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Zinssatz berechnen

Der Zinssatzrechner ermittelt aus Anfangskapital, Zielbetrag und Laufzeit die Verzinsung, die ein Sparziel braucht – wahlweise mit Zinseszins und mit Abzug der Kapitalertragsteuer. Daneben steht, welcher Zins das Kapital in fünf bis dreißig Jahren verdoppelt und welche Sätze heute erreichbar sind.
Geschrieben von
Erkan Boga
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Rechner steht auf „Zinssatz“: Anfangskapital, Endkapital und Laufzeit eingeben, er nennt die nötige Verzinsung pro Jahr mit zwei Nachkommastellen.
  • Wer sein Geld in zehn Jahren verdoppeln will, braucht 7,18 % pro Jahr mit Zinseszins. In 15 Jahren reichen 4,73 %, in 20 Jahren 3,53 %, in 30 Jahren 2,34 %.
  • Der Zinseszins ist beim Start ausgeschaltet. Ohne ihn nennt der Rechner für dieselbe Verdopplung in zehn Jahren 10,00 %. Prüfen Sie den Schalter, bevor Sie das Ergebnis mit einem Angebot vergleichen.
  • Mit zugeschalteter Kapitalertragsteuer steigt der nötige Satz, weil die Steuer jedes Jahr vom Zins oberhalb von 1.000 € abgeht: aus 7,18 % werden 7,33 %; bei 50.000 € auf 100.000 € in 15 Jahren aus 4,73 % ganze 5,90 %.
  • Zum Einordnen: Tagesgeld orientiert sich am Einlagenzins der EZB, der DAX brachte in einem Lesebeispiel des Deutschen Aktieninstituts über 17 Jahre 7,3 % pro Jahr.


Drei Angaben, ein Ergebnis

Die Frage hinter diesem Rechner lautet: „Ich habe 10.000 € und will in zehn Jahren 20.000 € – welchen Zins brauche ich dafür?“ Das Berechnungsziel steht deshalb auf „Zinssatz“, und genau dieses Beispiel ist voreingestellt. Sie ändern drei Werte:

  • Anfangskapital – der Betrag, der heute angelegt wird
  • Endkapital – der Zielbetrag am Ende der Laufzeit
  • Laufzeit – in Jahren oder Monaten; der Zinssatz bleibt in beiden Fällen ein Jahreszins

Das Ergebnis erscheint als „Zinssatz“ mit zwei Nachkommastellen, daneben der Zinsertrag – die Differenz zwischen End- und Anfangskapital – und die Laufzeit. Für das voreingestellte Beispiel nennt der Rechner 10,00 % ohne Zinseszins und 7,18 % mit Zinseszins. Warum zwei so verschiedene Zahlen beide richtig sind, steht zwei Abschnitte weiter unten.

Die Formel mit Zinseszins lautet i = (Endkapital : Anfangskapital)1/n − 1, für die Verdopplung in zehn Jahren also 21/10 − 1 = 7,18 %. Ohne Zinseszins ist es eine Division: der Zinsertrag geteilt durch das Anfangskapital und durch die Jahre, also 100 % : 10 = 10 %. Der Rechner tastet sich in kleinen Schritten an den Wert heran, statt eine Formel auszuwerten – deshalb funktioniert er auch mit Steuerabzug und Monatslaufzeiten, für die es keine geschlossene Formel gibt.

Welcher Zins das Kapital verdoppelt

Die Verdopplung ist der häufigste Anwendungsfall, und sie hängt nur von der Laufzeit ab, nicht vom Betrag. 10.000 € auf 20.000 € braucht denselben Zins wie 50.000 € auf 100.000 €:

Nötiger Zinssatz pro Jahr, um ein Anfangskapital zu verdoppeln, ohne Steuern
Laufzeit mit Zinseszins ohne Zinseszins
5 Jahre 14,87 % 20,00 %
10 Jahre 7,18 % 10,00 %
15 Jahre 4,73 % 6,67 %
20 Jahre 3,53 % 5,00 %
25 Jahre 2,81 % 4,00 %
30 Jahre 2,34 % 3,33 %
Eigene Berechnung nach der Rechenlogik des Rechners (jährliche Zinsgutschrift), Stand 02.09.2026.

Die Umkehrung dieser Tabelle ist die 72er-Regel: 72 geteilt durch die Jahre ergibt ungefähr den nötigen Zins, 72 geteilt durch den Zins die Jahre bis zur Verdopplung. Für zehn Jahre nennt sie 7,2 % (exakt 7,18 %), für 20 Jahre 3,6 % (exakt 3,53 %), für 30 Jahre 2,4 % (exakt 2,34 %). Als Kopfrechnung reicht das; der Rechner liefert die zweite Nachkommastelle.

