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Transparenz

Zinsrechner

Der Zinsrechner löst eine einmalige Geldanlage nach jeder der vier Größen auf: Endkapital, Anfangskapital, Zinssatz oder Laufzeit. Zinseszins und Kapitalertragsteuer sind zuschaltbar – daneben steht, was beide Schalter am Ergebnis ändern und welcher Zinssatz heute realistisch ist.
Geschrieben von
Erkan Boga
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Rechner löst nach jeder der vier Größen auf: Endkapital, Anfangskapital, Zinssatz oder Laufzeit. Drei geben Sie ein, die vierte wird berechnet.
  • Er startet ohne Zinseszins. Aus 10.000 € werden bei 3 % in zehn Jahren 13.000,00 € – mit eingeschaltetem Zinseszins 13.439,16 €.
  • Zinsen werden einmal im Jahr gutgeschrieben, angefangene Jahre anteilig. Eine monatliche Gutschrift bildet der Rechner nicht ab; der Unterschied ist klein.
  • Die Kapitalertragsteuer ist zuschaltbar: 26,375 % auf den Zins oberhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 €, Jahr für Jahr. Bei 3 % Zins bleibt eine Anlage bis rund 33.300 € ganz steuerfrei.
  • Der Rechner kennt keine Sparraten. Für monatliche Einzahlungen ist der Sparplan-Rechner das richtige Werkzeug.


Vier Rechenwege, ein Rechner

Eine einmalige Geldanlage hat vier Größen: das Anfangskapital, den Zinssatz, die Laufzeit und das Endkapital. Kennt man drei davon, ergibt sich die vierte. Der Schalter „Berechnungsziel“ oben im Rechner legt fest, welche das ist – das zugehörige Eingabefeld verschwindet dann, weil es berechnet wird.

Die vier Berechnungsziele des Zinsrechners mit Formel und Beispiel (mit Zinseszins, jährliche Gutschrift, ohne Steuern)
Gesucht Sie geben ein Formel Beispiel
Endkapital Anfangskapital, Zinssatz, Laufzeit Kn = K0 × (1 + i)n 10.000 € × 1,0310 = 13.439,16 €
Anfangskapital Endkapital, Zinssatz, Laufzeit K0 = Kn : (1 + i)n 100.000 € in 20 Jahren bei 3 %: 55.367,58 €
Zinssatz Anfangskapital, Endkapital, Laufzeit i = (Kn : K0)1/n − 1 10.000 € auf 20.000 € in 10 Jahren: 7,18 %
Laufzeit Anfangskapital, Endkapital, Zinssatz n = ln(Kn : K0) : ln(1 + i) 10.000 € auf 20.000 € bei 3 %: 23,45 Jahre
K0 = Anfangskapital, Kn = Endkapital, i = Zinssatz, n = Laufzeit in Jahren. Eigene Berechnung, Stand 02.09.2026. Ohne Zinseszins rechnet der Rechner linear: Kn = K0 × (1 + i × n).

Vorbelegt sind 10.000 €, 3 % und zehn Jahre – die Werte der ersten Zeile. Wer nur wissen will, was aus einem Betrag wird, ändert drei Zahlen und ist fertig. Die anderen drei Rechenwege lösen dieselbe Gleichung nach einer anderen Größe auf. Zinssatz und Laufzeit ermittelt der Rechner durch schrittweise Annäherung; das Ergebnis steht mit zwei Nachkommastellen da.

Für zwei dieser Fragen gibt es eigene Seiten mit passend vorgewähltem Rechner: Der Zinssatzrechner startet auf „Zinssatz“ und beantwortet, welche Verzinsung ein Sparziel braucht. Der Zinseszinsrechner startet mit eingeschaltetem Zinseszins und zeigt, wie viel dieser Effekt über die Jahre ausmacht.

Mit oder ohne Zinseszins

Der Rechner startet mit der Einstellung „Zinseszins: Nein“. Das ist die Rechnung für eine Anlage, bei der die Zinsen jedes Jahr ausgezahlt werden und nicht weiter arbeiten – etwa ein Festgeld mit jährlicher Zinsauszahlung auf das Girokonto. Der Zinsertrag ist dann jedes Jahr gleich hoch: 10.000 € bei 3 % bringen 300 € im Jahr, nach zehn Jahren 3.000 €.

Bleiben die Zinsen auf dem Konto, verzinst die Bank im zweiten Jahr 10.300 €, im dritten 10.609 € und so weiter. Der Unterschied ist anfangs kaum sichtbar und wird mit jedem Jahr größer:

10.000 € bei 3 % Zins pro Jahr, jährliche Gutschrift, ohne Steuern
Laufzeit ohne Zinseszins mit Zinseszins Unterschied
5 Jahre 11.500,00 € 11.592,74 € 92,74 €
10 Jahre 13.000,00 € 13.439,16 € 439,16 €
20 Jahre 16.000,00 € 18.061,11 € 2.061,11 €
30 Jahre 19.000,00 € 24.272,62 € 5.272,62 €
Eigene Berechnung nach der Rechenlogik des Rechners, Stand 02.09.2026.

