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Transparenz

Sparplan-Rechner

Welche Sparrate führt in zwanzig Jahren zu hunderttausend Euro, und was macht der Zinssatz dabei aus? Der Sparplan-Rechner löst nach Endkapital, Anfangskapital, Sparrate, Zinssatz oder Laufzeit auf. Daneben steht, welche Rendite für Tagesgeld und Aktien realistisch ist und ab wann die Abgeltungsteuer greift.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Das Wichtigste in Kürze
  • Für 100.000 € in 20 Jahren braucht es bei 2,5 % Zins eine Sparrate von 321,88 € im Monat, bei 5 % 245,42 € und bei 7 % 195,92 €. Der Zinssatz entscheidet mehr als die Rate.
  • Der Rechner löst nach fünf Größen auf: Endkapital, Anfangskapital, Sparrate, Zinssatz oder Laufzeit. Vier Werte eingeben, den fünften bekommen Sie.
  • Vorschüssig oder nachschüssig macht bei 250 € im Monat über 20 Jahre 413,33 € aus. Thesaurierend oder ausschüttend macht 11.739,45 € aus.
  • Die Steuer greift erst, wenn die Zinsen eines Jahres den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € übersteigen. Bei 250 € im Monat und 5 % passiert das im siebten Jahr.

Welche Sparrate zum Ziel führt

Die Frage hinter jedem Sparplan lautet: Wie viel muss ich monatlich zurücklegen, damit am Ende eine bestimmte Summe steht? Die Antwort hängt an drei Größen: an der Laufzeit, am Zinssatz und daran, ob schon ein Anfangskapital vorhanden ist. Für ein Ziel von 100.000 € in 20 Jahren ohne Startkapital rechnet der Rechner so:

Monatliche Sparrate für 100.000 € nach 20 Jahren, ohne Anfangskapital, vorschüssig, thesaurierend, vor Steuern
Zinssatz pro Jahr Sparrate im Monat Eigene Einzahlungen Zinserträge
2,5 % 321,88 € 77.251,20 € 22.747,66 €
5 % 245,42 € 58.900,80 € 41.097,49 €
7 % 195,92 € 47.020,80 € 52.977,96 €
Eigene Berechnung mit dem Algorithmus dieses Rechners (Modus „Sparrate“), Stand: 02.09.2026. Der Rechner rundet die Sparrate auf den Cent; das Endkapital liegt deshalb um wenige Euro unter 100.000 €.

Zwischen 2,5 % und 7 % liegen bei gleichem Ziel knapp 126 € im Monat. Bei 7 % stammt mehr als die Hälfte des Zielbetrags aus Zinsen, bei 2,5 % weniger als ein Viertel. Dieselbe Rechnung rückwärts: Wer die Rate festhält und den Rechner auf „Laufzeit“ stellt, sieht, wie lange 250 € im Monat bis zu 100.000 € brauchen: 24 Jahre und 4 Monate bei 2,5 %, 19 Jahre und 10 Monate bei 5 %, 17 Jahre und 5 Monate bei 7 %.

Endkapital bei 250 € Sparrate im Monat, ohne Anfangskapital, vorschüssig, thesaurierend, vor Steuern
Laufzeit Einzahlungen bei 2,5 % bei 5 % bei 7 %
10 Jahre 30.000 € 34.063,57 € 38.748,01 € 43.004,72 €
20 Jahre 60.000 € 77.667,81 € 101.864,45 € 127.601,52 €
30 Jahre 90.000 € 133.484,93 € 204.674,46 € 294.016,21 €
Eigene Berechnung mit dem Algorithmus dieses Rechners (Modus „Endkapital“), Stand: 02.09.2026.

Die dritte Zeile zeigt, was Laufzeit bewirkt: Bei 7 % werden aus 90.000 € eigenen Einzahlungen 294.016,21 €. Die Zinsen von 204.016,21 € sind mehr als das Doppelte dessen, was Sie selbst eingezahlt haben. Wie dieser Zinseszinseffekt mit der Zeit wächst, zeigt der Vergleich der ersten und dritten Zeile: Das dritte Jahrzehnt bringt bei 7 % mehr Endkapital als die beiden ersten zusammen.

