Börse Hannover

Die Börse Hannover ist mit der Börse Hamburg unter dem Dach der BÖAG (Börsen Aktiengesellschaft) zusammengeschlossen. Der Handel findet wochentags zwischen 08.00 bis 20.00 Uhr statt. Die Geschichte der Börse Hannover reicht bis ins Jahr 1785 zurück.

Handel an der Börse Hannover

Handelbare Wertpapiere sind Aktien, Renten, Fonds und Derivate, auch Lebens- und Rentenversicherungen können über die BÖAG verkauft und gekauft werden. Seit 2011 gibt es bei der BÖAG die spezielle Mittelstandsbörse Deutschland. Beim Aktienhandel können Werte aus den deutschen Indizes DAX, TecDAX, MDAX und SDAX gehandelt werden, des Weiteren aus dem EURO STOXX 50 und dem Dow Jones. Zum Anleihenhandel gehören sämtliche notierten Bundeswertpapiere, Bank- und Industrieobligationen sowie Rentenpapiere der Bundesländer. Bemerkenswert sind die sehr freundlichen Bedingungen an der Börse Hannover (betrifft auch Hamburg), denn es werden vielfach keine Maklercourtagen und nur minimale Spreads verlangt. Das Fixing ist an Frankfurt als Referenzbörse angelehnt. Die beiden Börsen Hannover und Hamburg sind zusammen auf dem Zweitmarkt für Fonds aktiv, beteiligt ist auch die Bayerische Börse AG. Ein weiteres interessantes Feld ist die Policenbörse für Lebens- und Rentenversicherungen, die Inhabern oft bessere Preise beim Verkauf als durch den Erlös bei einer Kündigung nach Rückkaufswert einbringt. Die Policen werden an den Börsen Hannover und Hamburg auktioniert. Es muss aber eine gewisse Kapitalisierung der Police vorliegen, bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen sind es 10.000 Euro, bei Fondspolicen 25.000 Euro.
Die Mittelstandsbörse Deutschland verschafft Unternehmen einen Kapitalmarktzugang und bietet damit eine Alternative zu Krediten. Die Börsen Hannover und Hamburg begleiten die Firmen bei der Emission und bieten Research und weitere Services an. Seit 2007 kann an der Börse Hannover der Global Challenges Index gehandelt werden, der 50 Unternehmen der nachhaltigen Wirtschaft umfasst. Themen sind Klimawandel, Trinkwasser, Waldwirtschaft, Artenvielfalt, Bevölkerungsentwicklung, Armutsbekämpfung und verantwortungsvolle Führungsstrukturen. Die betreffenden Unternehmen sind auf diesen Sektoren rein wirtschaftlich tätig und erzielen dementsprechend auch Gewinne. Ebenfalls erwähnenswert ist der Fondsservice Hannover für den Handel von Fondsanteilen.

Börse Hannover: Organisation

Nach ihrem Zusammenschluss zur BÖAG belegen die beiden Börsen Hannover und Hamburg gemeinsam den dritten Platz in Deutschland (nach Frankfurt und Stuttgart). Der Zusammenschluss war 1999 durch die damaligen Trägervereine der beiden Börsen erfolgt. Aktuell findet ausschließlich computergestützter Handel statt. An beiden Börsen zusammen handeln etwa 130 Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsunternehmen, die Zahl der gehandelten Wertpapiere liegt zwischen 11.000 und 12.000. Beim Zweitmarkt mit Fonds ist die BÖAG deutscher Marktführer.

Geschichte der Börse Hannover

Als Gründungsjahr der Börse Hannover wird allgemein 1787 genannt, doch schon 1785 hatten sich Kaufleute der niedersächsischen Stadt zu einem Verein zusammengeschlossen, den der amtierende König Georg III. im Jahr 1787 schließlich in den Rang eines öffentlichen Instituts erhob. Bis 1815 wurde die dadurch entstandene Börse Hannover zu einem Handelsverein, der 1858 seinen ersten Aktienkurszettel herausgab. Ab 1867 übernahm die Handelsinnung das Gebäude und das Vermögen des Vereins, sie baute den Börsenhandel weiter aus.

Autor
Thomas Schulz
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