Der Schalter, der das Ergebnis am stärksten verändert

„Zinseszins: Nein“ bedeutet: Die Zinsen werden jedes Jahr ausgezahlt und arbeiten nicht weiter. Dann muss der Zins allein das Ziel erreichen, und die nötige Verzinsung steigt – bei der Verdopplung in zehn Jahren von 7,18 % auf 10,00 %. „Zinseszins: Ja“ bedeutet: Die Zinsen bleiben angelegt und werden im Folgejahr mitverzinst.

Für ein Sparziel über mehrere Jahre ist die Rechnung mit Zinseszins fast immer die passende. Ein Tagesgeldkonto schreibt die Zinsen dem Guthaben gut, ein thesaurierender Fonds legt Erträge automatisch wieder an, und wer die Ausschüttung einer Anleihe selbst neu anlegt, erreicht dasselbe. Nur wenn die Zinsen tatsächlich jedes Jahr vom Anlagekonto verschwinden – ausgezahlt und ausgegeben –, gilt die Rechnung ohne Zinseszins.

Vor dem Vergleich mit einem Angebot

Banken nennen ihren Zinssatz pro Jahr mit jährlicher Gutschrift. Wenn Sie den vom Rechner ermittelten Satz mit einem Angebot vergleichen, muss der Zinseszins eingeschaltet sein – sonst vergleichen Sie einen Satz, der deutlich zu hoch ist (10,00 % statt 7,18 % im Beispiel), mit einem Angebot, das ihn nicht braucht.

Brutto, netto, real: drei Zinssätze

Der Rechner nennt den Bruttozins. Zwei Dinge liegen zwischen ihm und dem, was am Ende auf dem Konto ankommt.

Die Kapitalertragsteuer. Unter „Besteuerung“ lässt sich der Abzug zuschalten; voreingestellt sind 26,375 % – 25 % Abgeltungsteuer nach § 32d Abs. 1 EStG plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf – und ein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr (§ 20 Abs. 9 EStG). Der Rechner zieht die Steuer in jedem Jahr vom Zins oberhalb des Pauschbetrags ab und verzinst nur den Rest weiter. Der nötige Zins steigt dadurch: Für 10.000 € auf 20.000 € in zehn Jahren von 7,18 % auf 7,33 %, weil der Jahreszins hier erst spät über 1.000 € steigt. Für 50.000 € auf 100.000 € in 15 Jahren dagegen von 4,73 % auf 5,90 %, weil von Anfang an mehr als 1.000 € Zinsen im Jahr anfallen. Wie der Rechner die Steuer Jahr für Jahr abzieht und warum der Pauschbetrag bei der Bank nur mit einem Freistellungsauftrag wirkt, beschreibt der Zinsrechner in seinem Abschnitt zur Kapitalertragsteuer.

Die Inflation. 20.000 € in zehn Jahren kaufen weniger als 20.000 € heute. Wer ein Ziel in heutiger Kaufkraft erreichen will, muss den Zins um die Inflation erhöhen. Bei 2,2 % Inflation – der Jahresrate 2025 nach dem Statistischen Bundesamt – wird aus dem nötigen Bruttozins von 7,18 % ein Satz von 9,54 % (1,0718 × 1,022 − 1). Die Rechnung mit Steuer und Inflation zugleich ergibt entsprechend mehr.

Welche Zinssätze erreichbar sind

Der Rechner sagt, welchen Zins Sie brauchen. Ob es ihn gibt, ist die zweite Frage.

Für Tagesgeld und Festgeld setzt die Europäische Zentralbank den Rahmen. Der Satz, zu dem Banken überschüssiges Geld bei der EZB parken (Einlagefazilität), beträgt aktuell 2,25 %. Dauerhaft deutlich mehr kann ein Tagesgeldkonto kaum bieten. Ein Sparziel, das 7 % verlangt, ist mit Zinsanlagen also nicht zu erreichen – der Rechner zeigt das schneller als jeder Vergleich.

