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Zinseszinsrechner

Der Zinseszinsrechner zeigt, wie ein einmal angelegter Betrag wächst, wenn die Zinsen angelegt bleiben und selbst Zinsen bringen. Die Tabellen daneben beziffern den Zinseszins-Effekt über fünf bis vierzig Jahre, vergleichen Zeit mit Zinssatz und zeigen, wie die Kapitalertragsteuer ihn bremst.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Das Wichtigste in Kürze
  • Zinseszins heißt: Die Zinsen bleiben angelegt und werden im nächsten Jahr mitverzinst. Aus 10.000 € werden bei 3 % in zehn Jahren 13.439,16 € statt 13.000,00 € – die 439,16 € sind der Zinseszins-Effekt.
  • Der Effekt wächst schneller als das Kapital: Nach zehn Jahren macht er 12,8 % des Zinsertrags aus, nach 30 Jahren 36,9 %, nach 40 Jahren fast die Hälfte.
  • Zeit wirkt wie Zins: 10.000 € bringen bei 3 % in 40 Jahren 32.620,38 €, bei 6 % in 20 Jahren 32.071,35 €.
  • Verdopplung bei 3 % nach 23,45 Jahren, bei 6 % nach 11,90 Jahren. Faustregel: 72 geteilt durch den Zinssatz.
  • Der Rechner startet mit eingeschaltetem Zinseszins, schreibt Zinsen einmal im Jahr gut und kennt keine Sparraten.


Was der Zinseszins-Effekt ist

Wer 10.000 € zu 3 % anlegt, bekommt nach einem Jahr 300 € Zinsen. Bleiben sie auf dem Konto, verzinst die Bank im zweiten Jahr 10.300 € – das bringt 309 €, also 9 € mehr. Im dritten Jahr sind es 318,27 € auf 10.609 €, und nach drei Jahren stehen 10.927,27 € auf dem Konto statt 10.900 €. Diese 27,27 € sind Zinsen auf Zinsen: der Zinseszins-Effekt.

Die Formel dahinter: Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz)Jahre. Ohne Zinseszins wird der Zins jedes Jahr nur auf das Anfangskapital berechnet, das Endkapital wächst linear: Anfangskapital × (1 + Zinssatz × Jahre). Der Zinseszins-Effekt ist die Differenz der beiden Ergebnisse.

Der Rechner zeigt Endkapital und Zinsertrag. Den Effekt selbst – den Teil des Zinsertrags, der auf Zinsen von Zinsen entfällt – erhalten Sie mit zwei Durchläufen: einmal mit „Zinseszins: Ja“, einmal mit „Nein“; die Differenz der beiden Endkapitale ist der Zinseszins-Effekt. Für die üblichen Fälle steht er in den Tabellen unten. Wer eine der anderen Größen sucht – nötiges Anfangskapital, nötigen Zins oder nötige Laufzeit –, schaltet das Berechnungsziel um; der Zinsrechner beschreibt alle vier Rechenwege, der Zinssatzrechner ist auf die Frage nach dem nötigen Zins vorgewählt.

Wie groß der Effekt wird

In den ersten Jahren ist der Zinseszins-Effekt klein, weil erst wenig Zinsen angesammelt sind, die selbst Zinsen bringen könnten. Mit der Zeit dreht sich das Verhältnis:

10.000 € bei 3 % Zins pro Jahr, jährliche Gutschrift, ohne Steuern
Laufzeit ohne Zinseszins mit Zinseszins Zinseszins-Effekt Anteil am Zinsertrag
5 Jahre 11.500,00 € 11.592,74 € 92,74 € 5,8 %
10 Jahre 13.000,00 € 13.439,16 € 439,16 € 12,8 %
20 Jahre 16.000,00 € 18.061,11 € 2.061,11 € 25,6 %
30 Jahre 19.000,00 € 24.272,62 € 5.272,62 € 36,9 %
40 Jahre 22.000,00 € 32.620,38 € 10.620,38 € 47,0 %
Eigene Berechnung nach der Rechenlogik des Rechners, Stand 02.09.2026. „Anteil am Zinsertrag“: Zinseszins-Effekt geteilt durch den gesamten Zinsertrag mit Zinseszins.

