem Index sind insgesamt über 1.500 Aktien aus mehr als 20 Ländern gelistet. Der MSCI World Index bietet somit über die entsprechenden Finanzinstrumente eine sehr gute Möglichkeit, wenn Anleger möglichst breit gestreut und global in Aktien investieren möchten.

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