Was ist ein Depotkonto? Alles was Sie darüber wissen müssen.

24.01.2019
In Niedrigzinsphasen kaufen immer mehr Sparer Aktien, für die sie ein Wertpapierdepot benötigen. Alle Infos zum Depotkonto.

Wenn ein Anleger Wertpapiere kauft, erhält er die Stücke in der Regel nicht in Papierform ausgehändigt. Stattdessen bucht die Bank die gekauften Papiere auf das Depotkonto des Kunden. Über das Depot werden nicht nur Aktien, sondern auch Investmentfonds, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine oder ETFs gekauft, verkauft und verwaltet. Viele Banken und Sparkassen bieten Depotkonten an. Daher lohnt sich für Anleger ein Vergleich, um das passende Depot zu finden. In unserem Ratgeber erfahren Sie, was ein empfehlenswertes Depot ausmacht und worauf Sie bei dem Vergleich achten sollten.

Was ist ein Depotkonto?

Ein Depotkonto dient dazu, Käufe, Verkäufe und die Übertragung von Wertpapieren abzuwickeln und zu verbuchen. Die rechtlichen Grundlagen sind im Kreditwesengesetz (KWG), im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und im Depotgesetz (DepotG) zu finden.

BANX Depotkonto
  • Handel mit Kryptowährungen möglich
  • Kostenlose Desktop Software für Online-Handel
  • iOS App
    Dieser Anbieter verfügt über einen Apple iOS App
  • Android App
    Dieser Anbieter verfügt über einen Android App
Jahresgebühr
0,00 €
Kosten / Order
3,90
Gesamtkosten
39,00
  • Kostenlose Depotführung
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Consorsbank Depotkonto
  • Kontoeröffnung mittels Video Identifikation (optional)
  • Kostenlose Desktop Software für Online-Handel
  • iOS App
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  • Android App
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Jahresgebühr
0,00 €
Kosten / Order
9,90
Gesamtkosten
99,00
  • Kostenlose Depotführung
  • Kostenloses Demokonto
flatex Depotkonto
  • Deutsche Einlagensicherung
  • Handel mit Kryptowährungen möglich
  • Kontoeröffnung mittels Video Identifikation (optional)
  • Kostenlose Desktop Software für Online-Handel
  • iOS App
    Dieser Anbieter verfügt über einen Apple iOS App
  • Android App
    Dieser Anbieter verfügt über einen Android App
Jahresgebühr
0,00 €
Kosten / Order
5,90
Gesamtkosten
59,00
  • Kostenlose Depotführung
  • Sehr günstiger und transparenter Direkthandel (OTC)
  • 0,4 % Negativzinsen
  • Börsenhandel zzgl. variabler Börsengebühren

Die Banken unterscheiden zwischen einem offenen und einem geschlossenen Depot:

  • offenes Depot: Die kontoführende Bank weiß, welche Papiere sich in dem Depot befinden. Die Wertpapiere werden unverschlossen an die Bank übergeben. Dies geschieht durch einen Wertpapierkauf oder die Übertragung von einer Bank zu einer anderen. Da das depotführende Kreditinstitut Kenntnis von dem Depotbestand hat, bietet es verschiedene Dienstleistungen rund um die Papiere an.
  • geschlossenes Depot: Hierbei handelt es sich um den Tresor einer Bank. Der Wertpapierinhaber legt effektive Stücke, also Wertpapiere in Papierform, in ein Schließfach. Die Bank erhält keine Kenntnis darüber, was sich in dem Tresorraum befindet. Daher bietet das Kreditinstitut auch keine Dienstleistungen zum Depotbestand an.

Auch nach Art der Verwahrung der einzelnen Papiere gibt es einige Unterschiede:

  • Girosammelverwahrung: Dies ist die häufigste Verwahrart. Die Papiere einer Emission werden für alle Anleger gesammelt verwahrt. Jeder Anleger ist Miteigentümer eines Anteils, der seinem Depotguthaben entspricht.
  • Streifbandverwahrung: Diese Verwahrart kommt nur noch selten vor. Es handelt sich um effektive Stücke, die mit einem Streifband umwickelt werden. Das Streifband ist ein Papierband, auf dem der Name des Kunden und die Aufbewahrungsnummer vermerkt sind.
  • Einzelurkunde: Als Deckungsbestand werden effektive Stücke ausgestellt. Ein Zentralverwahrer mit dem Namen Clearstream lagert die Papiere ein. Wenn ein Anleger effektive Stücke einliefert, hat er kein Anrecht darauf, dieselben Papiere wieder zurückzubekommen. Stattdessen erhält er gleichwertige Papiere aus dem Deckungsbestand.
  • Sammelurkunde: Für sämtliche ausgegebenen Wertpapiere wird nur noch eine einzige Urkunde ausgestellt. Es handelt sich um eine Globalurkunde. Jeder Anleger erhält ein Bruchteilseigentum am Gesamtbestand.

