Börse Frankfurt

Die Börse Frankfurt wird durch die Deutsche Börse AG betrieben, ihre Gründung datiert man auf das Jahr 1585. Allerdings gab es viele Vorläuferformen, die ins frühe Mittelalter zurückzuverfolgen sind. Heute ist es die bedeutendste deutsche Börse.

Handel an der Frankfurter Börse

Die Deutsche Börse (Börse in Frankfurt) wickelt das gesamte Börsengeschäft ab. Es findet Aktien-, Futures-, Anleihen-, Derivate- und Terminhandel statt. Die Börse Frankfurt stellt die Anlageinstrumente und die Kurse, daneben betreibt sie die elektronischen Handelssysteme. Der Parketthandel findet von 08.00 – 20.00 h, der rein elektronische XETRA-Handel von 09.00 – 17.30 h statt. Seit Mai 2011 basiert auch der Parketthandel auf der Xetra®-Technologie. Die Händler sitzen zwar noch auf dem Parkett, handeln dort aber elektronisch. Frühere Skontroführer wurden zu Spezialisten. Schon seit den 1980er Jahren berichten Fernseh- und Rundfunkanstalten aus der Frankfurter Börse, unter anderem Anja Kohl und Markus Gürne für die ARD-Tagesthemen und für “Börse im Ersten”. Auch das ZDF, N24, n-tv und CNBC Europe übertragen wesentliche Börsennachrichten aus der Frankfurter Börse. Einige weitere Sender berichten noch wesentlich genauer, darunter DAF, DW-TV und Bloomberg Television.

Frankfurter Börse: Organisation

Neben der BaFin kontrolliert das hessische Wirtschaftsministerium die Deutsche Börse AG. Diese ist allerdings ein (selbst börsennotiertes) Wirtschaftsunternehmen mit 93 % Streubesitz seiner Akten, während die Frankfurter Wertpapierbörse öffentlich-rechtlich kontrolliert wird.

Geschichte der Frankfurter Börse

Die Frankfurter Börse hat eine Vorgeschichte im Frankfurter Messewesen des Mittelalters und seiner internen Kreditwirtschaft, die zu Schuldscheinverschreibungen führte. Diese Schuldscheine konnten gehandelt werden und unterlagen damit der Preisbildung laut Angebot und Nachfrage, was die Grundlage für jeden Börsenhandel ist. Im Zusammenhang mit dem unzuverlässigen Wert von Geldmünzen im Mittelalter erschienen diese Schuldwechsel zudem als solide Finanzanlage. Da die Messegeschäfte ab dem 16. Jahrhundert kaum noch mit den Münzen als offiziellem Zahlungsmittel zu bewältigen waren, kamen bargeldlose Methoden wie die Schuldwechsel und andere Varianten immer mehr zur Geltung. Auch eine Verrechnung von Handelstransaktionen (Einkäufe gegen Verkäufe) über Bücher fand statt. Das gehört ebenfalls zum Börsenwesen. Solche Vorgänge sind ab 1567 dokumentiert. Als Gründungsjahr für die Frankfurter Börse nimmt man 1585 an, ab 1605 kam der Begriff „Burß“ (Börse) auf. Ab 1639 fanden Wechselgeschäfte ganzjährig und damit nicht mehr nur während der Messen statt. Die Zahl der beteiligten Kaufleute stieg im Laufe des 17. Jahrhunderts, der Börsenplatz war der Frankfurter Römer beziehungsweise die Römerhalle. Die Frankfurter Börse gewann internationalen Rang, ab 1694 belegen vorhandene Akten eine offizielle Börsenverwaltung. Mit den Bankengründungen im 18. Jahrhundert wandelte sich die Frankfurter Börse, es wurden nun auch Staatsanleihen gehandelt. Die Familie von Rothschild begründete im frühen 19. Jahrhundert Zweigstellen der Börse in anderen europäischen Städten, weitere Bankiersfamilien wie Bethmann und Metzler entwickelten den Handel mit Aktien und Anleihen. 1843 entstand die Alte Frankfurter Börse, die alsbald zu klein wurde. 1879 folgte die Neue Börse. Im 20. Jahrhundert litt das Geschäft unter Kriegen und Krisen, doch selbst während des Zweiten Weltkrieges wurde eingeschränkt weitergehandelt. Eine kurze Pause gab es lediglich zwischen Mai und September 1945. Ab 1948 wuchs wieder die internationale Bedeutung der Frankfurter Börse, die heute zu den wichtigsten Börsenplätzen der Welt zählt.

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Autor
Thomas Schulz
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