Welche Einstellung passt, entscheidet nicht die Anlageform, sondern die Frage, was mit den Zinsen geschieht. Ein Tagesgeldkonto schreibt die Zinsen dem Guthaben gut, also mit Zinseszins. Ein Festgeld mit jährlicher Auszahlung oder eine Anleihe mit festem Kupon liefert einfache Zinsen – es sei denn, Sie legen die Auszahlung selbst wieder an.

Laufzeit in Jahren oder Monaten

Die Laufzeit lässt sich in Jahren oder Monaten eingeben. Der Zinssatz bleibt dabei immer ein Jahreszins: 3 % bedeuten 3 % pro Jahr, auch wenn Sie 18 Monate eintragen. Der Rechner rechnet die Monate in Jahre um und behandelt ein angefangenes Jahr anteilig – 18 Monate sind ein volles Jahr plus ein halbes.

Bei eingeschaltetem Zinseszins werden die Zinsen am Ende jedes vollen Jahres dem Kapital zugeschlagen; für den Rest gibt es anteilige Zinsen auf den bis dahin erreichten Stand. Aus 10.000 € werden so in 18 Monaten bei 3 % genau 10.454,50 €: 300 € für das erste Jahr, dann 154,50 € für das halbe Jahr auf 10.300 €. Ohne Zinseszins sind es 10.450,00 €.

Was der Rechner nicht abbildet: unterjährige Gutschrift

Manche Banken schreiben Zinsen vierteljährlich oder monatlich gut. Dann arbeitet der Zinseszins häufiger, und das Endkapital fällt etwas höher aus als hier berechnet. Bei üblichen Zinssätzen ist der Unterschied klein: 10.000 € bei 3 % über zehn Jahre ergeben mit jährlicher Gutschrift 13.439,16 €, mit vierteljährlicher 13.483,49 €, mit monatlicher 13.493,54 €. Für einen Überschlag reicht die Jahresrechnung; den vertraglich genauen Wert zeigt die Zinsabrechnung der Bank.

Die Kapitalertragsteuer im Rechner

Unter „Besteuerung“ lässt sich der Steuerabzug zuschalten; voreingestellt ist er aus. Der Rechner nimmt dann in jedem Jahr die Zinsen, zieht den Sparer-Pauschbetrag ab und besteuert den Rest mit dem eingetragenen Satz. Vorbelegt sind 26,375 % – das sind 25 % Abgeltungsteuer (§ 32d Abs. 1 EStG) plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf – und ein Pauschbetrag von 1.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Mit Kirchensteuer liegt die Gesamtbelastung bei 27,8186 % (8 %) oder 27,9951 % (9 %); tragen Sie in diesem Fall den passenden Satz ein.

Zwei Eigenschaften dieser Rechnung sind wichtig, um das Ergebnis richtig zu lesen:

  • Der Pauschbetrag gilt in jedem Jahr neu. Solange der Jahreszins unter 1.000 € bleibt, fällt keine Steuer an. Bei 3 % Zins ist das bis zu einer Anlagesumme von rund 33.300 € der Fall – bei den vorbelegten 10.000 € ändert der Schalter das Ergebnis also nicht.
  • Bei Zinseszins wird nur der Nettozins wieder angelegt. Die Steuer geht jedes Jahr ab und fehlt danach in der Verzinsung. 50.000 € bei 3 % über zehn Jahre ergeben ohne Steuer 67.195,82 €, mit Steuer 65.124,35 €. Der Abzug beginnt im ersten Jahr mit 131,88 € auf die 500 € oberhalb des Pauschbetrags und summiert sich auf 1.835,72 €.

Der Betrag erscheint im Ergebnis als „Steuern“. Wie Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zusammenwirken und warum der Freistellungsauftrag bei der Bank die Voraussetzung dafür ist, dass der Pauschbetrag überhaupt wirkt, steht beim Abgeltungsteuer-Rechner.

Welcher Zinssatz realistisch ist

Der Zinssatz ist die einzige Eingabe, die niemand sicher kennt. Zwei Anhaltspunkte helfen beim Einordnen.

Für Tagesgeld und Festgeld gibt die Europäische Zentralbank die Richtung vor. Der Satz, zu dem Banken überschüssiges Geld bei der EZB parken (Einlagefazilität), beträgt aktuell 2,25 %. Dauerhaft deutlich mehr kann ein Tagesgeldkonto kaum bieten, denn die Bank verdient an der Differenz. Neukundenaktionen liegen zeitweise darüber, meist befristet auf wenige Monate.

Für Aktien gibt es keinen Zinssatz, sondern eine Rendite, die schwankt. Das Deutsche Aktieninstitut nennt in seinem DAX-Rendite-Dreieck als Lesebeispiel: „Wenn Sie Ende 1996 DAX-Aktien gekauft und bis Ende 2013 gehalten haben, wuchs Ihr Aktiendepot jährlich im Schnitt um 7,3 Prozent.“ Das ist ein Durchschnitt über 17 Jahre mit Wiederanlage der Dividenden, kein Versprechen für die nächsten; das Institut schreibt selbst dazu, dass vergangenheitsbezogene Daten kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung sind.