Welcher Zinssatz realistisch ist

Der Rechner startet mit 2,5 %. Das ist eine Setzung, keine Prognose. Wo eine Anlage tatsächlich liegt, hängt davon ab, was hinter dem Sparplan steckt:

  • Tages- und Festgeld. Die Obergrenze dessen, was eine Bank dauerhaft zahlen kann, ist der Zins, zu dem sie selbst Geld bei der EZB parkt: die Einlagefazilität von 2,25 % (seit dem 17.06.2026). Wer für einen Banksparplan mehr als diesen Satz einträgt, rechnet mit einem Aktionsangebot, nicht mit einer Dauerkondition. Welchen Zinssatz Sie für ein bestimmtes Ziel brauchen, rechnet der Zinssatzrechner in die andere Richtung.
  • Aktien-ETFs. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA weist für Aktien-ETFs im EU-Markt über 2020 bis 2024 eine Nettorendite von 10,1 % pro Jahr aus, nach laufenden Kosten und Inflation 6,0 % real. Aktiv verwaltete Aktienfonds kamen im selben Zeitraum auf 7,5 % nominal und 3,6 % real. Fünf Jahre sind allerdings ein kurzer und ungewöhnlich guter Zeitraum.
  • Der lange Blick. Das Deutsche Aktieninstitut rechnet in seinem Rendite-Dreieck vor: „Wenn Sie Ende 1996 DAX-Aktien gekauft und bis Ende 2013 gehalten haben, wuchs Ihr Aktiendepot jährlich im Schnitt um 7,3 Prozent.“ Das ist eine Rendite inklusive Dividenden, vor Kosten und Steuern, und die Aussage des Instituts gilt: „Vergangenheitsbezogene Daten sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.“

Für Aktienanlagen sind 5 bis 7 % als Annahme vertretbar, für Bankprodukte ist der EZB-Satz die Messlatte. Rechnen Sie in beiden Fällen die Inflation gegen: Bei 5 % Zins und 2 % Inflation bleibt real nicht 3 %, sondern 1,05 ÷ 1,02 − 1 = 2,94 %. Der Rechner kennt keine Inflation; wer den Realwert sehen will, trägt den Realzins ein.

Die fünf Rechenwege

Der Schalter über dem Rechner legt fest, welche Größe gesucht wird. Die übrigen vier geben Sie ein:

  • Endkapital: Anfangskapital, Sparrate, Laufzeit und Zinssatz sind bekannt. Der Rechner zeigt das Endkapital, die Summe der Einzahlungen und die Zinserträge. Das ist die Vorgabe.
  • Anfangskapital: Sie wissen, welches Endkapital Sie wollen und welche Rate Sie aufbringen. Ergebnis ist die Einmalzahlung, die zu Beginn nötig ist. Reicht die Rate allein aus, kann der Wert negativ werden.
  • Sparrate: Der Weg der ersten Tabelle. Ergebnis ist die Rate je Sparintervall, auf den Cent gerundet.
  • Zinssatz: Welche Verzinsung führt von Anfangskapital und Rate zum gewünschten Endkapital? Ergebnis mit zwei Nachkommastellen.
  • Laufzeit: Wie lange dauert es bis zum Ziel? Das Ergebnis erscheint in Jahren und Monaten, etwa „19 Jahre und 10 Monate“.

Alle Euro-Beträge gibt der Rechner centgenau aus. Das Sparintervall lässt sich auf jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich stellen; die Sparrate gilt dann je Intervall, nicht je Monat.

Vorschüssig oder nachschüssig, und was das Intervall tut

Vorschüssig heißt: Die Rate fließt am Anfang des Intervalls und wird sofort mitverzinst. Nachschüssig heißt: Sie fließt am Ende, die erste Verzinsung setzt ein Intervall später ein. Bei 250 € im Monat über 20 Jahre und 5 % ergibt vorschüssig 101.864,45 €, nachschüssig 101.451,12 €. Der Unterschied von 413,33 € ist genau ein Monat Verzinsung auf jede einzelne Rate. Ein Sparplan, der zum Monatsersten ausgeführt wird, ist vorschüssig.

