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Junior Depot Vergleich | Die besten Kinderdepots im Test
- min. 2 Trades im Quartal, oder
- mit Wertpapiersparplan (mind. eine Ausführung pro Quartal), oder
- mit Girokonto
| Handelsplatz: | Xetra |
|---|---|
| Orderpreis: | 4,90 € + 0,25 % |
| Mindestpreis: | 9,90 € |
| Höchstpreis: | 59,90 € |
| Handelsplatzentgelt: | ab 2,50 € |
| Hinweis: | |
| Handelsplatzentgelt 0,0025 %, mind. 2,50 € | |
| Handelsplatz: | Lang & Schwarz |
|---|---|
| Orderpreis: | 1 € |
- Ziel: Langfristiger Vermögensaufbau für Kinder über Wertpapiere, meist ETF-Sparpläne
- Anbieter: Neobroker (standardisiert, digital, kostenfokussiert) vs. Direktbanken (breiteres Angebot, zusätzliche Service-Optionen)
- Kosten: Häufig keine laufenden Depotgebühren; relevant sind Sparplanausführung, Orderkosten und mögliche Bedingungen (beispielsweise regelmäßige Sparplanausführungen)
- Sparpläne: Bei vielen Anbietern bereits ab 1 €, andere setzen Mindestbeträge ab 25 €
- Steuern & Recht: Eigene Freibeträge des Kindes; Vermögen gehört rechtlich dem Kind, elterliche Verwaltung nur bis 18
- Wichtig: Mögliche Auswirkungen auf Familienversicherung und BAföG frühzeitig berücksichtigen
Top-Empfehlungen auf einen Blick
Die folgenden Kinderdepots zählen zu den derzeit bekanntesten Angeboten am Markt. Der Vergleich konzentriert sich auf Unterschiede in Ausrichtung, Funktionsumfang und praktischer Eignung für verschiedene familiäre Situationen. Eine pauschale Rangfolge wird bewusst nicht daraus abgeleitet. ETF-Sparpläne sind bei allen genannten Anbietern bereits ab 1 € verfügbar.
Trade Republic Kinderdepot
Das Kinderdepot von Trade Republic richtet sich vor allem an digital affine Eltern mit klarem Kostenfokus. Das Angebot ist bewusst schlank gehalten und konzentriert sich auf standardisierte Sparpläne sowie eine einfache Verwaltung. Weniger geeignet ist das Modell für Familien mit komplexeren Anforderungen oder dem Wunsch nach persönlicher Begleitung.
→ Details im Testbericht
Scalable Capital Kinderdepot
Scalable Capital richtet sich vor allem an Eltern, die ETF-basierte Lösungen für den langfristigen Vermögensaufbau nutzen möchten. Das Angebot umfasst 2 Modelle: den Scalable Broker für eigenständige Anlageentscheidungen sowie Scalable Wealth als automatisierte Vermögensverwaltung auf ETF-Basis. Entsprechend groß ist die Auswahl an ETFs und Anlagestrategien. Gleichzeitig setzt das Modell ein gewisses Grundverständnis der Unterschiede zwischen selbst gesteuertem Sparplan und automatisierter Anlage voraus.
→ Details im Testbericht
Comdirect Junior Depot
Das Junior Depot der Comdirect eignet sich insbesondere für Familien, die Wert auf etablierte Bankprozesse und ein klassisches Wertpapierdepot legen. Anlageentscheidungen erfolgen grundsätzlich aktiv, ohne automatisierte Vermögensverwaltung oder standardisierte Anlagestrategien. Das Angebot umfasst ein breites Spektrum an Wertpapieren, darunter ETF- und Fondssparpläne, Aktien sowie weitere Anlageformen. Anders als viele Neobroker ermöglicht das Comdirect Junior Depot auch die Eröffnung durch Großeltern und andere Verwandte – stets mit Zustimmung der Eltern.