Einzeldepot oder Gemeinschaftsdepot

Depotkonten können als Einzeldepot mit einem Kontoinhaber oder als Gemeinschaftsdepot mit zwei oder mehr Kontoinhabern eröffnet werden. Bei einem Gemeinschaftsdepot müssen sich die Kontoinhaber einigen, ob die Berechtigten nur gemeinsam über das Wertpapierdepot verfügen dürfen oder jeder für sich alleine. Außerdem gibt es bei einem Gemeinschaftsdepot einen wichtigen rechtlichen Aspekt zu beachten: Für die Kosten und sonstigen Verpflichtungen aus dem Konto haften alle Kontoinhaber gemeinsam. Die in dem Depot verbuchten Wertpapiere gehören jedoch nur einem der Kontoinhaber. Das gilt besonders für Aktien, die als Inhaberpapiere immer nur einem Anleger gehören können. Bei der Auflösung des Depots müssen sich die Kontoinhaber untereinander einigen, wem welche Papiere gehören.

Kein Depotkonto ohne Verrechnungskonto

Zu einem Wertpapierdepot gehört immer ein Verrechnungskonto. Häufig handelt es sich dabei um ein Girokonto oder bei einigen Anbietern auch um ein Tagesgeldkonto. Im Depotkonto sieht der Anleger, welche Stückzahlen er wann gekauft, verkauft oder übertragen hat. Auch die Einbuchung von nachträglichen Stücken aus einer Kapitalerhöhung oder einer sogenannten Reinvestition werden in dem Depot aufgelistet. Eine Reinvestition bedeutet, dass Zinsen oder Dividenden nicht an die Anleger ausgezahlt werden. Stattdessen kauft das Unternehmen weitere Anteile der Wertpapiere, sodass sich der Bestand der Anleger erhöht.

Das Verrechnungskonto zeigt die Gegenbuchung zu den Buchungen im Depotkonto. Bei einem Kauf wird das Verrechnungskonto mit dem Betrag belastet, den die gekauften Papiere zuzüglich Gebühren kosten. Bei einem Verkauf erfolgt eine Gutschrift auf dem Verrechnungskonto. Dabei werden Gebühren und eventuell Steuern abgezogen. Auch Zinsgutschriften und Dividendenzahlungen, die nicht reinvestiert werden, laufen über das Verrechnungskonto.

Unterschied Depotkonto und Girokonto

Ein Depotkonto dient der Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Onlinebanking ist bei einem Depot möglich. Der Kontoinhaber kann aber nur Wertpapiere kaufen und verkaufen und den Bestand abfragen.

Ein Girokonto ist für den täglichen Zahlungsverkehr gedacht. Hier sind Daueraufträge, Lastschriften, Überweisungen und Einzahlung sowie Auszahlung von Bargeld möglich. Der Kontoinhaber kann online, am Geldautomaten oder am Bankschalter über das Girokonto verfügen. Dazu erhält er eine Girokarte und häufig auch eine Kreditkarte.

Wo kann ich ein Wertpapierdepot eröffnen?

Nicht nur Filialbanken oder Sparkassen, sondern auch zahlreiche andere Anbieter, haben ein Depotkonto im Angebot. Dazu gehören Direktbanken, Versicherungen, Onlinebroker, Wertpapierhandelsbanken oder Finanzdienstleister. Wer sich für den Handel mit Aktien als Geldanlage interessiert, sollte zunächst einen Depotkonto Vergleich durchführen. Wir bieten den Vergleich kostenlos und unverbindlich an. Wenn Sie sich nach dem Vergleich für einen Anbieter entschieden haben, leiten wir Sie mit einem Klick auf die Seite Ihres Favoriten weiter. Hier können Sie das Depotkonto schnell und einfach online eröffnen und schon bald mit dem Aktienhandel beginnen.

Wie funktioniert die Depoteröffnung?

