Börsenplätze

Bei einer Börse handelt es sich ganz allgemein gesehen um eine Marktveranstaltung für Handelsgeschäfte. Als in der Regel öffentlich zugängliche Einrichtung sind für einen reibungslosen Ablauf die Kriterien Zugangsberechtigte, Ort, Zeit, Handelsgegenstände und Regelwerk wichtig. In Deutschland gibt es aktuell (Stand: 01/2015) acht Börsenplätze.

Waren- und Wertpapierbörsen

Es gibt zwei unterschiedliche Ausrichtungen von Börsen: Warenbörsen und Wertpapierbörsen. Auf Warenbörsen werden Naturprodukte und Rohstoffe gehandelt. Hierunter fallen unter anderem Kaffee, Weizen, Zinn und Kupfer. Inhaberrechte werden hingegen werden auf Wertpapierbörsen gehandelt. Diese Vermögenswerte können Anteilsrechte, nämlich Aktien und Zertifikate, Forderungen, wie Schuldverschreibungen, sein. Eine Sonderform, die den Handel von Fremdwährungen betreibt, ist der Devisenhandel. Börsengeschäfte sind als Kassageschäfte und Termingeschäfte möglich. Kassageschäfte bringen eine sofortige Lieferung und Bezahlung mit sich, während Termingeschäfte die Erfüllung auf einen nachfolgenden Zeitpunkt verschieben.

Die Deutschen Börsenplätze

Auch die deutsche Börsenlandschaft ist nicht vor Veränderungen sicher: Gab es um 1900 noch weit über 20 Börsenplätze, reduzierte sich deren Anzahl durch die Gesetzgeber des Dritten Reiches, die einer agierenden Wirtschaft jenseits starker staatlicher Kontrolle kritisch gegenüberstanden, auf neun. 2007 wurde der Börsenstandort Bremen aufgelöst; somit bestehen heute (Stand 01/2015) noch acht Börsenstandorte, nämlich Frankfurt am Main, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, Leipzig. Bei allen Orten handelt es sich um Großstädte, die Anziehungspunkt für viele Menschen sind. Bis auf Frankfurt am Main und Leipzig kommt ihnen auch große Bedeutung für das politische Geschehen im jeweiligen Bundesland zu. Da sich der Aktienhandel zunehmend auf Frankfurt am Main verlagert und zunehmend ein digitaler Handel an Bedeutung gewinnt, wird die Relevanz der alt eingesessenen Regionalbörsen in Frage gestellt.

Börsenplatz Frankfurt am Main

Der bedeutendste Börsenplatz Deutschlands ist die Frankfurter Börse. Sie ist einer der größten Handelsplätze für Wertpapiere der Welt. Hier werden jedes Jahr mehrere Billionen Euro umgesetzt. Betreiber ist die Deutsche Börse AG. Anleger können sich an nahezu allen Dienstleistungen und Produkten beteiligen.

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Börsenplatz Berlin

In Berlin gib es neben der Börse Berlin AG, die eine Regionalbörse ist, das Tradegate Exchange, bei dem es sich um eine Wertpapierbörse handelt. Der Eigentümer der Börse Berlin AG ist gegenwärtig der Verein Berliner Wertpapierbörse e.V. Sie verfügt über eine lange Tradition, die bis auf das 1685 zurückführt. Ihre Gründung geht auf Kurfürst Friedrich Wilhelm zurück. Der Gesamtumsatz lag 2011 im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich. An der Börse des Tradgate Exchanges wird erst seit 2010 gehandelt. Sie ist in Besitz der Tradegate Exchange GmbH, die wiederum zu 75 Prozentpunkten der Deutschen Börse AG gehört. Der junge Börsenstandort bedient sich des digitalen Systems Tradgate, dessen Verwendung sich insbesondere an Privatanleger richtet. 2013 wurden über sie kanpp 8 Millionen Transaktionen mit einem Umsatz in Höhe von über 45 Milliarden Euro abgewickelt.

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Börsenplatz Düsseldorf

In der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens liegt der Börsenplatz Düsseldorf. Ihr Jahresumsatz liegt im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich. Als Marktteilnehmer fungieren knapp 100 Interessenten, die sich aus Bankinstituten und Maklerfirmen zusammensetzen. An der Regionalbörse werden unter anderem Aktien, Anleihen und Investmentfonds gehandelt. Wer handeln möchte, muss dieses über einen Makler veranlassen. Dafür ist der Börsenplatz über das Xontro-System zu erreichen. Der Parketthandel findet von acht bis 20 Uhr statt. Der Onlinehandel über Xontrix ist von acht bis 23 Uhr möglich.

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Börsenplatz Hamburg

Die Geschichte des Hamburger Börsenstandorts reicht bis in das Jahr 1558 zurück. Es handelt sich folglich um den ältesten noch aktiven Börsenstandort. Gleich mehrere Handelszentren sind dort anzutreffen:
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Börsenplatz Hannover

Ein Handel findet heute nur noch unter dem Dach der Börsen AG statt, die aus einem Zusammenschluss der Regionalbörsen aus Hannover und Hamburg im Jahr 1999 hervor ging. Der Wertpapierhandel richtet sich an Institutionen und Privatleute und erfolgt digital.

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Börsenplatz München

Die Münchener Börse bietet ca. 15000 Wertpapiere zum Handel an. Zu ihnen gehören unter anderem Aktien, Renten und Investmentfonds. Träger ist die Bayerische Börse AG, die dem Münchener Handelsverein gehört. Für die Unternehmen Simens, Linde, Infineon, BMW und Allianz ist sie Heimatbörse. Als Regionalbörse hat sie eine vergleichsweie kurze Geschichte. Sie ist erst 1830 gegründet worden. Der Standort befindet sich heute direkt am Karolinenplatz.

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Börsenplatz Stuttgart

Stuttgart bietet die größte aller Regionalbörsen auf. Sie hat einen Jahresumsatz, der auf 100 Milliarden Euro zugeht. Ihr prozentualer Anteil am Parketthandel liegt bei über 30 Prozentpunkten. Sie ist dem Einwohnerverein Baden-Württembergische Wertpapierbörse zugeordnet. Dieser bestimmt in seiner Satzung, dass der Finanzort Stuttgart entwickelt werden soll. Dabei werden anstehende Aufgaben von Tochtergesellschaften übernommen. Die Boerse Stuttgart AG und die Euwax AG sind dabei für die Informationstechnologie verantwortlich. Sie ermöglichen, dass Aktien, Genussscheine und Anleihe erworben werden können.

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Börsenplatz Leipzig

In Leipzig gibt es den Handelsplatz European Energy Exchange. Es handelt sich hierbei um den führenden Marktplatz Europas für Energie und Produkte, die mit dem Energie-Markt in Verbindung stehen. Die Abkürzung für den European Energy Exchange lautet EEX. Unter anderem werden dort Strom, Erdgas und Kohle gehandelt. Durch die politisch gewollte Reduzierung von Schadstoffemissionen findet auch ein Handel mit CO2-Emissionsrechten statt. Bei der EEX handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, die neben ihrem Hauptsitz in Leipzig Niederlassungen in London und Brüssel unterhält. Die EEX AG ist mehrheitlich in Besitz der Zürich AG.

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