→ Details im Testbericht
Großer Junior-Depot Vergleichsrechner
Warum ein Depot für Kinder sinnvoller ist als ein Sparbuch
Beim langfristigen Sparen für Kinder spielt Zeit eine entscheidende Rolle. Je früher Geld angelegt wird, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Genau hier liegt der zentrale Unterschied zwischen klassischen Sparprodukten wie dem Sparbuch und einer breit gestreuten Geldanlage über Wertpapiere oder ETFs. Während Sparbücher vor allem auf Sicherheit setzen, bieten sie real kaum noch Vermögenszuwachs, insbesondere nach Abzug der Inflation.
Die Verzinsung klassischer Sparbücher liegt seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau. Selbst nominale Zinsen von etwa 0,5 % reichen langfristig nicht aus, um die Kaufkraft zu erhalten. Steigende Preise führen dazu, dass das angesparte Guthaben real an Wert verliert. Für kurze Zeiträume oder als reine Liquiditätsreserve kann das akzeptabel sein, für einen Anlagehorizont von 10, 15 oder mehr Jahren jedoch nicht.
Weltweit gestreute ETFs verfolgen einen anderen Ansatz. Sie investieren breit in Aktienmärkte und partizipieren damit am langfristigen Wachstum der Wirtschaft. Historisch lag die durchschnittliche Rendite globaler Aktienmärkte über lange Zeiträume hinweg deutlich höher als die von Spareinlagen. Schwankungen gehören zum Konzept, gleichen sich jedoch bei langen Laufzeiten in der Regel aus.
Ein vereinfachter Vergleich verdeutlicht diesen Effekt: Wird über 18 Jahre regelmäßig gespart, führt ein Sparbuch mit rund 0,5 % Verzinsung nur zu einem sehr begrenzten oder – nach Abzug der Inflation – zu keinem realen Vermögenszuwachs. Ein weltweit investierter ETF mit einer langfristig angenommenen Durchschnittsrendite von etwa 7 % kann im selben Zeitraum ein deutlich höheres Endvermögen ermöglichen. Investitionen in Wertpapiere bergen Risiken und unterliegen Marktschwankungen, bieten bei langfristiger Ausrichtung jedoch strukturelle Renditechancen.
Wichtig ist dabei ein nüchterner Blick auf Risiken und Chancen. Renditen an den Kapitalmärkten sind nicht garantiert; kurzfristige Verluste sind möglich. Zeit hingegen ist ein struktureller Vorteil. Wer früh beginnt und langfristig investiert, kann Marktschwankungen eher aussitzen und vom Zinseszinseffekt profitieren. Gerade für Kinderdepots ist dieser Zeithorizont ein wesentlicher Faktor.
Testsieger im Detail: Neobroker vs. Direktbanken
Junior Depots lassen sich grob zwei Anbietertypen zuordnen: digitalen Neobrokern – häufig auch als Online-Broker bezeichnet – und klassischen Direktbanken. Beide Modelle verfolgen unterschiedliche Ansätze beim Vermögensaufbau für Kinder. In meinem Vergleich ordne ich diese strukturellen Unterschiede ein und zeige, worin sie sich im Alltag tatsächlich unterscheiden.
Trade Republic & Scalable Capital: Die modernen Kostenbrecher
Neobroker setzen vor allem auf einfache, digitale Prozesse und eine schlanke Kostenstruktur. Die Kontoverwaltung erfolgt in der Regel vollständig per App. Die Gebührenmodelle sind einfach strukturiert, und laufende Depotkosten fallen häufig nicht an. ETF-Sparpläne sind bereits ab 1 € möglich.
Auch der Eröffnungsprozess ist stark standardisiert und vollständig digitalisiert. Das beschleunigt die Kontoeröffnung, setzt jedoch voraus, dass die gesetzlichen Vertreter des Kindes die formalen Anforderungen erfüllen.
