Transparenz

Was Studenten beachten sollten

Geschrieben von
Charlotte Ruzanski

Studenten wird heute zutage immer häufiger nahegelegt, sich bereits während des Studiums, um die Geldanlage zu kümmern und für das Alter vorzusorgen. Viele Studenten sehen sich jedoch nicht in der Lage, zusätzlich zu den Ausgaben für Miete, Studium und Lebenshaltungskosten Geld beiseitezulegen. Wann ist Geldanlage wirklich sinnvoll? Sollte man um jeden Preis schon früh einsteigen? In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie als Student unbedingt beachten müssen, bevor Sie Ihr Geld anlegen und investieren.

Früh Geld anlegen – um jeden Preis?

Es lohnt sich, früh genug mit der Geldanlage zu beginnen. Doch was bedeutet „früh genug“? Alle Studenten haben verschiedene Grundvoraussetzungen und unterschiedlich viel Geld zur Verfügung. Deshalb lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Während manche durch die finanzielle Unterstützung der Eltern getragen werden, führen andere einen Mini- oder Werkstudierendenjob aus und finanzieren sich das Studium auf diese Weise. Wieder andere sind auf BAföG angewiesen, weil sie keine Zeit haben, zusätzlich arbeiten zu gehen.

Nicht viele Studenten haben am Ende des Monats mehr Geld auf dem Konto als im vorherigen Monat. Geld ist in dieser Lebensphase also selten „übrig“. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die wenigsten jungen Menschen sich gar nicht erst mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzen.

Den Rat, sich nicht erst im mittleren Alter mit der Vorsorge auseinanderzusetzen, sollte man jedoch ernst nehmen. Dennoch ist es wichtig, einige Voraussetzungen zu beachten, bevor es ans Sparen geht: Denn wer das Geld nicht hat, kann und sollte auch nicht anlegen.

Empfehlenswerte Depotkonten für Studierende

Traders Place Depot
Depotführung p.a.
0 €
Orderkosten
Guthabenzins
1,75 %
3 % auf Kredit
Kostenlose Trades: Aktien, Fonds, ETFs für Order über 500 € / gettex
Guthabenzinsung auf Verrechnungskonto
Kostenlose Sparpläne für ETF, Aktien & Fonds
Funktionen
Software & App
Apple App
Android App
Zinsen auf GirokontoguthabenDie Zinsen werden auf das Guthaben des Girokontos gezahlt, ein zusätzliches Tagesgeldkonto ist nicht erforderlich.
Trade Republic Depot
Depotführung p.a.
0 €
Orderkosten
1 €
Guthabenzins
2 %
Keine Depotführungsgebühren und Orderprovisionen
Über 2.770 kostenlose ETF-Sparpläne
Über 3.000 kostenlose Aktien-Sparpläne
Einfach zu bedienende App
Unkomplizierte Handhabung
Bindung an Lang & Schwarz Exchange
Funktionen
Software & App
Apple App
Android App
Scalable Free Broker
Depotführung p.a.
0 €
Orderkosten
0,99 €
Guthabenzins
2,5 %
3 % auf Kredit
0 € für Sparplanausführungen
Keine Mindesteinlage erforderlich
Einfache und schnelle Kontoeröffnung
Keine zusätzlichen Kosten wie Depotgebühren oder Pauschalgebühren Dritter
Funktionen
Software & App
Apple App
Android App
flatex Depot
Depotführung p.a.
0 €
Orderkosten
5,90 €
Guthabenzins
0 %
7,71 % auf Kredit
Keine Depotführungsgebühren
über 4.500 ETF-Sparpläne ohne flatex-Ordergebühren
Handelbaren Produkten: Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs, CFDs, Forex, etc.
Breites Angebot an Webinaren, Schulungen und Tutorials für Anleger aller Erfahrungsstufen
Zusätzliche Gebühren für bestimmte Dienstleistungen, wie z.B. Dividendenauszahlungen bei ausländischen Aktien
Funktionen
Software & App
Apple App
Android App

Regel Nr. 1: Puffer aufbauen

Der Laptop geht kaputt, die WG benötigt einen neuen Kühlschrank, nach einem Umzug müssen neue Möbel her – kurz gesagt: Es gibt immer Kosten, mit denen man nicht rechnet. Damit solche Ausgaben nicht zu finanziellen Engpässen führen, ist es wichtig, sich ausreichende Rücklagen anzusparen. Wie hoch diese Rücklage sein sollte, hängt auch vom eigenen Lebensstil und den Fixkosten ab, die monatlich anfallen.

Eine Faustregel besagt, dass dieser Puffer in etwa der drei- bis sechsfache Betrag von dem sein sollte, was monatlich benötigt wird. Wer beispielsweise 400 € monatlich für ein Zimmer zahlt und mit 350 € für alles Weitere auskommt, sollte Rücklagen in Höhe von mindestens 2.250 € auf der Seite haben.

Regel Nr. 2: Schulden tilgen

Noch bevor oder während man sich einen Puffer aufbaut, gibt es einen weiteren wichtigen Punkt zu beachten. Sie haben einen Studienkredit aufgenommen? Ehe Sie Geld investieren und für später vorsorgen, sollten die Schulden getilgt sein. Grundsätzlich gilt Folgendes: Investieren Sie ausschließlich Geld, das Sie auch wirklich haben!

Denn die Anlage von Geld in börsengehandelte Produkte geht immer auch mit einem Risiko einher. Zwar wird Anfängern nur zu relativ sicher geltenden Anlageklassen geraten, doch auch ein Sparplan beispielsweise garantiert Ihnen keinen Gewinn.

