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ETF-Fondsrechner
- Ein Aktien-ETF kostet laufend 0,22 % im Jahr, ein aktiv verwalteter Aktienfonds 1,38 % – gut das Sechsfache (ESMA, EU-Durchschnitt 2020–2024). Dazu kommt beim Fonds meist ein einmaliger Ausgabeaufschlag, klassisch bis zu 5 % des Anlagebetrags.
- Mit den Vorgaben des Rechners – 50.000 €, 15 Jahre, 6 % Rendite – endet der ETF bei 115.316,17 €, der Fonds bei 95.708,36 €. Der Unterschied von 19.607,81 € ist fast das Zwölffache des Ausgabeaufschlags von 1.250 €.
- Laufende Kosten werden nie abgebucht. Sie werden täglich aus dem Fondsvermögen entnommen und stehen in keiner Abrechnung – deshalb unterschätzt fast jeder ihre Wirkung.
- Der Rechner besteuert auf Wunsch den Gewinn am Ende der Laufzeit mit Teilfreistellung und Sparer-Pauschbetrag. Die jährliche Vorabpauschale bildet er nicht ab – dafür gibt es den ETF-Sparplan-Rechner.
Was ETFs und aktive Fonds tatsächlich kosten
Ein ETF bildet einen Index nach und braucht dafür keinen Fondsmanager, der Aktien auswählt. Ein aktiv verwalteter Fonds bezahlt genau diesen Manager, sein Research und den Vertrieb – aus dem Fondsvermögen, also aus Ihrem Geld. Wie groß der Unterschied ist, misst die europäische Wertpapieraufsicht ESMA jedes Jahr über alle in der EU zugelassenen Publikumsfonds:
| Kennzahl | Aktienfonds (aktiv) | Rentenfonds | Mischfonds | Aktien-ETF |
|---|---|---|---|---|
| Kosten gesamt | 1,9 % | 1,3 % | 2,0 % | 0,5 % |
| davon laufende Kosten | 1,38 % | 0,87 % | 1,47 % | 0,22 % |
| davon Ausgabeaufschlag | 0,51 % | 0,41 % | 0,42 % | 0,18 % |
| Nettorendite | 7,5 % | 0,0 % | 2,7 % | 10,1 % |
| Realrendite nach laufenden Kosten | 3,6 % | −4,0 % | −1,3 % | 6,0 % |
| Quelle: ESMA, Market Report on Costs and Performance of EU Retail Investment Products 2025, Tabelle „Essential statistics – UCITS“, EU-27, Anlagehorizont fünf Jahre. Ausgabeaufschlag als annualisierter Durchschnitt über alle Anleger, auch die ohne Aufschlag. Veröffentlicht März 2026, Datenstand Ende 2024. | ||||
Die Realrendite ist die Zeile, die zählt: Nach Inflation blieb vom Rentenfonds über diese fünf Jahre jedes Jahr 4 % weniger übrig, vom Mischfonds 1,3 %. Nur Aktienfonds und Aktien-ETFs schlugen die Geldentwertung – der ETF mit 6,0 % fast doppelt so deutlich wie der aktive Fonds. Der Zeitraum war für Aktien ungewöhnlich stark; die Kostenlücke von 1,38 gegen 0,22 % gilt unabhängig davon.
Das Beispiel des Rechners: 50.000 € über 15 Jahre
Der Rechner startet mit einer Einmalanlage von 50.000 €, 15 Jahren Ansparzeit und 6 % erwarteter Gesamtrendite vor Kosten. Der ETF trägt 1 % Auftragsgebühr beim Kauf und 0,2 % laufende Kosten; der aktive Fonds 2,5 % Ausgabeaufschlag und 1,4 % laufende Kosten – die beiden Prozentsätze aus der ESMA-Tabelle, gerundet. Steuern sind zunächst ausgeschaltet.