Die Abläufe bei Neobrokern sind stark standardisiert. Persönliche Beratung spielt dabei keine Rolle. Stattdessen stehen Kostentransparenz, einfache Bedienung und eine überschaubare Produktauswahl im Vordergrund. Für Eltern, die beim Vermögensaufbau für ihr Kind auf zusätzliche Serviceebenen verzichten können, ist dieses Modell in vielen Fällen ausreichend.
ING, Comdirect & Consorsbank: Die etablierten Allrounder
Direktbanken verfolgen einen breiter angelegten Ansatz. Neben ETF-Sparplänen bieten sie in der Regel ein umfassenderes Wertpapierspektrum, zusätzliche Servicefunktionen und flexiblere Möglichkeiten zur Abbildung familiärer Konstellationen. Anlageentscheidungen erfolgen aktiv, automatisierte Vermögensverwaltung steht meist nicht im Fokus.
Auch bei Direktbanken erfolgt die Depoteröffnung digital und auf vergleichbarer rechtlicher Grundlage. Unterschiede zeigen sich vor allem im Umgang mit besonderen familiären Konstellationen, etwa bei der Depoteröffnung durch Großeltern oder andere Angehörige.
Auch im laufenden Betrieb unterscheiden sich die Modelle. Während Neobroker stark auf standardisierte Abläufe setzen, bieten Direktbanken mehr Optionen bei Kontoverwaltung, Kommunikation und Service. Dieser zusätzliche Rahmen ist bei Direktbanken Bestandteil des jeweiligen Angebotskonzepts und für viele Familien ein relevanter Aspekt bei der Kontoauswahl.
Für Eltern, die Wert auf etablierte Strukturen, ein breites Produktspektrum und eigenständige Anlageentscheidungen legen, können Direktbanken eine passende Option sein – insbesondere dann, wenn mehrere Personen in den Sparprozess eingebunden werden sollen.
Worauf Eltern bei der Auswahl achten müssen
Meiner Erfahrung nach lässt sich ein Junior Depot nicht sinnvoll anhand einzelner Renditeaussagen bewerten. Maßgeblich ist die strukturelle Ausgestaltung des Depots: Kosten, Sparplanangebot und Mindestanforderungen müssen zum geplanten Anlagehorizont und zur familiären Situation passen. Bei der Auswahl eines geeigneten Kinderdepots sind deshalb vor allem die folgenden Punkte relevant:
- Kostenstruktur: Welche Gebühren wirklich relevant sind
Im Fokus stehen vor allem laufende Kosten wie Depotführungsgebühren, Gebühren für Sparplanausführungen sowie Kosten pro Order bei Einzelkäufen. Viele Kinderdepots werben mit kostenfreien Modellen, die jedoch an Bedingungen geknüpft sein können, etwa an eine regelmäßige Sparplanausführung. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist weniger die kurzfristige Kostenfreiheit entscheidend als vielmehr eine dauerhaft transparente und gut kalkulierbare Gebührenstruktur. - Sparplanangebot: Was in der Praxis ausreicht
Eine große Auswahl an Wertpapieren klingt attraktiv, ist für Kinderdepots jedoch selten ausschlaggebend. In der Praxis genügt eine solide Basis aus breit gestreuten Standard-ETFs, etwa auf globale Aktienindizes. Entscheidend ist nicht die absolute Anzahl verfügbarer Produkte, sondern ob die grundlegenden Bausteine für einen langfristigen Sparplan zuverlässig abgebildet werden. - Mindestsparrate und Flexibilität
Die Möglichkeit, Sparpläne bereits ab kleinen Beträgen einzurichten, erleichtert den Einstieg und erlaubt flexible Anpassungen über die Jahre. Sparraten ab 1 € sind inzwischen bei vielen Anbietern verfügbar, während andere weiterhin monatliche Mindestbeträge ab 25 € ansetzen. Relevant ist vor allem, ob Sparraten und Ausführungsrhythmen langfristig zur finanziellen Realität der Familie passen und bei Bedarf unkompliziert angepasst werden können.