Das Sparintervall wirkt anders, als viele erwarten. Der Rechner rechnet den Jahreszins in einen gleichwertigen Zins je Intervall um; 5 % pro Jahr bleiben also 5 % pro Jahr, egal ob monatlich oder jährlich gutgeschrieben wird. Was sich ändert, ist der Zeitpunkt, an dem das Geld zu arbeiten beginnt. Dieselben 3.000 € im Jahr ergeben über 20 Jahre bei 5 %:

Endkapital bei 3.000 € Einzahlung pro Jahr, 20 Jahre, 5 %, thesaurierend, vor Steuern
Einzahlung Endkapital Zinserträge
3.000 € jährlich, vorschüssig 104.157,76 € 44.157,76 €
250 € monatlich, vorschüssig 101.864,45 € 41.864,45 €
3.000 € jährlich, nachschüssig 99.197,86 € 39.197,86 €
Eigene Berechnung mit dem Algorithmus dieses Rechners, Stand: 02.09.2026.

Wer den Jahresbetrag am 1. Januar einzahlt, hat am Ende am meisten, weil das ganze Geld das ganze Jahr arbeitet; der Monatssparer liegt dazwischen. Das Intervall ist eine Frage des Geldflusses, nicht der Rendite.

Thesaurierend oder ausschüttend

„Thesaurierend“ bedeutet im Rechner, dass jede Zinsgutschrift dem Kapital zugeschlagen und künftig mitverzinst wird. „Ausschüttend“ bedeutet, dass die Zinsen ausgezahlt werden und nicht weiterarbeiten; der Rechner zählt sie am Ende trotzdem zum Endkapital dazu, als lägen sie unverzinst daneben. Bei 250 € im Monat, 20 Jahren und 5 % ergibt thesaurierend 101.864,45 € und ausschüttend 90.125,00 €. Die 11.739,45 € Unterschied sind der Zinseszins: Zinsen, die auf frühere Zinsen entstanden sind.

Rechnen Sie beide Varianten

Stellen Sie den Rechner einmal auf „Thesaurierend“ und einmal auf „Ausschüttend“, ohne sonst etwas zu ändern. Die Differenz der beiden Endkapitale ist der Betrag, den allein die Wiederanlage der Erträge beisteuert; bei 30 Jahren und 7 % ist es der größte Teil des Ergebnisses.

Steuer: was der Freistellungsauftrag ausmacht

Auf Kapitalerträge fallen 25 % Abgeltungsteuer an, mit Solidaritätszuschlag 26,375 %, mit Kirchensteuer 27,8186 % oder 27,9951 %. Wie sich die Sätze zusammensetzen, steht beim Abgeltungsteuer-Rechner. Steuerfrei bleibt je Person und Jahr der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €, für zusammen veranlagte Ehegatten das Doppelte. Wirksam wird er nur mit einem Freistellungsauftrag bei der Bank; ohne ihn behält die Bank die Steuer ein, und Sie holen sie über die Steuererklärung zurück.

Im Rechner schalten Sie die Steuer unter „Kapitalerträge versteuern“ ein. Die Rechnung läuft dann so: Am Ende jedes Jahres werden die Zinsen dieses Jahres zusammengezählt. Übersteigen sie den eingetragenen Pauschbetrag, wird der Überschuss mit dem eingetragenen Satz besteuert und die Steuer vom Kapital abgezogen. Der Pauschbetrag steht in jedem Jahr neu zur Verfügung.

In den ersten Jahren fällt deshalb keine Steuer an. Bei 250 € im Monat und 5 % übersteigen die Jahreszinsen erst im siebten Jahr die 1.000 € (1.128,36 €). Über 20 Jahre ergibt sich:

250 € Sparrate im Monat, 5 %, vorschüssig, thesaurierend, mit und ohne Abgeltungsteuer (26,375 %, Pauschbetrag 1.000 €)
Laufzeit Endkapital ohne Steuer Endkapital mit Steuer Steuerabzug gesamt
20 Jahre 101.864,45 € 94.233,77 € 6.190,11 €
30 Jahre 204.674,46 € 174.585,30 € 20.645,41 €
Eigene Berechnung mit dem Algorithmus dieses Rechners, Stand: 02.09.2026. Steuersatz und Pauschbetrag: § 32d Abs. 1 und § 20 Abs. 9 EStG.