Zweimal rechnen

Wer eine Aktienrendite einträgt, sollte sie als Annahme behandeln und den Rechner zweimal laufen lassen – einmal mit 7 %, einmal mit 4 %. Liegt das Sparziel auch im zweiten Fall in Reichweite, trägt der Plan.

Und der Zinssatz ist nominal. Bei 3 % Zins und 2,2 % Inflation – die Jahresrate 2025 nach dem Statistischen Bundesamt – bleibt ein realer Zuwachs von 0,78 % (1,03 : 1,022 − 1). Die einfache Subtraktion ergäbe 0,80 %; bei höheren Raten wird der Unterschied größer.

Was der Rechner nicht kann

  • Keine Sparraten. Der Rechner verzinst einen einmaligen Betrag. Wer monatlich einzahlt, braucht den Sparplan-Rechner, der Anfangskapital und regelmäßige Raten zusammen verzinst.
  • Ein Zinssatz für die ganze Laufzeit. Zinsänderungen, Staffelzinsen oder eine Verlängerung zu neuen Konditionen bildet er nicht ab. Rechnen Sie solche Abschnitte getrennt und tragen Sie das Endkapital des ersten als Anfangskapital des zweiten ein.
  • Jährliche Gutschrift. Monatliche oder vierteljährliche Zinsgutschrift ergibt etwas mehr, siehe oben.
  • Keine Inflation. Alle Beträge sind nominal, also vor Kaufkraftverlust.
  • Centgenau, nicht prognosegenau. Alle Beträge erscheinen mit zwei Nachkommastellen. Die Genauigkeit gilt für die Rechnung, nicht für die Annahmen dahinter.

Der Rechner ist ein Rechenwerkzeug und ersetzt keine Anlage- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen zum Zinsrechner

Weil die Voreinstellung „Zinseszins: Nein“ die Rechnung für ausgezahlte Zinsen ist: Der Zins wird jedes Jahr nur auf das Anfangskapital berechnet, aus 10.000 € werden bei 3 % in zehn Jahren 13.000,00 €. Bleiben die Zinsen angelegt, schalten Sie auf „Ja“ – dann sind es 13.439,16 €. Für Tagesgeld, bei dem die Zinsen dem Guthaben gutgeschrieben werden, ist „Ja“ die passende Einstellung; für ein Festgeld mit jährlicher Auszahlung „Nein“.

Die Laufzeit lässt sich unter „Zeitraum“ auf Monate umstellen. Der Zinssatz bleibt ein Jahreszins; der Rechner rechnet die Monate in Jahre um, verzinst volle Jahre mit Zinseszins (wenn eingeschaltet) und den Rest anteilig. 18 Monate bei 3 % machen aus 10.000 € genau 10.454,50 €. Eine monatliche Zinsgutschrift, wie sie manche Banken anbieten, bildet der Rechner nicht ab; sie ergäbe etwas mehr.

Nein. Der Rechner verzinst einen Betrag, der einmal zu Beginn angelegt wird. Regelmäßige Einzahlungen rechnet der Sparplan-Rechner, der Anfangskapital und Sparraten zusammen verzinst und nach Endkapital, Sparrate, Zinssatz, Laufzeit oder Anfangskapital auflösen kann.

Steht „Kapitalerträge versteuern“ auf „Ja“, zieht der Rechner in jedem Jahr den Sparerpauschbetrag (voreingestellt 1.000 €) vom Jahreszins ab und besteuert den Rest mit dem eingetragenen Steuersatz – voreingestellt 26,375 %, also 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf. Bei Zinseszins wird nur der Nettozins wieder angelegt. Die Summe der Abzüge erscheint als „Steuern“. Kirchensteuer berücksichtigt der Rechner nur, wenn Sie den Steuersatz selbst auf 27,8186 % (8 %) oder 27,9951 % (9 %) ändern.

Die Summe aller Zinsen über die Laufzeit, also Endkapital minus Anfangskapital. Bei eingeschalteter Besteuerung ist es der Nettozins nach Abzug der Steuer; der abgezogene Betrag steht daneben unter „Steuern“.

Den Jahreszins der Anlage, die Sie prüfen. Für Tagesgeld ist der Einlagenzins der EZB die Orientierung (aktuell 2,25 %); dauerhaft deutlich mehr bietet kaum eine Bank. Für Aktien gibt es keinen Zinssatz, sondern eine schwankende Rendite – rechnen Sie dann mit zwei Annahmen, etwa 4 % und 7 %, statt mit einer.

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Über den Autor
Erkan Boga Gründer & Geschäftsführer Erkan Boga ist Gründer der qmedia GmbH und die treibende Kraft hinter depotkonto.de. Als Unternehmer mit über 30 Jahren Erfahrung im digitalen Sektor verbindet er...