Steuer-Spezial: So sparen Sie bis zu 13.000 € Steuern
Steuerliche Aspekte spielen bei Kinderdepots eine zentrale Rolle. Anders als bei Geldanlagen auf den Namen der Eltern werden Kapitalerträge dem Kind selbst zugerechnet und unterliegen damit eigenen Freibeträgen. Daraus ergibt sich ein steuerliches Gestaltungspotenzial, das bei langfristigem Sparen erheblich sein kann. Entscheidend ist jedoch, die einzelnen Instrumente korrekt einzuordnen und ihre Grenzen zu kennen.
Sparer-Pauschbetrag des Kindes und Freistellungsauftrag
Kinder gelten steuerlich als eigenständige Personen. Entsprechend steht ihnen ein eigener Sparer-Pauschbetrag zu, der unabhängig von den Freibeträgen der Eltern genutzt werden kann. Kapitalerträge aus dem Kinderdepot bleiben bis zu dieser Grenze steuerfrei, sofern bei der depotführenden Stelle ein Freistellungsauftrag auf den Namen des Kindes eingerichtet wurde.
In der Praxis zeigt sich immer wieder ein typischer Fehler: Erträge aus dem Kinderdepot laufen über den Freistellungsauftrag der Eltern oder werden gar nicht freigestellt. In beiden Fällen fällt unnötig Abgeltungsteuer an, obwohl dies vermeidbar wäre. Ein korrekt hinterlegter Freistellungsauftrag auf den Namen des Kindes ist daher die steuerliche Mindestvoraussetzung für ein Junior Depot.
NV-Bescheinigung: Wann sie sinnvoll ist und was sie bewirkt
Über den Sparer-Pauschbetrag hinaus kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) relevant sein. Sie bestätigt, dass das Kind voraussichtlich keine Einkommensteuer schuldet. In diesem Fall werden Kapitalerträge vollständig steuerfrei ausgezahlt – auch über den Sparer-Pauschbetrag hinaus.
Aus meiner Sicht wird die NV-Bescheinigung häufig missverstanden. Sie ist kein Automatismus, sondern ein Instrument für bestimmte Konstellationen. Sinnvoll ist sie vor allem dann, wenn die jährlichen Kapitalerträge des Kindes absehbar regelmäßig über den Pauschbetrag hinausgehen und keine weiteren steuerlich relevanten Einkünfte vorliegen. Die Bescheinigung wird zeitlich befristet ausgestellt und muss regelmäßig erneuert werden.
Wichtig ist dabei ein realistischer Blick auf den tatsächlichen Nutzen. Die oft zitierte Steuerersparnis von bis zu 13.000 € pro Jahr stellt einen rechnerischen Maximalwert dar. In der Praxis wird dieser Betrag nur selten vollständig ausgeschöpft. Dennoch kann die NV-Bescheinigung über viele Jahre hinweg zu einer spürbaren steuerlichen Entlastung beitragen – sofern die persönlichen Voraussetzungen dauerhaft erfüllt bleiben.
Stolpersteine: Familienversicherung und BAföG
Steuerliche Vorteile bedeuten nicht automatisch folgenlose Kapitalerträge. Zwei Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie in der Praxis häufig unterschätzt werden.
- Bei gesetzlich familienversicherten Kindern gelten Einkommensgrenzen. Kapitalerträge aus dem Kinderdepot zählen dabei zum maßgeblichen Einkommen. Werden die jeweiligen Schwellen überschritten, kann der Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung entfallen. Meiner Erfahrung nach ist dies einer der häufigsten unbeabsichtigten Effekte gut gemeinter Kinderdepots mit höheren Erträgen – insbesondere dann, wenn Ausschüttungen oder realisierte Gewinne nicht mitbedacht werden.