Wenn Sie ein Online-Depot eröffnen, ist die Kontoeröffnung in wenigen Schritten erledigt. Zunächst benötigt der Anbieter Ihre persönlichen Daten, wie Name, Geburtsdatum, Familienstand und Geburtsort. Auch die Branche, in der Sie arbeiten, ist für die kontoführende Stelle interessant. Außerdem möchte der Anbieter Ihre Kontaktdaten, wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse, erfahren. Zur Eröffnung des Verrechnungskontos ist außerdem die Angabe eines Girokontos als Referenzkonto erforderlich. Anschließend müssen Sie sich noch legitimieren.

Die Legitimation erfolgt auf unterschiedliche Weise:

  • Videoident: Legitimierung in einem Videochat. Dazu benötigen Sie einen Computer mit Webcam und einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Ein Mitarbeiter führt Sie durch das Verfahren, prüft sofort die Ausweisdaten und erstellt gegebenenfalls Fotos. Anschließend erhalten Sie bei einigen Banken eine SMS-TAN oder Sie schließen die Identifizierung über eine App ab. Nach einer Prüfung durch den Anbieter ist Ihr Wertpapierdepot nach wenigen Tagen eröffnet.
  • Postident: Nach Eingabe Ihrer Daten können Sie einen Postident Coupon ausdrucken. Sie nehmen die ebenfalls ausgedruckten Eröffnungsunterlagen und den Coupon mit in eine Filiale der Deutschen Post AG. Dort legen Sie Ihren Ausweis vor, damit der Postmitarbeiter Sie legitimieren kann. Die Legitimation und die Unterlagen werden anschließend kostenlos an den Anbieter versandt. Einige Tage später erhalten Sie die Zugangsdaten zu Ihrem Depotkonto per Post zugeschickt.

Was ist ein Musterdepot?

Ein Musterdepot funktioniert wie ein echtes Depot. Der Unterschied liegt nur darin, dass der Nutzer kein echtes Geld für den Wertpapierhandel einsetzt. Stattdessen stellt ihm das virtuelle Musterdepot ein fiktives Guthaben zur Verfügung. Damit können Aktien und andere Wertpapiere gekauft und Handelsstrategien ausprobiert werden. Ein Musterdepot eignet sich für Einsteiger in den Aktienhandel. Doch auch erfahrene Händler nutzen das virtuelle Depot, um neue Handelsstrategien zu entwickeln oder einen anderen Anbieter zu testen. Vor allem wegen der Depotkosten entscheiden sich auch langjährige Händler zu einem Depotwechsel. Die Kosten eines Depotkontos verringern die Rendite und sollten möglichst niedrig ausfallen.

Welche Kosten entstehen bei einem Depotkonto?

Die Kosten für ein Depotkonto fallen bei den verschiedenen Anbietern sehr unterschiedlich aus. Durch unseren Depotvergleich können Sie sich über die Kosten informieren:

  • Depotkontoführungsgebühren, auch als Depotentgelt bezeichnet
  • Ordergebühren oder Orderentgelt
  • Gebühren für Telefonorder
  • Börsenentgelt
  • Maklerprovision
  • Limitgebühren
  • Ausgabeaufschlag bei Fonds

Wie sind Depotkonten abgesichert?

Die gute Nachricht für Anleger lautet: Der Wertpapierbestand gehört nur dem Kontoinhaber. Selbst wenn eine Bank Insolvenz anmelden muss, sind die Papiere nicht verloren. Die depotführende Bank muss die Wertpapiere jederzeit an den Inhaber zurückgeben. Bei der Girosammelverwahrung erfolgt die Rückgabe durch den Übertrag der Papiere auf ein Depot bei einem anderen Anbieter. Effektive Stücke müssen in Papierform ausgehändigt werden.

Entschädigung bei Verlust

Obwohl der Depotinhaber jederzeit die Herausgabe seiner Wertpapiere verlangen kann, könnte es zu einem Verlust oder zur Veruntreuung durch die depotführende Stelle kommen. Doch auch hier sind die Anleger geschützt.

Depotbestände bei einer Sparkasse oder Volksbank sind über die institutseigenen Sicherungssysteme in voller Höhe gegen Verlust oder Veruntreuung abgesichert. Das sieht bei Filialbanken und Direktbanken anders aus. Hier greift die gesetzliche Einlagensicherung durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG). Die Entschädigung ist aber auf 90 % des Anlagebetrages, maximal 20.000,00 Euro, begrenzt.

