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Scalable Capital Kinderdepot Erfahrung: Broker & Wealth im Test

Das Scalable Capital Kinderdepot kombiniert zwei unterschiedliche Ansätze: ein selbst gesteuertes Broker-Modell und eine automatisierte Vermögensverwaltung. Ergänzt wird das Angebot durch ein kostenbezogenes Taschengeld-Feature. Das Modell richtet sich an Eltern, die bewusst entscheiden möchten, wie viel Verantwortung sie beim Vermögensaufbau ihres Kindes selbst übernehmen – und welche Aufgaben sie auslagern wollen.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Scalable Capital Kinderdepot – Essentials
  • 2 Modelle: selbstverwalteter Scalable Broker oder automatisiertes Scalable Wealth
  • ETF-Sparpläne für langfristigen Vermögensaufbau, klar strukturierter Produktansatz
  • Taschengeld-Feature als Rückerstattung von ETF-Produktkosten (TER), kein klassisches Guthabenkonto
  • Digitale Eröffnung und Verwaltung, Eltern-Depots als Voraussetzung
  • Geeignet für kostenbewusste Familien, die zwischen Eigensteuerung und Automatisierung wählen möchten

Konditionen und Kosten im Überblick

2 Modelle für Kinder: Scalable Broker vs. Scalable Wealth

Scalable Capital bietet für Kinder 2 unterschiedliche Depotmodelle an:

  • Scalable Broker: Eltern verwalten das Kinderdepot selbst und entscheiden eigenständig über die Auswahl von ETF-Sparplänen sowie über die Anlagestruktur.
  • Scalable Wealth: Die Geldanlage erfolgt automatisiert über einen Robo-Advisor, der das Portfolio anhand eines festgelegten Risikoprofils steuert.

Für den langfristigen Aufbau von Vermögen bedeutet das eine grundlegende Entscheidung: aktive Eigensteuerung auf der einen Seite oder automatisierte Vermögensverwaltung auf der anderen.

Beide Scalable Kinderdepots können sinnvoll sein. Entscheidend ist weniger die Renditeerwartung als der gewünschte Grad an Kontrolle und Eigenverantwortung bei der Geldanlage.

Das Taschengeld-Feature – Einordnung und Wirkung

Ein besonderes Merkmal im Kinderdepot von Scalable Capital ist das sogenannte Taschengeld-Feature. Dabei schreibt Scalable bei ausgewählten ETFs die laufenden Produktkosten (TER) dem Verrechnungskonto gut. Technisch handelt es sich nicht um eine Gebührenbefreiung, sondern um eine Rückerstattung der Fondskosten.

Der finanzielle Effekt ist auf den ersten Blick überschaubar: Bei einer TER von 0,20 % und einem Depotvolumen von 10.000 € ergibt sich eine Rückerstattung von rund 20 € pro Jahr. Über einen langen Anlagezeitraum kann das Scalable Taschengeld jedoch durch den Zinseszinseffekt an Bedeutung gewinnen.

Für Eltern ist der Taschengeld-Vorteil vor allem ein strukturelles Signal: Fokus auf niedrige laufende Kosten und langfristige Effizienz – kein Renditeversprechen, sondern ein ergänzender Kostenvorteil.

Das Scalable Capital Kinderdepot eröffnen und verwalten

Die Eröffnung eines Kinderdepots bei Scalable Capital erfolgt vollständig digital über die App des Neobrokers. Die Eltern legitimieren sich im Rahmen des Eröffnungsprozesses per VideoIdent.

Beide sorgeberechtigten Elternteile müssen jeweils ein eigenes Scalable-Depot besitzen und der Eröffnung gemeinsam zustimmen. Diese Voraussetzung ist bei Neobrokern nicht unüblich, kann für manche Familien jedoch organisatorisch aufwendig sein.

Das Depot wird auf den Namen des Kindes eröffnet und von den Eltern bis zur Volljährigkeit treuhänderisch geführt. Es steht für Kinder und Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr zur Verfügung.