- Auch beim BAföG spielt Vermögen eine relevante Rolle. Guthaben im Kinderdepot wird dem Kind zugerechnet und bei einer späteren Ausbildungsförderung berücksichtigt. Überschreitet das Vermögen die geltenden Freibeträge, kann sich der Förderanspruch reduzieren oder vollständig entfallen. Kinderdepots sollten daher nicht isoliert betrachtet werden, sondern stets im Kontext der späteren Ausbildungs- und Lebensplanung.
Kurz gesagt: Steuerliche Vorteile lassen sich bei Kinderdepots gezielt nutzen. Sie ersetzen jedoch nicht den Blick auf rechtliche und soziale Rahmenbedingungen. Erst im Zusammenspiel beider Ebenen zeigt sich, ob ein Junior Depot langfristig tragfähig ist.
Rechtliches: Wem gehört das Geld im Junior-Depot?
Die rechtliche Ausgestaltung eines Junior Depots ist eindeutig geregelt und unterscheidet sich deutlich von Geldanlagen auf den Namen der Eltern. Entscheidend ist dabei die Trennung zwischen Eigentum und Verwaltung – und die Frage, was sich mit dem Eintritt der Volljährigkeit unwiderruflich ändert.
Eigentum des Kindes vs. Verfügungsgewalt der Eltern
Ein Junior Depot wird rechtlich auf den Namen des Kindes geführt. Das darin angelegte Vermögen gehört damit von Anfang an ausschließlich dem Kind – unabhängig davon, wer die Einzahlungen leistet. Eltern oder andere Angehörige erwerben durch Einzahlungen kein Eigentumsrecht am Depotguthaben.
Bis zur Volljährigkeit verwalten die gesetzlichen Vertreter das Depot treuhänderisch. Sie können Sparpläne einrichten, anpassen, Einmalzahlungen leisten oder Wertpapiere umschichten, handeln dabei jedoch stets im Interesse des Kindes. Auszahlungen an die Eltern selbst sind grundsätzlich nicht vorgesehen; Verfügungen über das Vermögen sind nur zulässig, wenn sie dem Kind unmittelbar zugutekommen und sachlich begründbar sind.
Auch Einzahlungen durch Großeltern, Paten oder andere Angehörige ändern an dieser Zuordnung nichts. Mit der Einzahlung geht das Vermögen rechtlich vollständig auf das Kind über. Eine spätere Rückforderung ist nicht möglich. Wer Vermögen in ein Junior-Depot überträgt, sollte sich dieser Endgültigkeit bewusst sein.
Die formale Eröffnung erfolgt in der Regel durch die Eltern oder die gesetzlichen Vertreter. Einige Banken ermöglichen zusätzlich die Eröffnung eines Junior Depots durch Großeltern oder andere Angehörige; hierfür ist jedoch stets die Zustimmung der Eltern erforderlich. Unabhängig davon gehört das Depotvermögen rechtlich stets dem Kind. Die treuhänderische Verwaltung liegt bis zur Volljährigkeit in jedem Fall bei den Eltern.
Was passiert mit 18 Jahren – und warum das endgültig ist
Mit dem 18. Geburtstag endet die elterliche Verfügungsgewalt automatisch. Das Depot geht in die alleinige Kontrolle des Kindes über. Eltern verlieren jede rechtliche Zugriffsmöglichkeit – unabhängig davon, wer das Vermögen aufgebaut oder bespart hat.
Ab diesem Zeitpunkt entscheidet ausschließlich der volljährige Inhaber über Sparpläne, Umschichtungen oder Auszahlungen. Banken sind rechtlich verpflichtet, die Verfügungshoheit vollständig zu übertragen; in der Praxis ist dafür regelmäßig eine erneute Legitimation des nun volljährigen Depotinhabers erforderlich. Ein neuer Depotvertrag wird in der Regel nicht abgeschlossen; die bestehende Vertragsbeziehung wird fortgeführt.