Nach 40 Jahren stammt fast jeder zweite Euro Zinsertrag nicht aus dem Anfangskapital, sondern aus Zinsen, die selbst Zinsen gebracht haben. Der Zinssatz verstärkt das noch einmal:

10.000 € über 20 Jahre bei verschiedenen Zinssätzen, jährliche Gutschrift, ohne Steuern
Zinssatz ohne Zinseszins mit Zinseszins Zinseszins-Effekt
1 % 12.000,00 € 12.201,90 € 201,90 €
2 % 14.000,00 € 14.859,47 € 859,47 €
3 % 16.000,00 € 18.061,11 € 2.061,11 €
5 % 20.000,00 € 26.532,98 € 6.532,98 €
7 % 24.000,00 € 38.696,84 € 14.696,84 €
Eigene Berechnung nach der Rechenlogik des Rechners, Stand 02.09.2026.

Bei 7 % ist der Effekt nach 20 Jahren größer als das Anfangskapital selbst. Solche Sätze gibt es bei Zinsanlagen nicht – sie stehen hier, weil der Zinseszins genau dort am meisten bewirkt, wo die Rendite hoch und die Laufzeit lang ist: bei langfristigen Aktienanlagen mit wieder angelegten Erträgen.

Zeit oder Zinssatz: was stärker wirkt

Die 72er-Regel fasst beides in eine Zahl: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt ungefähr die Jahre, bis sich ein Betrag verdoppelt hat.

Jahre bis zur Verdopplung mit Zinseszins: exakte Rechnung und 72er-Regel
Zinssatz exakt 72er-Regel
1 % 69,66 Jahre 72,0 Jahre
2 % 35,00 Jahre 36,0 Jahre
3 % 23,45 Jahre 24,0 Jahre
4 % 17,67 Jahre 18,0 Jahre
6 % 11,90 Jahre 12,0 Jahre
8 % 9,01 Jahre 9,0 Jahre
Exakt: ln 2 : ln(1 + Zinssatz). Eigene Berechnung, Stand 02.09.2026. Zwischen 4 und 10 % liegt die Regel auf ein halbes Jahr genau, bei 1 % weicht sie um mehr als zwei Jahre ab.

Eine Verdopplung des Zinssatzes wirkt fast genauso wie eine Verdopplung der Zeit: 10.000 € bei 3 % über 40 Jahre ergeben 32.620,38 €, bei 6 % über 20 Jahre 32.071,35 €. Der Unterschied ist, dass Sie die Laufzeit selbst bestimmen, den Zinssatz nicht. Wer früh anfängt, kann sich mit einem niedrigeren Satz begnügen – das ist der ganze Grund, warum der Zinseszins in jeder Anleitung zum Vermögensaufbau vorkommt.

Einmal im Jahr, angefangene Jahre anteilig

Der Rechner schlägt die Zinsen am Ende jedes vollen Jahres dem Kapital zu. Wird die Laufzeit in Monaten eingegeben, rechnet er die vollen Jahre mit Zinseszins und den Rest anteilig: 18 Monate sind ein Jahr plus ein halbes, aus 10.000 € werden bei 3 % dann 10.454,50 € – 300 € für das erste Jahr und 154,50 € für das halbe Jahr auf 10.300 €.

Manche Banken schreiben Zinsen vierteljährlich oder monatlich gut. Dann setzt der Zinseszins häufiger an, und das Endkapital fällt etwas höher aus: 10.000 € bei 3 % über zehn Jahre ergeben mit jährlicher Gutschrift 13.439,16 €, mit vierteljährlicher 13.483,49 €, mit monatlicher 13.493,54 €. Der Rechner bildet nur die jährliche Gutschrift ab; die Abweichung liegt bei üblichen Zinssätzen unter einem halben Prozent des Endkapitals.

Steuern bremsen den Zinseszins

Unter „Besteuerung“ lässt sich die Kapitalertragsteuer zuschalten. Voreingestellt sind 26,375 % – 25 % Abgeltungsteuer nach § 32d Abs. 1 EStG plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf – und ein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr (§ 20 Abs. 9 EStG). Der Rechner zieht die Steuer in jedem Jahr vom Zins oberhalb des Pauschbetrags ab und legt nur den Nettozins wieder an.

Genau das macht Steuern beim Zinseszins teurer, als der Steuersatz vermuten lässt: Was abgezogen wird, fehlt in allen folgenden Jahren als Kapital. 100.000 € bei 3 % über zehn Jahre ergeben ohne Steuer 134.391,64 €, mit Steuer 127.333,00 €. Der Abzug von 6.209,28 € entspricht einem Nettozins von 2,45 % statt 3 %. Bei den vorbelegten 10.000 € ändert der Schalter dagegen nichts, weil 300 € Jahreszins unter dem Pauschbetrag bleiben – bei 3 % gilt das bis zu einer Anlagesumme von rund 33.300 €.