| Ausgabe | ETF (1 % + 0,2 % p. a.) | Aktiver Fonds (2,5 % + 1,4 % p. a.) |
|---|---|---|
| Endbetrag vor Abzügen | 119.827,91 € | 119.827,91 € |
| Ausgaben insgesamt | 3.813,46 € | 22.373,85 € |
| Endbetrag nach Kosten | 115.316,17 € | 95.708,36 € |
| Gesamteinsparung ETF | 19.607,81 € – das Ergebnis des Fonds liegt 17,00 % unter dem des ETF | |
| Eigene Berechnung mit der Rechenlogik des Rechners (jährliche Verzinsung, laufende Kosten von der Rendite abgezogen), Stand 02.09.2026. Alle Ausgaben des Rechners sind centgenau. | ||
„Endbetrag vor Abzügen“ ist der Wert, den 50.000 € bei 6 % ohne jede Gebühr erreicht hätten. „Ausgaben insgesamt“ ist mehr als die Summe der gezahlten Gebühren: Beim ETF stecken darin die 500 € Auftragsgebühr und die 3.313,46 €, die das Kapital wegen der laufenden Kosten weniger erwirtschaftet hat – die entgangene Rendite auf die Gebühren zählt mit. Eine Kleinigkeit fehlt dieser Zahl allerdings: die Rendite, die die Auftragsgebühr selbst über 15 Jahre gebracht hätte (698,28 €). Deshalb ist die Lücke zwischen „vor Abzügen“ und „nach Kosten“ etwas größer als die ausgewiesenen Ausgaben.
Setzen Sie die laufenden Kosten des Fonds im Rechner schrittweise herab und lassen Sie den Ausgabeaufschlag bei 2,5 % stehen. Erst unter 0,1 % laufenden Kosten holt der Fonds den ETF mit seinen 1 % Auftragsgebühr und 0,2 % laufenden Kosten ein. Einen aktiv verwalteten Aktienfonds mit unter 0,1 % Gesamtkostenquote gibt es nicht.
Der Ausgabeaufschlag: einmal zahlen, 15 Jahre spüren
Der Ausgabeaufschlag ist eine Vertriebsprovision. Er wird beim Kauf auf den Anteilspreis aufgeschlagen und geht an die Bank oder den Vermittler, nicht an den Fonds. Bei 2,5 % auf 50.000 € sind das 1.250 €, die am ersten Tag fehlen. Der Rechner zieht sie vom Anfangskapital ab, bevor die Verzinsung beginnt – es arbeiten also nur 48.750 €.
Was das über 15 Jahre bedeutet, zeigt die Zinseszinsrechnung: 1.250 € bei 6 % werden in 15 Jahren zu 2.995,70 €. So viel kostet der Aufschlag am Ende wirklich, nicht 1.250 €. Die klassische Höhe bei Aktienfonds liegt bei 5 %; Direktbanken und Fondsplattformen gewähren häufig Rabatte bis zum vollständigen Verzicht. Im EU-Durchschnitt zahlten Anleger nach der ESMA-Erhebung 0,51 % – gemittelt über alle, auch die vielen, die ohne Aufschlag kauften.
ETFs kennen keinen Ausgabeaufschlag. An seine Stelle tritt die Ordergebühr des Brokers, im Rechner „Auftragsgebühr“, vorbelegt mit 1 %. Das ist bewusst hoch gewählt: Viele Broker deckeln die Ordergebühr bei einem festen Betrag oder führen Sparpläne ohne Ausführungsgebühr. Bei einer größeren Einmalanlage tragen Sie hier realistischerweise einen Bruchteil ein – im EU-Durchschnitt lagen die einmaligen Kaufkosten bei ETFs bei 0,18 %. Welcher Broker was verlangt, steht im ETF-Broker-Vergleich.
Laufende Kosten: die TER frisst leise
Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) fasst Verwaltungsvergütung, Depotbankgebühr und Betriebskosten des Fonds zusammen. Sie wird nirgends in Rechnung gestellt. Der Fonds entnimmt sie anteilig jeden Tag seinem Vermögen, und der Anteilspreis, den Sie sehen, ist bereits der Preis nach Kosten. Genau darum wirkt eine TER von 1,4 % so harmlos: Sie steht in keiner Abrechnung, sie fehlt nur im Ergebnis.