Für die Depoteröffnung werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Ausweisdokumente beider Elternteile
  • Nachweis über das Sorgerecht
  • Zugangsdaten zu den bestehenden Scalable Capital Konten der Eltern

In der laufenden Verwaltung bleibt das Scalable Capital Kinderdepot vollständig den Eltern zugeordnet. Kinder und Jugendliche erhalten keine eigenen Zugänge oder Nutzerrollen.

Die Steuerung erfolgt über die Scalable-App sowie ergänzend über eine Weboberfläche. Das Depot ist damit auf eine einfache, zentrale Verwaltung und weniger auf eine pädagogische Mitnutzung durch den Nachwuchs ausgerichtet.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Vorteile

Vorteile

  • Wahl zwischen selbstverwaltetem Broker-Modell und automatisierter Wealth-Lösung
  • Günstige Kostenstruktur mit Fokus auf ETF-Sparpläne
  • Zinsen auf Guthaben auf dem Verrechnungskonto
  • Taschengeld-Feature als langfristig kostenreduzierender Effekt
  • Geeignet für strukturierten, langfristigen Vermögensaufbau

Nachteile
  • Beide Eltern benötigen ein eigenes Scalable-Depot
  • Keine individuelle Beratung oder persönliche Betreuung
  • Komplexer als einfache Kinderdepots mit nur einem Modell
  • Kein direkter Kinder- oder Jugendzugang vorgesehen

Fazit: Für wen sich das Scalable Capital Kinderdepot eignet – und für wen nicht

Aus meiner Sicht eignet sich das Scalable Capital Kinderdepot vor allem für Eltern, die bewusst zwischen Eigensteuerung und Automatisierung wählen möchten und dabei Wert auf eine kosteneffiziente, digital organisierte Lösung legen. Besonders sinnvoll erscheint mir das Modell für Familien, die den langfristigen Vermögensaufbau aktiv planen und entweder selbst investieren oder eine strukturierte Robo-Advisor-Lösung nutzen möchten.

Weniger passend ist das Angebot aus meiner Perspektive für Eltern, die eine Kinderdepot-Lösung ohne zusätzliche Eltern-Depots suchen oder großen Wert auf persönliche Beratung und klassische Bankstrukturen legen. Auch für Familien, die ihr Kind frühzeitig aktiv in die Depotverwaltung einbinden möchten, sehe ich bei Scalable Capital derzeit klare funktionale Grenzen.

Insgesamt ist das Scalable Capital Kinderdepot für mich kein universelles Kinderdepot, sondern ein Angebot mit klarer funktionaler Ausrichtung. Es richtet sich an Familien, die entweder selbst investieren oder Verantwortung bewusst an einen Robo-Advisor abgeben wollen – nicht an Haushalte, die Unterstützung, Erklärung oder persönliche Begleitung erwarten.

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Ein Scalable Capital Kinderdepot kann von den sorgeberechtigten Eltern eröffnet werden. Voraussetzung ist, dass beide Elternteile jeweils ein eigenes Depot bei Scalable Capital besitzen und der Eröffnung zustimmen.

Nein. Das Kinderdepot wird bis zur Volljährigkeit ausschließlich von den Eltern verwaltet. Eigene Zugänge oder Mitverwaltungsrechte für Kinder sind nicht vorgesehen.

Mit Volljährigkeit wird das Kinderdepot in ein reguläres Depot des Kindes umgewandelt. Das Kind legitimiert sich neu und erhält die alleinige Verfügungsgewalt; der Zugriff der Eltern endet.

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Über die Autorin
Janine El-Saghir Dr. Janine El-Saghir ist eine erfahrene Finanzanalystin und Wirtschaftsredakteurin, die sich darauf spezialisiert hat, komplexe Finanzthemen für Anleger verständlich aufzubereiten. Mit über 16 Jahren Erfahrung...