Wenn das Depotkonto bei einer Wertpapierhandelsbank oder einem Finanzdienstleister geführt wird, findet die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) Anwendung. Auch hier beträgt die Absicherung 90 % des Anlagebetrages, maximal 20.000,00 Euro.

Dienstleistungen zum Depotkonto

Mit jedem Anbieter schließt der Kontoinhaber einen Depotvertrag ab, der inhaltlich ähnlich ausfällt. Bei den angebotenen Dienstleistungen rund um das Wertpapierdepot gibt es jedoch Unterschiede. Daher lohnt sich immer ein Depotvergleich, bevor ein Depotkonto eröffnet wird.

Hier eine Auflistung möglicher Dienstleistungen für ein Depotkonto:

  • Online-Handel, auch als Online-Brokerage bezeichnet, und Online-Banking
  • persönliche oder telefonische Beratung
  • Wertpapiersparpläne
  • Informationen über Ausschüttungen
  • Versand von Einladungen zur Hauptversammlung von Aktiengesellschaften
  • Informationen über die Ausübung des Stimmrechts von Aktionären
  • Anlageroboter, auch als Robo Advisor bekannt

Häufige Fragen

  • Wofür brauchen Sie ein Depotkonto?

    Ohne Depotkonto können Wertpapiere weder gekauft/verkauft noch verwahrt werden. Die Art dieser Wertpapiere ist dabei unerheblich, ebenso spielt der Rhythmus der Transaktionen keine Rolle. Auch für die bloße Verwahrung von Aktien oder Fondsanteilen über Jahre ist ein Depot erforderlich.

  • Wie wird ein Depotkonto eröffnet?

    Diese Depotkonto-Eröffnung ist bei jeder Bank oder jedem Broker mit solchen Angeboten möglich, natürlich auch bei der eigenen Hausbank. Es werden als Legitimation lediglich ein Personaldokument und in einigen Fällen eine Adressverifizierung (aktuelle Verbraucherrechnung) verlangt. Nach der Kapitalisierung des Depots kann von dort aus gehandelt werden.

  • Welche Rolle spielt die eigene Börsenerfahrung?

    Banken ermitteln vielfach das Risikoprofil des Anlegers anhand seiner bisherigen Anlageerfahrung und gestatten dann unter Umständen nur den Handel mit Wertpapieren bestimmter Risikoklassen. Das könnte Neulinge vom Handel mit hochriskanten Derivaten ausschließen. Den Banken steht es im Grunde frei, wie sie genau die Suitability (Eignung) eines Anlegers überprüfen und bewerten, sie sind aber zu dieser Überprüfung nach der MiFID-Richtlinie der EU für die Finanzmärkte verpflichtet. Üblich ist die Einstufung eine von fünf Risikoklassen, wobei die Umsetzung der entsprechenden Richtlinie seit einigen Jahren sehr liberal erfolgt. Viele Broker lassen auch Neulinge zu jeder Art von Handel zu.

  • Kosten eines Depotkontos

    Depotkosten können Grundgebühren sein, diese entfallen aber bei vielen Brokern und Banken. Transfergebühren hingegen entstehen immer, die sich meistens aus einer Order- und einer Börsenplatzgebühr (sogenannten Spesen) zusammensetzen. Bei Fonds können Ausgabeaufschläge hinzukommen. Die Grundgebühr kann auch ab einer bestimmten Zahl von Orders entfallen.

  • Wie sind Investments und Barreserven geschützt?

    Diese Frage stellt sich, wenn eine Bank Insolvenz anmeldet. Die Wertpapiere selbst sind nicht von der Insolvenz betroffen, der Besitzer eines Depotkontos muss nur ihre Herausgabe fordern. Die Bank verwahrt diese Wertpapiere schließlich nur, sie haben damit denselben Status wie etwa Wertsachen im Bankschließfach. Die Wertpapiere darf die Bank zu keinem an Gläubiger verpfänden oder anderweitig verkaufen. Allerdings sind die Stopp Loss Orders ausgesetzt, die Kurse laufen jedoch weiter - schlimmstenfalls gegen sie. Daher sollten Sie die Papiere schnellsten auf ein anderes Depot (bei einer anderen Bank) oder verkaufen, wenn sich das lohnt. Zum Depot gehört überdies ein Verrechnungskonto, das in der Regel bis 20.000 vor der Bankinsolvenz geschützt ist, wenn es nicht als Sichteinlage mit dem gesetzlichen Schutz bis 100.000 Euro geführt wurde. Doch hier gilt es, sich im Vorfeld gut zu informieren.

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