Der Rechner bildet das ab, indem er die laufenden Kosten jedes Jahr von der Rendite abzieht: Aus 6 % werden beim ETF 5,8 %, beim Fonds 4,6 %. Wie stark das über die Zeit trägt, zeigt ein Beispiel ohne jede Einmalgebühr, damit nur die TER wirkt:
- 10.000 €, 20 Jahre, 6 %: mit 0,2 % laufenden Kosten 30.882,56 €, mit 1,4 % nur 24.582,93 €. Die Differenz von 6.299,63 € entspricht 20,40 % des ETF-Ergebnisses.
- Dieselben 10.000 € über 30 Jahre: 54.271,28 € gegen 38.543,45 €. Der Rückstand des Fonds wächst auf 15.727,83 € oder 28,98 %.
Der Unterschied nimmt mit der Laufzeit nicht linear zu, sondern beschleunigt sich: Jedes Jahr fehlt nicht nur die Gebühr, sondern auch der Zinseszins auf alle Gebühren der Vorjahre. Erfreulich ist die Richtung: Die laufenden Kosten der Aktien-ETFs sanken laut ESMA zwischen 2020 und 2024 um 10,9 %, die der aktiven Aktienfonds um 8,1 %.
Zwei Kostenarten fehlen im Rechner, weil sie sich nicht als fester Prozentsatz fassen lassen: der Spread zwischen An- und Verkaufskurs an der Börse und die Tracking Difference, also die tatsächliche Abweichung des ETF von seinem Index. Letztere fällt durch Erträge aus Wertpapierleihe und Quellensteuervorteile bei manchen ETFs sogar kleiner aus als die TER.
Steuern im Rechner: einmal am Ende, ohne Vorabpauschale
Schalten Sie „Kapitalerträge versteuern“ auf Ja, erscheinen drei weitere Felder: der Steuersatz mit vorbelegten 26,375 % (25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer), der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € und die Teilfreistellung nach Aktienanteil des Fonds: 30 % der Erträge bleiben bei Aktienfonds steuerfrei, 15 % bei Mischfonds, 0 % bei Rentenfonds (§ 20 InvStG).
Die Rechnung dahinter ist bewusst einfach gehalten. Der Rechner nimmt den gesamten Wertzuwachs am Ende der Laufzeit, kürzt ihn um die Teilfreistellung, zieht den Pauschbetrag einmal ab und besteuert den Rest. Im Beispiel von oben ergibt das:
- ETF: 11.795,25 € Steuern, 103.520,92 € nach Kosten und Steuern
- Aktiver Fonds: 8.175,16 € Steuern, 87.533,21 € nach Kosten und Steuern
Der ETF zahlt mehr Steuern, weil er mehr verdient hat – und liegt danach immer noch 15.987,72 € vorn. Die höhere Steuer ist hier ein gutes Zeichen, kein Argument.
Zwei Dinge macht das echte Steuerrecht anders. Der Sparer-Pauschbetrag steht jedes Jahr neu zur Verfügung, nicht nur einmal am Ende; und thesaurierende Fonds zahlen jährlich Steuer auf die Vorabpauschale, die später vom Veräußerungsgewinn abgezogen wird (§§ 18, 19 InvStG). Beides bildet der ETF-Sparplan-Rechner vollständig ab; die Sätze selbst erklärt der Abgeltungsteuer-Rechner. Für den Kostenvergleich zweier Produkte spielt die Vereinfachung keine Rolle, weil sie beide Seiten gleich trifft.
Was der Rechner vereinfacht
- Nur Einmalanlage. Der Rechner kennt keine monatliche Rate. Wer einen ETF- oder Fondssparplan durchrechnen will, nimmt den ETF-Sparplan-Rechner oder für Zinsprodukte den Sparplan-Rechner.
