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Börsenplätze

Waren- und Wertpapierbörsen
Es gibt zwei unterschiedliche Ausrichtungen von Börsen: Warenbörsen und Wertpapierbörsen. Auf Warenbörsen werden Naturprodukte und Rohstoffe gehandelt. Hierunter fallen unter anderem Kaffee, Weizen, Zinn und Kupfer. Inhaberrechte werden hingegen auf Wertpapierbörsen gehandelt. Diese Vermögenswerte können Anteilsrechte, also Aktien und Zertifikate oder Forderungen wie Schuldverschreibungen sein. Eine Sonderform, die den Handel mit Fremdwährungen betreibt, ist der Devisenhandel. Börsengeschäfte sind als Kassageschäfte und Termingeschäfte möglich. Kassageschäfte bringen eine sofortige Lieferung und Bezahlung mit sich, während Termingeschäfte die Erfüllung auf einen nachfolgenden Zeitpunkt verschieben.
Die Deutschen Börsenplätze
Auch die deutsche Börsenlandschaft ist nicht vor Veränderungen sicher: Während es um 1900 noch weit über 20 Börsenplätze gab, reduzierte sich deren Anzahl durch die Gesetzgeber des Dritten Reiches, die einer agierenden Wirtschaft jenseits starker staatlicher Kontrolle kritisch gegenüberstanden, auf neun Börsenplätze. Heute existieren nur noch sieben Börsenstandorte: Frankfurt am Main, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, und Stuttgart. Keine Wertpapierbörse, aber ein bedeutender Handelsplatz ist daneben die Strombörse in Leipzig.
Aber: Der Standort Berlin existiert seit dem 1. Januar 2026 ausschließlich in Form der fusionierten Tradegate Berlin Stock Exchange (Tradegate BSX). Der klassische Parketthandel über das System Xontro wurde am 30. Dezember 2025 endgültig eingestellt.
Diese Großstädte stellen je einen Anziehungspunkt für viele Menschen dar. Da sich der Aktienhandel zunehmend auf Frankfurt am Main verlagert und ein digitaler Handel verstärkt an Bedeutung gewinnt, sinkt die Relevanz der alteingesessenen Regionalbörsen. Es bleibt abzuwarten, wie sehr sich die Börsenlandschaft in den nächsten Jahren entwickelt.
Börsenplatz Frankfurt am Main
Börsenplatz Berlin
Börsenplatz Düsseldorf
Börsenplatz Hamburg
Börsenplatz Hannover
Börsenplatz München
Börsenplatz Stuttgart
Elektronische Börsenplätze
Für Privatanleger, die Online-Broker nutzen, sind gettex, LS Exchange Quotrix und European Investor Exchange (EIX) die wichtigsten Handelsplätze in Deutschland. Mittlerweile wird hierüber der Großteil des modernen Retail-Volumens abgewickelt.
Diese vier Plattformen zeichnen sich im Vergleich zu klassischen Parkettbörsen vor allem durch lange Handelszeiten (meist von 07:30 bis 23:00 Uhr, Quotrix 22:00) und den Verzicht auf zusätzliche Maklergebühren (Courtage) aus.
gettex (Börse München)
Die von der Bayerischen Börse betriebene Plattform gettex ist der am schnellsten wachsende Handelsplatz für Privatanleger in Deutschland. Als Market Maker agiert im Hintergrund die Baader Bank, die für eine schnelle Ausführung sorgt.
LS Exchange (Börse Hamburg)
Die LS Exchange wird in Kooperation mit der Börse Hamburg betrieben, wobei die renommierte Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als Market Maker die Kurse stellt. Diese Plattform ist vor allem als exklusiver Handelsplatz von Trade Republic bekannt geworden.
Quotrix (Börse Düsseldorf)
Quotrix ist das elektronische Handelssystem der Börse Düsseldorf. Das System ist komplett neutral und überwacht die Preisstellung durch Market Maker vollautomatisch, um Privatanlegern stets faire und marktgerechte Kurse zu garantieren. Quotrix wird von vielen etablierten Direktbanken und Brokern (wie z. B. justTRADE) als kostengünstiger Handelsplatz ohne Börsenentgelte angeboten.
Zum 1. Juli 2026 wird EU-weit das sogenannte Payment for Order Flow (PFOF) verboten. Da Neobroker und die angeschlossenen Handelsplätze (gettex, LS Exchange, Quotrix) maßgeblich über diese Rückvergütungen finanziert wurden, ergeben sich daraus grundlegende Veränderungen: Broker wie Trade Republic bauen nun eigene Handelsplattformen (MTF) auf und Scalable Capital hat mit der Börse Hannover die European Investor Exchange (EIX) gestartet, um den provisionsfreien Handel aufrechtzuerhalten.
European Investor Exchange (EIX)
Die European Investor Exchange (EIX) ist der neueste elektronische Handelsplatz in Deutschland und wird in enger Kooperation mit der Börse Hannover betrieben. Er wird in Partnerschaft mit dem Neobroker Scalable Capital, der die EIX ab 2025 als neuen Standard-Handelsplatz integrierte, betrieben. Das Besondere an der EIX sind die erweiterten Handelszeiten: Neben dem regulären Wochentags-Handel (07:30 bis 23:00 Uhr) ermöglicht die Plattform auch am Wochenende (Samstag und Sonntag von 09:00 bis 19:00 Uhr) das Platzieren von Orders, die für den nächsten Handelstag vorgemerkt werden.
Xetra (Deutsche Börse)
Xetra ist der unverzichtbare Kontrast zu den vier elektronischen Regional-Plattformen, da er als deutscher Referenzmarkt eine ganz andere Rolle einnimmt.
Als unangefochtener Marktführer und technologisches Flaggschiff der Deutschen Börse ist Xetra der zentrale Referenzmarkt für den deutschen Aktien- und ETF-Handel.
Nahezu alle anderen elektronischen Handelsplätze orientieren sich während der Haupthandelszeiten (09:00 bis 17:30 Uhr) an den Xetra-Kursen, um faire Spreads zu garantieren. Während Xetra bei extrem großen Ordervolumina durch die unschlagbare Liquidität der institutionellen Anleger punktet, ist er für Kleinanleger aufgrund zusätzlicher Handelsplatzgebühren (meist mindestens 1,50 € bis 2,50 € pro Order) in der Regel teurer als gettex, LS Exchange oder Quotrix.