Diese rechtliche Endgültigkeit ist ein zentraler Punkt bei der Entscheidung für ein Junior Depot. Gestaltungsspielräume bestehen nur im Vorfeld – etwa bei der Frage, ob Vermögen direkt auf den Namen des Kindes oder alternativ auf den Namen der Eltern oder Großeltern angelegt wird.
Gerade bei größeren Beträgen oder bei Einzahlungen mehrerer Familienmitglieder sollte dieser Aspekt frühzeitig berücksichtigt werden. Ein Junior Depot ist kein reversibles Konstrukt, sondern eine bewusste rechtliche Entscheidung.
Junior Depot eröffnen – Schritt für Schritt
Die Eröffnung eines Junior Depots erfolgt heute bei den meisten Anbietern vollständig digital. Wer die erforderlichen Unterlagen bereithält und die einzelnen Schritte kennt, kann den Prozess in der Regel ohne größeren Aufwand abschließen.
1. Anbieter auswählen und Kontomodell prüfen
Wählen Sie zunächst das Depotmodell, das zu Ihrer Situation passt. Achten Sie dabei besonders auf die Kostenstruktur, das Sparplanangebot, die Mindestsparrate sowie darauf, wer das Depot eröffnen darf (nur Eltern oder auch Großeltern mit Zustimmung der Eltern).
2. Antragsstrecke starten
Starten Sie die Depoteröffnung online oder in der App des Anbieters. In der Regel werden Angaben zum Kind sowie zu allen gesetzlichen Vertretern abgefragt. Wenn beide Eltern sorgeberechtigt sind, müssen beide in den Prozess eingebunden werden.
3. Erforderliche Dokumente bereitlegen
Für die Eröffnung werden typischerweise diese Unterlagen benötigt und in der App oder auf dem Webportal des Anbieters hochgeladen:
- Steuer-Identifikationsnummern (Steuer-ID) des Kindes und gegebenenfalls der gesetzlichen Vertreter
- Kopie der Geburtsurkunde des Kindes
- Ausweisdokumente der gesetzlichen Vertreter (Personalausweis oder Reisepass)
- Nachweis zum Sorgerecht, falls relevant (beispielsweise bei Alleinerziehenden)
- gegebenenfalls Nachweise bei abweichenden Familiennamen (je nach Konstellation und Anbieter)
4. Legitimation durchführen
Die gesetzlichen Vertreter müssen sich legitimieren – meist per Video-Ident. Einige Banken bieten alternativ auch das PostIdent-Verfahren an.
5. Depot freischalten und Verrechnungskonto nutzen
Nach erfolgreicher Prüfung wird das Junior Depot freigeschaltet. In der Regel gehört ein Verrechnungskonto dazu, über das Einzahlungen erfolgen und Sparpläne ausgeführt werden. Einige Anbieter ermöglichen auch die Nutzung eines bestehenden Girokontos, meist eines Elternkontos, als Verrechnungskonto.
6. Sparplan einrichten und erste Einzahlung vornehmen
Richten Sie einen ETF-Sparplan ein (Höhe, Rhythmus, Ausführungstag) oder tätigen Sie eine Einmalanlage. Weitere Einzahlungen lassen sich später flexibel anpassen oder ergänzen.
7. Steuerliche Einstellungen setzen
Richten Sie frühzeitig einen Freistellungsauftrag auf den Namen des Kindes ein. Falls später relevant, kann zusätzlich eine NV-Bescheinigung eingereicht werden.
Fazit: Wann ein Junior Depot sinnvoll ist – und wann nicht
Aus meiner Sicht ist ein Junior Depot kein Selbstläufer. Es ist ein wirkungsvolles Instrument, wenn es bewusst eingesetzt wird und zur familiären Situation passt. Wer früh beginnt, langfristig denkt und die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt, kann über ein Kinderdepot strukturiert Vermögen aufbauen und steuerliche Spielräume nutzen.
