Börse Leipzig

Die Börse in Leipzig ist heute eine Energiebörse. Der Börsenplatz Leipzig hat aber auch eine Geschichte traditioneller kaufmännischer Börsengeschäfte.

Handel an der Strombörse Leipzig

Die heutige Strombörse in Leipzig – die European Energy Exchange (EEX) – bündelt wie eine Wertpapierbörse das Energieangebot und die Nachfrage europäischer Staaten. Begonnen hatte der Handel mit Strom der drei Staaten Deutschland, Österreich und Frankreich, schließlich wurde er auf immer mehr Staaten erweitert. Die Produkte sind heute Strommengen in einer definierten Zeiteinheit, aber auch Gas, Kohle, CO2-Emissionsrechte und Herkunftsnachweise für Grünstrom. Der Handel erhöht die Liquidität und senkt die Transaktionskosten. Solche Energiebörsen gibt es auch an anderen Stellen in Europa und der Welt. Demnächst soll es auf Vorschlag der EU-Kommission eine einheitliche europäische Energiebörse geben.

Organisation der EEX (Börse Leipzig)

Die EEX ist eine öffentlich-rechtliche Institution, sie unterliegt dem deutschen Börsengesetz. Als Träger der Börse fungiert eine privatrechtliche Aktiengesellschaft. Derzeit (2015) handeln an der EEX rund 240 Börsenteilnehmer aus 24 Staaten, damit ist es die führende europäische Energiebörse. Die EEX bietet auch den Trade Registration Service für den OTC-Handel an. Diese außerbörslich getätigten Geschäfte können zum Clearing registriert werden. Die EEX-Betreibergesellschaft – die EEX AG – hat ihren Sitz im Leipziger City-Hochhaus (Augustusplatz).

Geschichte der Leipziger Börse

In Leipzig wurde 1678 durch Kaufleute der Bau der “Alten Handelsbörse” beschlossen. Den Bau gibt es noch, er gehört heute zu den ältesten Leipziger Barockbauwerken. Die Kaufleute hatte sich im 17. Jahrhundert schon länger zentral getroffen, um börsenähnliche Handelsgeschäfte zu tätigen, die aber nicht den administrativen Status anderer Börsen wie in Frankfurt oder Stuttgart erlangten. Die Alte Handelbörse war dennoch über zweieinhalb Jahrhunderte ein Kaufmannstreff, bot einen Redoutensaal und war der Ort für wichtige Auktionen. Es gab Unterbrechungen durch die Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhunderts, bei einer Wiedereröffnung 1816 wurde die Alte Handelsbörse umgebaut und erhielt eine teilweise veränderte Architektur. Nach 1850 wurde sie zu klein, die Leipziger Stadtväter und Kaufleute beschlossen den Bau der Neuen Börse Leipzig. Das hing auch mit der wachsenden Bedeutung Leipzigs als Messestadt zusammen. Die Neue Börse Leipzig wurde 1884 – 1886 gebaut, während die Alte Börse in Leipzig fortan ein Sitzungslokal für Stadtverordnete war. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört, danach aber wieder aufgebaut und (bis heute) für kulturelle Zwecke genutzt. Die Neue Börse wurde ebenfalls vollständig durch alliierte Luftangriffe zerstört und nicht wieder aufgebaut. Es entstanden hier andere Bauwerke. Der Börsenhandel in Leipzig bezog sich immer auf die Aktivitäten von Kaufleuten vorrangig während der Leipziger Messe. So hatte auch die Geschichte anderer Börsen in Deutschland begonnen, die heute Börsenhandelsplätze im tatsächlichen Sinne sind.

Autor
Thomas Schulz
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