Regel Nr. 3: Nicht in unflexible Vorsorgeprodukte anlegen

Gerade als Student spielt Flexibilität in vielen Bereichen eine große Rolle. So auch bei der Geldanlage. Wer neben dem Studium als Minijobber arbeitet, muss bei der Anmeldung angeben, ob von dem Gehalt bereits etwas in die Rentenkasse eingespeist werden soll. Durch die Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse erwerben Studenten wertvolle Wartezeiten (Pflichtbeitragszeiten) für die gesetzliche Rente, behalten Ansprüche auf Erwerbsminderungsrenten und erhalten das Recht auf betriebliche Altersvorsorge.

Seit dem 1. Januar 2026 ist der Mindestlohn in Deutschland auf 13,90 € gestiegen. Dadurch stieg die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs dynamisch auf 603 € an. Gleichzeitig gilt eine wegweisende neue Gesetzeslage ab dem 1. Juli 2026: Minijobber können eine einmal erklärte Befreiung von der Rentenversicherungspflicht für ihr laufendes Arbeitsverhältnis erstmals wieder rückgängig machen.

Vorsicht sollte bei der Riester-Rente gelten: Dieses private Versicherungsprodukt lohnt sich mittlerweile kaum noch.

Studenten tun besser daran, in flexible Finanzprodukte zu investieren. Sprich in solche, die die Verfügung über das Geld jederzeit zulassen – nicht erst dann, wenn Sie in Rente gehen. Ein ETF-Sparplan ist eine gute Alternative für junge Anleger, die die Sicherheit benötigen, jederzeit auf das eingezahlte Geld zugreifen zu können. Die monatliche Sparrate kann dabei außerdem reduziert oder pausiert werden, wenn Sie mal knapp bei Kasse sind.

Geldanlage: Das magische Dreieck

Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit bilden das sogenannte magische Dreieck der Geldanlage. Diese drei Faktoren sind auch für junge Anleger essenziell. Die Renditechancen sind bei einem Sparplan auf börsengehandelte Indexfonds sehr hoch. Der monatliche Sparbeitrag wird dadurch nämlich regelmäßig in verschiedene Aktienanteile investiert, was nicht nur die Renditechance erhöht, sondern gleichzeitig auch das Risiko senkt.

Beim Stichpunkt Risiko werden sich viele nun fragen, wann die Sprache auf das Tages- oder Festgeldkonto kommt. Diese Anlageklasse ist im Vergleich zu Aktienanlagen zwar weniger renditestark, doch nach jahrelanger Niedrigzinsphase sind die Zinsen in den letzten Jahren wieder angestiegen. Insbesondere Tagesgeld, auf das täglich zugegriffen werden kann, eignet sich wieder als eine sehr attraktive, risikofreie Option für den Notgroschen.

Geld anlegen trotz BAföG?

Einige Studenten sind auf BAföG angewiesen. Daher stellt sich die Frage, wie sehr BAföG und Geldanlage in einer Korrelation stehen. Bei der Beantragung von BAföG muss der Antragsteller alle finanziellen Einkünfte sowie Kontostand und Sparkonten angeben. Wird der Vermögensfreibetrag überschritten, schmälert sich der BAföG-Betrag für die Person erheblich. Dabei ist der aktuelle Stand während der Antragstellung relevant, er wird jedoch vor jedem Bewilligungszeitraum erneut abgefragt.
Im Jahr 2026 liegt der Vermögensfreibetrag für Studierende unter 30 Jahren bei 15.000 €. Für Studierende ab 30 Jahren liegt er sogar bei 45.000 €. Wer also einen einfachen ETF-Sparplan von nur rund 50 € im Monat hat, muss sich keine Sorgen machen, über diesen Freibetrag zu kommen.

Weitere steuerliche Aspekte

Wer Geld anlegt, sollte auch die steuerlichen Regelungen nicht außer Acht lassen: Über eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) können Erträge bis zum jährlichen Grundfreibetrag (12.348 € im Jahr 2026) völlig steuerfrei eingenommen werden. Durch die Kombination aus Grundfreibetrag (12.348 €), Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 €) und Sparer-Pauschbetrag (1.000 €) können somit bis zu 13.384 € pro Jahr komplett steuerfrei mit einer NV-Bescheinigung vereinnahmt werden.

Fazit: Geldanlage – nicht um jeden Preis

Früh anfangen? Ja. Um jeden Preis anlegen? Nein. Nicht in jeder Lebenssituation sollte Geldanlage die oberste Priorität haben. Bei der Summe, die man während des Studiums anspart, handelt es sich in der Regel um einen kleinen Betrag. Es geht dabei eher darum, sich bereits an das Sparen zu gewöhnen und sich schon frühzeitig mit verschiedenen Anlagestrategien und Investments vertraut zu machen.

Die oberste Regel bei der Geldanlage lautet, nur das anzulegen, was man hat und worauf man in den nächsten Jahren getrost verzichten kann. Außerdem ist es wichtig, mögliche Risiken im Vorhinein zu bedenken, Schulden zu tilgen und die eigene Liquidität nicht zu gefährden. Wer monatlich Geld übrig hat, für den lohnt es sich, dieses in kleinen Beträgen schon während des Studiums anzulegen und vom Zinseszins zu profitieren.

Über die Autorin
Charlotte Ruzanski Als leitende Redakteurin bei der qmedia GmbH verantwortet Charlotte Ruzanski seit 2013 die redaktionelle Qualität und Verständlichkeit der Inhalte auf depotkonto.de. Mit ihrer über zehnjährigen...