Die Steuer kostet nicht nur den abgezogenen Betrag, sondern auch die Zinsen, die er nicht mehr erwirtschaften kann: Über 30 Jahre fehlen am Ende 30.089,16 €, obwohl nur 20.645,41 € Steuer gezahlt wurden.

Für ETF-Sparpläne rechnet dieses Modell zu einfach

Der Rechner besteuert die gesamten Erträge eines Jahres. Bei Aktienfonds sind aber 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung nach § 20 InvStG), und thesaurierende Fonds werden laufend über die Vorabpauschale besteuert, nicht erst beim Verkauf. Beides bildet der ETF-Sparplanrechner ab. Für Tagesgeld, Festgeld und Banksparpläne ist die Rechnung hier richtig.

Was der Rechner nicht abbildet

Der Zinssatz ist über die gesamte Laufzeit konstant. Reale Aktienrenditen schwanken von Jahr zu Jahr, und ein schlechtes Jahrzehnt am Anfang wiegt anders als eines am Ende. Der Rechner zeigt den Durchschnittspfad, nicht die Bandbreite. Kosten kennt er nicht: Laufende Fondskosten, Ordergebühren und Spread mindern die Rendite, und der Zinssatz, den Sie eintragen, sollte deshalb ein Nettowert nach Kosten sein. Die Sparrate bleibt über die Laufzeit gleich; eine jährliche Erhöhung oder eine Pause lässt sich nicht eingeben. Und der Zins ist ein Nominalzins: Wer wissen will, was das Endkapital in heutiger Kaufkraft wert ist, rechnet mit dem Realzins.

Quellen

Häufige Fragen zum Sparplan-Rechner

Ein Sparrechner ist ein digitales Tool, mit dem sich unterschiedliche Szenarien für den langfristigen Vermögensaufbau simulieren lassen. Grundlage der Berechnung sind das Anfangskapital, regelmäßige Sparraten, die Laufzeit sowie Annahmen zur Verzinsung. Auf dieser Basis berechnet das Tool, wie sich das eingezahlte Kapital über einen bestimmten Zeitraum entwickeln kann.

Ja. Mit dem Rechner lässt sich ein kompletter Sparplan simulieren. Sparrate, Laufzeit und Zinssatz können angepasst werden, um verschiedene Szenarien des Vermögensaufbaus miteinander zu vergleichen.

Die Höhe der Sparrate hat einen großen Einfluss auf den langfristigen Vermögensaufbau. Bereits kleinere Veränderungen der monatlichen Sparrate können über längere Zeiträume zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen führen. Zusätzliche Einzahlungen erhöhen das investierte Kapital und damit auch die Basis, auf der mögliche Erträge entstehen.

Je länger Kapital investiert bleibt, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Er entsteht, wenn Erträge reinvestiert werden und anschließend selbst wieder Erträge erwirtschaften. Über längere Zeiträume kann dieser Effekt erheblich zum Vermögensaufbau beitragen.

Die tatsächliche Rendite hängt von der Entwicklung der zugrunde liegenden Investments ab und lässt sich nicht exakt vorhersagen. Sie wird unter anderem durch die Art der Geldanlage sowie die Marktbedingungen beeinflusst. Rechner arbeiten deshalb mit angenommenen Zinssätzen, um mögliche Entwicklungen des Kapitals zu simulieren.

Neben Wertpapier-Sparplänen gibt es auch klassische Sparprodukte. Dazu zählen Tagesgeld, Festgeld oder Banksparpläne. Diese Anlagen gelten als risikoärmer, erzielen jedoch meist geringere Renditen. Zudem spielt die Inflation eine wichtige Rolle: Liegt die Verzinsung unter der Inflationsrate, sinkt langfristig die reale Kaufkraft des angesparten Geldes.

Über die Autorin
Janine El-Saghir Finanzanalystin & Wirtschaftsredakteurin Dr. Janine El-Saghir ist eine erfahrene Finanzanalystin und Wirtschaftsredakteurin, die sich darauf spezialisiert hat, komplexe Finanzthemen für Anleger verständlich aufzubereiten. Mit über 16 Jahren Erfahrung...