- Eine Rendite für beide. Die erwartete Rendite ist die Gesamtrendite vor Kosten aus Kursgewinn und Ausschüttungen, und sie gilt für ETF und Fonds gleichermaßen. Ob ein aktiver Fonds seinen Index schlägt, lässt sich damit nicht beantworten – nur, was er kosten darf, wenn er es nicht tut.
- Jährliche Verzinsung, konstante Rendite. Reale Kurse schwanken; das Ergebnis ist eine Modellrechnung, keine Prognose.
- Laufende Kosten als Renditeabzug. Der Rechner zieht die TER vom Prozentsatz ab, nicht vom Vermögen. Der Unterschied liegt im Nachkommabereich und ändert an der Reihenfolge nichts.
- Keine Spreads, keine Tracking Difference, keine Depotgebühren. Alles, was der Broker verlangt, gehört in den Broker-Vergleich, nicht in den Fondsvergleich.
Die Zahlen auf dieser Seite beschreiben Kostenmechanik, keine Anlageempfehlung. Ob ein Fonds zu Ihnen passt, hängt auch von Streuung, Risiko und Anlagehorizont ab.
Häufige Fragen zum ETF-Fondsrechner
Der Rechner simuliert die Entwicklung eines Investments anhand von Anfangskapital, Anlagezeitraum, Rendite und verschiedenen Kosten. Dadurch lässt sich berechnen, wie sich Gebühren auf die langfristige Wertentwicklung auswirken.
Gebühren werden meist jährlich auf das investierte Kapital erhoben. Hierdurch können selbst kleine Kostenunterschiede über viele Jahre hinweg erhebliche Auswirkungen auf das Endkapital haben.
Der Rechner berechnet die Entwicklung einer einmaligen Investition über einen bestimmten Zeitraum. Eine monatliche Sparrate, wie sie bei klassischen ETF-Sparplänen vorgesehen ist, wird dabei nicht berücksichtigt. Das Tool lässt sich daher nicht direkt als ETF-Sparplanrechner nutzen.
Trotzdem kann der ETF-Fondsrechner helfen, ein besseres Verständnis für langfristige Investments zu entwickeln. Auch bei ETF-Sparplänen spielen Rendite, Kosten, Anlagezeitraum und Fondskosten eine wichtige Rolle für den späteren Vermögensaufbau.
Ja. Sie können den Rechner nutzen, um die Entwicklung eines Investments in einen einzelnen ETF zu simulieren und die Auswirkungen verschiedener Kostenparameter zu analysieren.
Die TER (Total Expense Ratio) ist die Gesamtkostenquote eines ETFs oder Investmentfonds. Sie gibt an, welche laufenden Kosten jährlich für Verwaltung, Organisation und Betrieb des Fonds anfallen. Die TER wird als Prozentsatz des Fondsvermögens angegeben.
Diese Kosten werden nicht separat in Rechnung gestellt, sondern direkt aus dem Fondsvermögen entnommen. Dadurch reduziert sich die Wertentwicklung des Fonds geringfügig. Viele ETFs haben im Vergleich zu aktiv gemanagten Investmentfonds eine niedrigere TER.
Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf vieler klassischer Investmentfonds anfällt. Er wird meist als Prozentsatz des investierten Betrags berechnet und kann je nach Fonds mehrere Prozent betragen.
ETFs werden dagegen in der Regel ohne Ausgabeaufschlag gehandelt. Beim Kauf fallen stattdessen meist nur die üblichen Ordergebühren des Brokers oder der Bank an.
Je nach Einstellung kann der Rechner auch steuerliche Effekte berücksichtigen. In Deutschland unterliegen Kapitalerträge wie Dividenden oder realisierte Kursgewinne der Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer).
Bei langfristigen ETF-Sparplänen wirken sich solche Abzüge ebenfalls auf die Entwicklung des Vermögens aus. Der Rechner ermöglicht eine vereinfachte Simulation, um zu zeigen, wie Rendite, Kosten und steuerliche Effekte langfristig auf ein Investment wirken.