Für Aktien gibt es keinen Zins, sondern eine schwankende Rendite. Das Deutsche Aktieninstitut nennt in seinem DAX-Rendite-Dreieck als Lesebeispiel: „Wenn Sie Ende 1996 DAX-Aktien gekauft und bis Ende 2013 gehalten haben, wuchs Ihr Aktiendepot jährlich im Schnitt um 7,3 Prozent.“ Das Institut weist selbst darauf hin, dass vergangenheitsbezogene Daten kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung sind. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA beziffert die Nettorendite von Aktien-ETFs im EU-Markt für die Jahre 2020 bis 2024 auf 10,1 % pro Jahr, nach laufenden Kosten und Inflation auf 6,0 % – ein Fünfjahresfenster mit starken Börsenjahren, kein Dauerzustand.

Liegt der nötige Zins über dem, was Ihnen realistisch erscheint, bleiben zwei andere Hebel: mehr Zeit oder regelmäßige Einzahlungen. Den zweiten rechnet der Sparplan-Rechner, der ebenfalls ein Berechnungsziel „Zinssatz“ hat und dabei jede Sparrate mitverzinst. Wie stark die Zeit allein wirkt, zeigt der Zinseszinsrechner.

Grenzen der Rechnung

  • Keine Sparraten. Der Rechner verzinst einen einmaligen Betrag. Für Sparpläne gilt der Sparplan-Rechner, siehe oben.
  • Ein Zinssatz über die ganze Laufzeit. Der ermittelte Satz ist ein Durchschnitt; eine Anlage, die ihn im Mittel erreicht, kann in einzelnen Jahren weit darüber oder darunter liegen.
  • Jährliche Gutschrift. Wird der Zins monatlich oder vierteljährlich gutgeschrieben, reicht ein etwas niedrigerer Nominalzins. Bei üblichen Sätzen sind das Hundertstel.
  • Negative Ergebnisse sind möglich. Ist das Endkapital kleiner als das Anfangskapital, nennt der Rechner einen negativen Zinssatz – die jährliche Schrumpfrate.
  • Nominal. Steuer und Inflation kommen nur hinzu, wenn Sie sie wie oben beschrieben einrechnen.

Der Rechner ist ein Rechenwerkzeug und ersetzt keine Anlage- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen zum Zinssatzrechner

Mit Zinseszins: 14,87 % in fünf Jahren, 7,18 % in zehn, 4,73 % in 15, 3,53 % in 20 und 2,34 % in 30 Jahren – unabhängig vom Betrag. Die 72er-Regel liefert die Näherung: 72 geteilt durch die Jahre, für zehn Jahre also 7,2 %.

Meist, weil der Zinseszins ausgeschaltet ist – das ist die Voreinstellung. Ohne Zinseszins muss der Zins jedes Jahr allein aus dem Anfangskapital kommen; für die Verdopplung in zehn Jahren nennt der Rechner dann 10,00 % statt 7,18 %. Schalten Sie „Zinseszins“ auf „Ja“, wenn die Zinsen angelegt bleiben, was bei Tagesgeld und thesaurierenden Fonds der Fall ist.

Nicht mit diesem Rechner, er kennt nur eine Einmalanlage. Der Sparplan-Rechner hat ebenfalls ein Berechnungsziel „Zinssatz“ und verzinst dabei Anfangskapital und Sparraten gemeinsam.

Ein Zinssatz ist vertraglich fest und gilt pro Jahr, etwa bei Festgeld. Eine Rendite ist der tatsächlich erzielte jährliche Ertrag einer Anlage einschließlich Kursänderungen und Ausschüttungen, und sie schwankt. Das Ergebnis des Rechners ist eine durchschnittliche jährliche Verzinsung – Sie können es deshalb auch als die Rendite lesen, die eine Aktien- oder Fondsanlage im Mittel bringen müsste.

Auf Wunsch. Steht „Kapitalerträge versteuern“ auf „Ja“, zieht der Rechner jedes Jahr 26,375 % vom Zins oberhalb des Sparerpauschbetrags von 1.000 € ab und ermittelt den Zins, der das Ziel trotzdem erreicht. Für 10.000 € auf 20.000 € in zehn Jahren steigt er von 7,18 % auf 7,33 %, für 50.000 € auf 100.000 € in 15 Jahren von 4,73 % auf 5,90 %.

Dass das eingetragene Endkapital kleiner ist als das Anfangskapital. Der Rechner nennt dann die jährliche Rate, mit der das Kapital schrumpft – etwa −2,21 % pro Jahr, wenn aus 10.000 € in zehn Jahren 8.000 € werden.

Über den Autor
Erkan Boga Gründer & Geschäftsführer Erkan Boga ist Gründer der qmedia GmbH und die treibende Kraft hinter depotkonto.de. Als Unternehmer mit über 30 Jahren Erfahrung im digitalen Sektor verbindet er...