Der Vergleich zeigt zugleich, dass sich Junior-Depots weniger anhand einzelner Konditionen unterscheiden als anhand ihres Grundkonzepts. Neobroker setzen auf stark standardisierte, digitale Lösungen mit klarem Kostenfokus. Klassische Direktbanken bieten ein breiteres Produktangebot und zusätzliche Service-Optionen. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viel Eigensteuerung gewünscht ist und welche Rolle Service, Flexibilität und familiäre Konstellationen spielen.
Ein Punkt ist dabei zentral: Das Vermögen gehört von Anfang an dem Kind. Mit dem 18. Geburtstag geht die vollständige Kontrolle unwiderruflich über. Diese rechtliche Endgültigkeit sollte nicht unterschätzt werden und zählt aus meiner Sicht zu den wichtigsten Entscheidungskriterien.
Für mich ist es entscheidend, dass ein Junior Depot nicht isoliert betrachtet wird. Steuerliche Vorteile, rechtliche Konsequenzen und mögliche spätere Auswirkungen gehören zusammen. Wer diese Zusammenhänge im Blick behält, trifft eine tragfähige Entscheidung – nicht für den Moment, sondern für viele Jahre.
Häufig gestellte Fragen – FAQ
Können Großeltern oder andere Angehörige ein Junior Depot eröffnen?
In der Regel erfolgt die Eröffnung eines Junior Depots durch die Eltern oder gesetzlichen Vertreter. Einige Banken ermöglichen zusätzlich, dass Großeltern oder andere Angehörige die Eröffnung initiieren oder organisatorisch begleiten. Voraussetzung ist dabei stets die Zustimmung der Eltern. Unabhängig davon gehört das Depotvermögen rechtlich immer dem Kind, und die treuhänderische Verwaltung liegt bis zur Volljährigkeit bei den Eltern.
Was gilt, wenn nur ein Elternteil sorgeberechtigt ist?
Ist nur ein Elternteil sorgeberechtigt, kann das Junior Depot auch allein eröffnet werden. In diesem Fall verlangen Anbieter in der Regel einen entsprechenden Nachweis, etwa eine Negativbescheinigung oder einen gerichtlichen Beschluss. Ohne alleinige Sorge müssen beide Elternteile in den Eröffnungsprozess eingebunden sein.
Können Großeltern oder Dritte Geld in das Depot einzahlen?
Einzahlungen in ein Junior Depot sind grundsätzlich auch durch Dritte über Überweisungen auf das Verrechnungskonto möglich. Wer Geld einzahlt, erwirbt dadurch jedoch keine Rechte am Depot. Das eingezahlte Vermögen gehört rechtlich vollständig dem Kind und kann nicht zurückgefordert werden.
Kann der Depotanbieter später gewechselt werden?
Ja. Ein Wechsel des Anbieters ist über einen Depotübertrag möglich. Wertpapiere können dabei in der Regel ohne steuerliche Folgen auf ein neues Junior Depot übertragen werden, sofern der Übertrag ohne Verkauf erfolgt. Entscheidend ist, dass das neue Depot ebenfalls auf den Namen des Kindes geführt wird. Der Übertrag kann je nach Anbieter einige Wochen dauern.
Wie kann verhindert werden, dass das Kind mit 18 Jahren frei über das Geld verfügt?
Gar nicht. Mit Eintritt der Volljährigkeit geht die vollständige Kontrolle über das Depot unwiderruflich auf das Kind über. Eltern haben dann keine rechtliche Zugriffsmöglichkeit mehr. Wer diesen Kontrollverlust vermeiden möchte, muss alternative Lösungen wählen, etwa Geldanlagen auf den eigenen Namen. Ein Junior Depot bedeutet bewusstes Vertrauen in die spätere Eigenverantwortung des Kindes.