Der Pauschbetrag wirkt bei der Bank nur mit einem Freistellungsauftrag. Ohne ihn behält die Bank die Steuer ab dem ersten Euro ein, und der Zinseszins arbeitet mit entsprechend weniger, bis Sie sich die Steuer über die Steuererklärung zurückholen.

Nur eine Einmalanlage

Der Rechner verzinst einen Betrag, der zu Beginn einmal angelegt wird. Spätere Einzahlungen oder monatliche Sparraten kennt er nicht. Wer regelmäßig einzahlt, nimmt den Sparplan-Rechner, der Anfangskapital und Raten zusammen verzinst und dabei denselben Zinseszins anwendet – dort gibt es zudem die Wahl zwischen thesaurierend und ausschüttend, die hier der Schalter „Zinseszins“ übernimmt.

Auch einen Zinssatz, der sich während der Laufzeit ändert, bildet der Rechner nicht ab. Rechnen Sie solche Abschnitte nacheinander und tragen Sie das Endkapital des ersten als Anfangskapital des zweiten ein. Alle Beträge sind nominal und erscheinen mit zwei Nachkommastellen; die Genauigkeit gilt für die Rechnung, nicht für die Annahme über den Zinssatz.

Der Rechner ist ein Rechenwerkzeug und ersetzt keine Anlage- oder Steuerberatung.

Quellen

  • Einkommensteuergesetz: § 32d EStG (Steuersatz 25 %), § 20 EStG (Sparer-Pauschbetrag), § 4 SolzG 1995 (Solidaritätszuschlag 5,5 %) – abgerufen 02.09.2026
  • Einkommensteuergesetz: § 44a EStG (Freistellungsauftrag) – abgerufen 02.09.2026
  • Rechenbeispiele und Tabellen: eigene Berechnung nach der Rechenlogik des eingebundenen Rechners (jährliche Gutschrift, anteilige Restlaufzeit, Pauschbetrag je Jahr) sowie der Zinseszinsformel, Stand 02.09.2026

Häufige Fragen zum Zinseszinsrechner

Der Teil des Zinsertrags, der nicht aus dem Anfangskapital stammt, sondern aus Zinsen, die selbst wieder Zinsen gebracht haben. 10.000 € bei 3 % ergeben in zehn Jahren 13.439,16 € mit Zinseszins und 13.000,00 € ohne; die Differenz von 439,16 € ist der Effekt.

Einmal im Jahr, am Ende jedes vollen Jahres. Wird die Laufzeit in Monaten eingegeben, rechnet der Rechner den Rest anteilig. Eine monatliche Gutschrift, wie manche Banken sie bieten, kann er nicht abbilden; sie ergäbe bei 10.000 € und 3 % über zehn Jahre 13.493,54 € statt 13.439,16 €.

Weil erst wenig Zinsen angesammelt sind, die selbst Zinsen bringen könnten. Bei 10.000 € und 3 % macht der Effekt nach fünf Jahren 5,8 % des Zinsertrags aus, nach zehn Jahren 12,8 %, nach 30 Jahren 36,9 % und nach 40 Jahren 47,0 %.

Bei 3 % 23,45 Jahre, bei 4 % 17,67 Jahre, bei 6 % 11,90 Jahre – mit Zinseszins. Die 72er-Regel schätzt es im Kopf: 72 geteilt durch den Zinssatz, also 24, 18 und 12 Jahre.

Auf Wunsch. Steht „Kapitalerträge versteuern“ auf „Ja“, zieht der Rechner jedes Jahr 26,375 % vom Zins oberhalb des Sparerpauschbetrags von 1.000 € ab und legt nur den Nettozins wieder an. 100.000 € bei 3 % über zehn Jahre ergeben so 127.333,00 € statt 134.391,64 €. Bei den voreingestellten 10.000 € ändert der Schalter nichts, weil 300 € Jahreszins unter dem Pauschbetrag bleiben.

Nein, der Rechner verzinst eine Einmalanlage. Für regelmäßige Einzahlungen gibt es den Sparplan-Rechner, der Anfangskapital und Raten zusammen mit Zinseszins verzinst.

Über die Autorin
Janine El-Saghir Finanzanalystin & Wirtschaftsredakteurin Dr. Janine El-Saghir ist eine erfahrene Finanzanalystin und Wirtschaftsredakteurin, die sich darauf spezialisiert hat, komplexe Finanzthemen für Anleger verständlich aufzubereiten. Mit über 16 Jahren Erfahrung...